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„Ich hatte schon diesen Welpen-Bonus, als ich plötzlich mit 17, 18 auftauchte“, resümiert Jake Bugg seinen Erfolg. Nun ist er 22 und zeigt mit seinem aktuellen, dritten, Album „On my one“, dass er zwar nicht mehr der jüngste Musiker ist, aber dafür einer von den großen.

Jake Bugg überzeugt

Endlich erwachsen

Pop - „On My One“ ist das dritte Album des 22-jährigen Jake Bugg aus Nottingham. Es dokumentiert sein allmähliches Erwachsenwerden.

Dass Jake Bugg ein außergewöhnlich talentierter Sänger, Gitarrist und Songschreiber ist, zeigt er auf seinem dritten Album „On my one“ (kl. Foto) einmal mehr. Gerade 18 war er alt, als er mit seinem Debüt „Jake Bugg“ an der Spitze der britischen Hitliste stand, das ein Jahr später veröffentlichte „Shangri La“ produzierte dann der legendäre Rick Rubin. Die Einschätzungen zu Jake Bugg, dessen Songs nach Rock und Blues klingen, schwankten von Beginn an zwischen „überschätzt“, „Wunderkind“ und „der neue Bob Dylan“, und wirkliche Klarheit, wohin diese Karriere steuert, gibt es immer noch nicht. Klar ist: Seine Lieder klingen älter als er selbst. Jake interessiert sich nicht für aktuelle Musik, er sagt, er sei in seinem Leben bisher auf „sieben, vielleicht acht“ Konzerten gewesen, „niemand kann bei Black Sabbath oder Neil Young mithalten“, auch er selbst nicht, wie er mit treuherzigem Blick versichert. „Ich hatte schon auch diesen Welpen-Bonus, als ich plötzlich mit 17, 18 auftauchte. Die Leute fanden das irgendwie putzig. Jetzt kommen neue Bands und Musiker nach und ich denke: ,Mal langsam, gerade war ich doch noch der Jüngste von allen‘“.

Einiges an Teenager-Erfahrung verpasst

Jake Bugg, der aus dem Unterprivilegierten-Viertel Clifton kommt und ehrgeizig seine Karriere vorantrieb, „während ich die Erlebnisse meiner stockbesoffenen Freunde auf Fotos im Netz verfolgte“, hat zwar einiges an Teenager-Lebenserfahrung verpasst. Im bluesigen Titelsong „On My One“ (Notthingham-Dialekt für „On My Own“ – also „alleine“) wird er etwas melancholisch, wenn er über seine Einsamkeit aufgrund von drei Jahren auf Tournee und 400 Konzerten singt, so schlimm jedoch sei es nicht. „Natürlich ist so ein Leben auf Tour etwas eintönig, sobald es nicht mehr neu und ungewohnt ist. Aber niemand muss Mitleid mit mir haben. Ich will dieses Leben und kein anderes.“

Auf „On My One“ öffnet er sich stilistisch, die Platte klingt weniger knarzig als die beiden ersten. „Love, Hope And Misery“ etwa ist ein ziemlich hymnisches und für Jakes Verhältnisse poppiges Liebeskummerlied, „The Love We’re Hoping For“ hat etwas kalifornisch-melodisches, die groovig-augenzwinkernde Soulballade „Never Wanna Dance“ könnte auch aus den Siebzigern sein, „Gimme The Love“ ist eine Art Zwischenfazit über die oft mangelnde Aufrichtigkeit der Menschen im Musikgeschäft, die Jake beobachtet habe. „Das Album ist vielfältiger geworden“, sagt er, „Pop und Soul sind als Einflüsse neu dazugekommen.“ Und auch die Liebe baut der junge Mann nun in seine Texte ein, allein drei Songs haben das Wort „Love“ im Titel. „Die Liebe beschäftigt mich zunehmend“, so Jake, „und ,Love, Hope And Misery’ handelt davon, wie dieses eine Mädchen so überwältigend in mich verliebt war, dass mich seine Gefühle überforderten und ich sie verließ.“ Richtig romantisch ist das nicht. „Kann sein. In richtiger Romantik bin ich noch nicht sehr gut. Das muss ich noch lernen“.

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