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Hat sich ihr Selbstbewusstsein hart und mithilfe der Musik erarbeitet: Jillian Banks.

Neues von Banks

Dieses schöne Gebrochenes-Herz-Gefühl

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Die Sängerin Banks zeigt sich auf ihrem neuen Album „III“ gereift. Mit uns sprach sie über diesen schwierigen, aber wichtigen Prozess.

Ihre R’n’B-Electro-Pop-Balladen sind immer noch traurig, sie selbst aber nicht mehr so sehr. Jillian Banks hat auf ihrem dritten Album „III“ erkannt, dass sich die Liebe nicht erzwingen lässt. Was würde die studierte Psychologin Jillian Banks wohl der Musikerin Banks raten? 

Banks, 31, streckt den Rücken auf ihrem Sofa im Londoner Plattenfirmenbüro durch und lächelt. „Sie würde ihr sagen: ‚Mädchen, du bist nicht perfekt, aber du bist in Ordnung.‘“ Zweifel, die sich in Teenagerjahren zu Depressionen auswuchsen, begleiten die heute 31-jährige, im kalifornischen Orange Country geborene und in Los Angeles lebende Banks zwar nach wie vor. Aber sie sind, auch durch den Erfolg der ersten beiden, in feinstem Synthie-Soul-R’n’B-Pop-Metier beheimateten Alben „Goddess (2014) und „The Altar“ (2016) leiser geworden. 

An ihre Stelle getreten: Selbstbewusstsein. Selbstglaube. Selbstliebe. „Ich bin in den vergangenen Jahren reifer und weiser geworden“, sagt Jillian, die sich bei ihren kunstvoll-elektronischen Soul-Balladen bis heute deutlich von Aaliyah, Lauryn Hill oder Fiona Apple inspirieren lässt. „Es gibt zum Beispiel immer noch Dinge, die wehtun. Aber ich kann die Schmerzen heute besser aushalten. Auf der anderen Seite weiß ich immer besser mit der Liebe umzugehen. Früher habe ich den Liebeskummer förmlich gesucht. Ich war schon fast süchtig danach, traurig und niedergeschlagen zu sein.“

Die Liebe ist ungewiss

Wobei sich Banks immer noch zu der Schönheit des Gebrochenes-Herz-Gefühls hingezogen fühlt, wie sie zugibt. In „Alaska“ singt sie über einen – nicht so wahnsinnig weit von ihrer Lebensrealität entfernten – Traum, dass sie der Liebste verlässt, um nach Alaska zu ziehen. „Dabei war ich weder jemals in Alaska noch kenne ich jemanden dort.“ „Ich habe akzeptiert, dass Liebe immer ungewiss ist“. Im intensiv nachhallenden und bemerkenswert traurigen „What About Love“, dem finalen Stück auf „III“ gehe es hingegen um eine Liebe, die es wirklich gegeben hat im Leben der Jillian Banks. Dumm nur: Er war mit jemand anderem liiert und kehrte letztlich zu seiner Partnerin zurück. „Ich habe akzeptiert, dass Liebe immer ungewiss ist“, so Banks. 

„Man kann nicht in den anderen hineinschauen, man weiß nicht, wie sehr die andere Person liebt, wie lange oder ob überhaupt. Dennoch glaube ich heute, dass die Liebe am Ende immer siegen wird – selbst dann, wenn sie es augenscheinlich nicht tut.“ In Songs wie dem etwas bassbetonteren „Look What You’re Doing To Me“ oder dem aufs Äußerste gefühlvollen „Contaminated“ singt Banks so sinnlich und mit so starkem erotischen Unterton wie vielleicht noch nie. Banks: „Sex ist sinnlich. Wut ist sinnlich. Tränen sind sinnlich. Ich bin ein Mensch, der immer alle Dinge sehr hart gefühlt hat und sie dann meist von der negativen Seite her betrachtete.“ 

Das ist vorbei, vielleicht der größte Entwicklungsschritt für Banks. „Heute kann ich die Liebe als solche auch mal zulassen, ohne gleich Panik vor ihrem, aus meiner Sicht und aufgrund meiner bisherigen Erlebnisse, unweigerlichen Ende zu bekommen.“ So wird sie in „Gimme“, einer starken und für ihre Verhältnisse schnellen Disco-Nummer nicht nur forsch, sondern gar fordernd. „In dem Lied will ich einen Typen, unbedingt“, sagt Banks und lacht. Hat sie ihn bekommen? „Ja“. Hat sie ihn behalten? „Nein. War zu kompliziert.“ Es kommt nicht von ungefähr, dass es ein traumatisches Erlebnis war, dass Banks überhaupt zum Songschreiben brachte: Die Trennung der Eltern, damals war sie 14.

 „Ich übte und schrieb wie eine Verrückte“, allerdings konzentrierte sich Jillian erst nach abgeschlossenem Studium und auch dank eines immer größer werdenden Zuspruchs auf Streaming-Angeboten wie Soundcloud, die Leidenschaft zum Beruf zu machen. „Als ich mit dem Komponieren und Texten begann, kamen meine Ideen von einem Ort der Einsamkeit und aus dem Gefühl heraus, alleingelassen und ungehört zu sein. Früher war es total schwer für mich, einen Song zu schreiben, wenn es mir gut ging.“ 

Auch diese Lebensphase sei glücklicherweise vorbei. Heute könne Familienmensch Banks, die ihre Oma als größtes Vorbild nennt und auch die Nichte auf dem Album zu Wort kommen lässt, in jedem Zustand schreiben, „außer am Ende der letzten Tour, als ich mich körperlich wie mental komplett wie durch den Wolf gedreht fühlte.“ 

Ein Dreivierteljahr zog sich Banks zurück, „um mich daran zu erinnern, was zum Teufel noch mal meine Hobbys waren.“ Lesen, Wandern und Freunde treffen, irgendwann fiel ihr das dann doch wieder ein. Und sie wechselte innerhalb von Los Angeles die Behausung und lebt jetzt in den Bergen, noch weiter weg vom Geschehen. „Ich bin jetzt ein bisschen eine Einsiedlerin, aber das scheint mir zu bekommen. Menschen, die mich eine Weile nicht zu Gesicht bekommen haben, meinen, ich sehe glücklicher aus.“

Banks auf "The III Tour". Sonntag, 17. November, 20 Uhr. Live Music Hall, Köln. Karten gibt es für 35,20 Euro im RZ- und SZ-Ticketcenter oder unter der Ticket-Hotline Tel. 0209 / 14 77 999.

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