Annika steht grinsend vor dem großen Aquarium in ihrem Wohnzimmer. Den Zeigefinger an die Scheibe gepresst, zeigt sie stolz ihre Fische.
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Seit die kleinen Guppys ins Aquarium eingezogen sind, kann auch Annika sich langsam für Aquaristik begeistern.

Aquaristik - eine Wissenschaft für sich

Annika und das Aquarium

  • Annika Mittelbach
    vonAnnika Mittelbach
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Annika ist mit ihrem Schatz zusammengezogen und nennt seitdem ein Aquarium ihr Eigen. Die hochkomplexe Einrichtung des Wasserbeckens hat sie zunächst jedoch nur widerwillig unterstützt.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich den Schritt gewagt und bin mit meinem Herzblatt zusammengezogen. Wir sind beide eher dickköpfig, sodass ich schon vorher ahnte, dass die Frage der gemeinsamen Einrichtung nicht hundertprozentig reibungslos vonstattengehen würde. Ein Beispiel: Ich liebe es, Fotos aufzuhängen, ohne sie in die bedrängenden Grenzen eines Bilderrahmens zu zwängen. Das liegt zum einen daran, dass mir der jugendliche Collagen-Stil einfach gut gefällt und zum anderen kann man so die Bilder in regelmäßigen Abständen wechseln.

Mein Herzblatt wollte hingegen zum Einzug gerne statt persönlichen Fotos Ikea-Posterrahmen. Ikea-Poster. RAHMEN. Das widerspricht leider meinem Ästhetik-Gefühl, deswegen haben wir ganz demokratisch-gleichberechtigt einen Kompromiss geschlossen – und nun hängen ungerahmte Fotos in unserer Wohnung. Nach diesem Sieg musste ich mich natürlich in einer anderen Situation fügen. Darum steht jetzt ein riesiges Aquarium in unserem Wohnzimmer.

Ich konnte die Leidenschaft für kleine Fische in großen Glasbecken nie so richtig nachvollziehen, weil ich meine Haustiere wenn dann schon gerne streicheln oder sonst in einer Form mit ihnen interagieren möchte. Als Kind hatte ich zwar auch mal ein paar Goldfische, aber rückblickend verstehe ich, dass das für beide Seiten eher ein dunkles Kapitel im jeweiligen Leben war. Denn jetzt weiß ich, obwohl ich es nie wissen wollte, was alles in ein Aquarium gehört, welche Pflanzen, welche Organismen Algen fressen, was man gegen unliebsame Schnecken tun kann, welche Wassertemperatur angemessen ist und so weiter und so fort. Ein Fressen und gefressen werden. Eine verdammte Wissenschaft. Oder, wie mein Bruder so passend sagte: „Aquaristik is a Bitch“.

Der Aquarium-Bau grenzt an Wissenschaft

Es ist nämlich gar nicht so einfach, ein ausgeglichenes Ökosystem künstlich auf die Beine zu stellen. Nach ewig dauernden Mini-Schritten vom Kies reinigen und ins Aquarium geben, über Wasser einlassen, Bepflanzung, hin zu den ersten Tieren, war es ein langer, steiniger Weg, mit einigen pH-Wert-Messungen. Aber jetzt endlich, nach drei Monaten voll enttäuschter Blicke in das leere Wasserbecken, haben wir endlich, endlich Fischis. Nicht die wunderschönen, aber zugegebenermaßen leicht aggressiven Fische, die alle anderen verdrängen, sondern ein paar kleine hübsche Guppys.

Wie eine Mutter mit ihrem Neugeborenen bin ich mit den Fischis im Plastikbeutel zum Auto geschlichen, um nicht die Szene von „Findet Nemo“ mit dem Zahnspangen-Mädchen nachzustellen. Ich trage jetzt ja schließlich noch Verantwortung für andere Lebewesen als mich selbst. Und dafür, dass ich das Aquarium die ersten Monate so tierisch nervig und sperrig fand, ist es doch ganz schön, dass es nun neben dem Fernseher eine kleine Unterwasserwelt gibt, die so mancher Show die Aufmerksamkeit stiehlt. Vor allem die Fütterungszeit unserer kleinen Fisch-Freunde wird rituell zelebriert und wer sie übernehmen darf, wird demokratisch-gleichberechtigt ausgehandelt. Also ich.

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