Im Vorgarten hat Lenas Gastfamilie ein riesiges, pink-glitzernes Schild aufgestellt mit den Worten: We Will Miss You Lena, sowie zahlreichen Herzen und Sternen.
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Wenn das nicht ein echter Liebesbeweis ist! Lenas Gastfamilie zeigt der ganzen Nachbarschaft mit diesem Schild, dass sie Lena vermissen wird.

Scenarios Auslandsreihe: Lenas 13. Teil aus den USA

Kuscheltiere, Partys und Tränen

  • vonLena Schulz
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USA – TEIL 13: Lenas Abschied von ihrer Gastfamilie steht bevor, die sich ein paar tolle Überraschungen für Lenas letzte Tage in Spokane hat einfallen lassen. Die Tränen trocknen diese aber leider nicht.

Die Stimmung im Haus meiner Gastfamilie wird von Tag zu Tag trauriger, denn in kurzer Zeit werde ich meine zweite Familie, wie auch meine zweite Heimat Spokane, verlassen und mich wieder zurück zu meiner Familie und meinen Freunden nach Deutschland begeben. Natürlich sind besonders die Kinder niedergeschlagen. Meine 7-jährige Gastschwester Addie schaut mich jeden Tag traurig an und bittet mich, noch länger zu bleiben, weil sie mich doch so sehr bei sich bräuchte. Mich macht das ganze natürlich traurig, aber die Vorfreude auf das eigene Zimmer, meine Freunde und Familie und besonders das gute Essen von meiner Mama überwiegt. Ich mache schon seit Wochen einen Plan mit meiner Mutter, was es denn alles Leckeres zu essen geben soll und was für Süßigkeiten sie für mich bereit haben soll.

Mein Zimmer wird von Tag zu Tag immer leerer. Komisch, so sah es ganz am Anfang aus, als ich herkam – keine Bilder, keine Deko und keine meiner Gegenstände stehen mehr rum. Donnerstags fahren wir als Überraschung zu „Build a Bear“, wo man sein eigenes Kuscheltier erstellen kann und fügen bei allen drei Kuscheltieren für die Kinder eine persönliche Nachricht von mir ein, damit sie mich nicht vergessen und meine Stimme immer hören können, wenn sie es brauchen.

Eine Überraschung jagt die nächste

Als ich an meinem letzten Arbeitstag um 8 Uhr morgens nach oben komme, erwartet meine Gastmutter mich schon mit der Info, dass sie noch mal kurz im Büro telefonieren müsse. Komisch, normalerweise informiert sie mich nicht so genau und kommt auch eigentlich, wenn sie einmal anfängt zu arbeiten, so schnell nicht wieder raus.

Ich denke mir erst mal nichts dabei, doch plötzlich kommt sie und sagt, ich solle aus der Tür schauen und da sehe ich es: Meine Gastfamilie hat ein Schild in den Garten stellen lassen, auf dem steht „We will miss you, Lena“. Mir kommen sofort die Tränen, damit habe ich so gar nicht gerechnet. Nachdem alle Kinder wieder zu Hause sind, fahren wir fürs Mittagessen zu einem Burgerladen. Plötzlich kommt mein Gastvater nach Hause und alle verhalten sich eigenartig – es werden Möbel nach draußen gestellt. Hat meine Gastfamilie etwa eine Party für mich organisiert?

Tränenreicher Abschied am Flughafen

Die Kinder hatten auch einen Job: mich ablenken, so tun, als ob sie von dem ganzen nichts wüssten und mich später in den Garten führen: WOW! Eine Feuerstelle, heiße Schokolade, Kekse, Musik und meine liebsten Menschen aus der Nachbarschaft wie auch meine beste Freundin Madita. Was will man mehr? Das ist echt eine tolle Art, den letzten Tag in Amerika zu beenden.

Am nächsten Morgen ist es dann auch schon so weit: mein Abreisetag. Madita kommt noch mal mit Abschiedsgeschenken vorbei und fährt dann mit uns zum Flughafen. Je näher wir dem Flughafen kommen, desto aufgeregter werde ich. Am Flughafen weinen natürlich alle, besonders Addie und mein Gastbruder. Beide sind total fertig, als ich gehen muss. Nachdem ich meine beiden Koffer aufgegeben habe, verabschiede ich mich noch von Madita und meinen Gasteltern. Ich versuche, es kurz zu halten, um nicht weinen zu müssen, doch das kann man ja nicht verhindern.

Au-Pair stärkt das Selbstbewusstsein

Als ich dann endlich durch den Security Check bin, ist alles entspannt und die Reise kann beginnen. Ich bin allmählich echt aufgeregt und schreibe sofort meiner Familie und meinem Freund, dass ich am Gate sitze und das Boarding bald beginnt. Ich habe Glück: Im Flieger habe ich einen Platz am Notausgang und somit mehr als genug Beinfreiheit und sogar eine ganze Reihe für mich. Neun Stunden später bin ich dann endlich in Frankfurt, hole meine Koffer, mache einen Coronatest und fahre mit meiner Familie nach Hause.

Ich bin echt froh, dass ich wieder zu Hause bin und kann jedem nur empfehlen, ein Auslandsjahr zu machen. Man wird selbstständiger, sammelt viele Erfahrungen und seine Sprachkenntnisse kann man auch noch verbessern. Ich bin persönlich total über mich hinausgewachsen und bin viel selbstbewusster geworden. Und es ist auch immer schön, eine zweite Familie am anderen Ende der Welt zu haben, die man jederzeit besuchen kann.

Hier findet ihr Lenas letzten Teil: Ihre Gastfamilie hat kurz vor dem Ende ihres Au-Pairs noch einen Wochenend-Ausflug organisiert.

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