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Die 24-jährige Ava Max startet mit „Sweet but Psycho“ gerade komplett durch.

Ava Max im Porträt

Pop in Perfektion

Vor wenigen Wochen noch war sie als Popmusikerin ein im Grunde unbeschriebenes Blatt, sieht man mal von der Nummer „My Way“ ab, die es in Rumänien auf Platz 38 der Charts schaffte. Außerdem singt sie im Song „Let It Be Me“ auf David Guettas aktuellem Album. Ansonsten tauchte Ava Max nie namentlich groß auf. Und dann plötzlich, war die Nummer „Sweet but Psycho“, überall: im Radio, im Netz, in aller Ohren.

Das Lied hat eine einprägsame Melodie, einen Text, in dem sich irgendwie alle wiederfinden und ein aufwendiges Video – das ist kommerzielle Popmusik in Perfektion und erinnert ein wenig an „Bad Romance“ von Lady Gaga. „Ja, Gaga ist eindeutig eine Inspiration“, sagt Ava. „Sie ist eine Legende.“

„Sweet but Psycho“ unterstreicht einmal mehr: Wenn alles stimmt an einem Song, dann kann es sehr schnell gehen, die Bekanntheit der Interpretin oder des Interpreten ist kein maßgebliches Kriterium mehr. Über die einschlägigen Streaming-Plattformen hat sich das Stück rasant ausgebreitet, zuerst war es Nummer Eins in Schweden, wo man Musik ohnehin nur noch online konsumiert, es folgte der übrige nordeuropäische Raum inklusive des Baltikums, dann die deutschsprachigen Länder. Mittlerweile frisst sich „Sweet but Psycho“ nicht nur durch Südeuropa, sondern sitzt auch auf Platz Eins in den deutschen Single-Charts. „Du kannst es nicht vorhersehen, was ein Hit wird und was nicht“, so Ava, die sich den Namen „Max“ gab, „weil ich mich als Kind manchmal wie ein Junge fühlte und einen Namen wollte, der sozusagen beide Geschlechter vereint.“

Natürlich braucht man auch Glück. Die Geschichte der Ava Max hat man so oder so ähnlich schon oft gehört. Mit fünf Jahren fängt sie an zu singen, weil die Mutter daheim ständig Opernarien anstimmt, das ist ihr Hobby. Ava nimmt an kleinen Gesangswettbewerben in irgendwelchen Einkaufszentren der Region teil, sie steht vor allem auf Stimmdiven wie Christina Aguilera, Mariah Carey und Whitney Houston.

Mit 14 Jahren nach L.A.– auf der Suche nach Erfolg

Als sie 14 ist, macht die Familie ernst. „Meine Eltern nahmen mich aus der Schule, und wir zogen nach Los Angeles. Ich wollte es dort als Sängerin schaffen.“ Ihren Stoff lernte Ava fortan online, die Freunde blieben in Virginia zurück, richtig toll war das nicht, „aber ich wusste, dass ich dieses Opfer bringen musste.“ Es passiert: nichts. Mit 15 kehrt sie zurück, doch mit 17 nimmt sie einen neuen Anlauf in L.A. „Ich wurde schneller erwachsen als die meisten anderen Teenager. Ich war absolut bereit, hart zu arbeiten und mich durchzubeißen.“ Doch wieder hagelt es Enttäuschungen, Ava verkauft mal Klamotten, mal Milchshakes und ist mit 19 trotzdem pleite. „Ich war so frustriert, dass ich fast alles hingeschmissen hätte.“

Doch dann lernt sie den Produzenten Cirkut kennen. Der steht sonst in Diensten von Superstars wie Katy Perry und The Weeknd, kennt sich also aus mit Hits. Ava: „Cirkut brachte mir bei, wie man fliegt.“ Gemeinsam entwickeln sie einen Sound sowie eine dezent feministische Grundhaltung, Ava nimmt etwa Aquas „Barbie Girl“ neu auf – leicht verändert als „Not Your Barbie Girl“. „Ich war schon als Jugendliche ziemlich direkt und konnte auch bockig sein“, sagt die Sängerin, deren erstes Album 2019 kommen soll. „Wenn ich Leute blöd fand, dann wollte ich nichts mit denen zu tun haben, und meine Mutter bat mich oft, mal ein wenig netter zu sein. Nö. Und ich bin ganz sicher niemandes Barbie-Püppchen. Wer mir dumm kommt, der kriegt einen Tritt in den Hintern.“

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