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Jana bei ihrem Besuch auf dem Gediminas Turm mit einem weiten Blick über Vilnius.

Scenarios Auslandsreihe: Janas neunter Teil aus Litauen

Online-Pfannkuchen für Vilnius

  • vonJana Konkel
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Virtuell ist Jana immer noch in Litauen und denkt sich für die Schüler Mal- und Rezeptideen aus. Über ihre Lieblingsstadt Vilnius kreiert sie sogar eine Online-Ausstellung.

Nur noch wenige Wochen sind verblieben bis mein Freiwilligendienst, welcher momentan online stattfindet, endet. Jede Woche erzählt mir meine Tutorin Enrika von dem Wochenthema der Schule und gibt mir neue Aufgaben dazu. Das Thema dieser Woche ist Litauen. Dazu soll ich mir am besten Aufgaben für den Kunstunterricht ausdenken. Nach einer kurzen Recherche im Internet finde ich auch schon ein paar Ideen, die ich gerne umsetzen möchte. 

Eines der Wahrzeichen von Vilnius ist der Gediminas Turm, welcher sich auf einem Hügel über der Kathedrale befindet. Er ist der einzige erhaltene Eckturm der oberen Burg von Vilnius. Heutzutage befindet sich in ihm ein Museum über die Geschichte der Burg. Ich selber war dort in der ersten Woche nach meiner Ankunft in Litauen. Von oben hat man einen wunderbaren Blick über ganz Vilnius. 

Mit dem Gediminas Turm als mein Motiv, mache ich mich an die Arbeit. Als erstes zeichne ich eine Skizze von ihm und ziehe die Linien mit einem dicken schwarzen Stift nach. Davon mache ich als erstes einen Scan, damit ich dies meiner Tutorin schicken kann und sie es als Vorlage für die Kinder nimmt. Nun geht es ans Ausmalen. 

Passend zum Thema Litauen, male ich das Bild in den Farben der litauischen Flagge aus. Der Himmel gelb, der Turm wird rot und der Hügel grün. Von jedem Arbeitsschritt schieße ich Fotos, um diese nachher zu einer Anleitung zusammenzustellen. 

Auch wenn es nur kleine Arbeiten sind, und man diese nicht mit der Arbeit in der Schule vergleichen kann, macht es mir Spaß kreativ zu sein. Ich suche noch nach ein paar weiteren Ideen passend zum Wochenthema und setze diese in die Tat um. Danach nur noch schnell die Anleitungen erstellen und alles meiner Tutorin schicken. Sie freut sich sehr über meine Ideen! 

Alle zwei Wochen habe ich einmal alleine und einmal zusammen mit den anderen Freiwilligen, welche Litauen aufgrund des Coronavirus verlassen haben, ein Online-Meeting. Dort besprechen wir, wie es uns momentan geht, wie unser Online-Volunteering läuft und reden über Themen und Dinge, die noch erledigt werden müssen. Jeder ESK-Freiwillige soll während seines Freiwilligendienstes ein „Personal Project“ kreieren. Das kann alles mögliche sein. Egal, ob einen Poetry Slam organisieren, ein Hochbeet anlegen, seine eigene Kunst in einer Ausstellung zu präsentieren oder vieles mehr – uns Freiwilligen stehen alle Möglichkeiten dabei offen und unsere Koordinatoren stehen uns dabei tatkräftig zur Seite. 

Schon bevor ich Litauen verlassen habe, schwebte mir im Kopf eine Ausstellung zu machen mit meinen eigenen geschrieben Texten und Gedichten. Aufgrund der schnellen Rückkehr aus Litauen verwarf ich die Idee jedoch wieder, da ich schließlich keine Ausstellung machen konnte, welche man physisch besuchen könnte. 

In einem Einzelmeeting mit meiner Koordinatorin schlug sie mir vor, ob ich die Ausstellung nicht online machen wolle, vielleicht mit einer eigenen Website oder Facebook-Seite. Ich ließ mir die Idee bis zu meinem nächsten Meeting mit meiner Koordinatorin durch den Kopf gehen und tatsächlich schien es eine super Möglichkeit für mich zu sein, mein Personal Project zu planen und durchzuführen. 

Startschwierigkeiten beim englischen Reimen 

Zusammen haben wir im nächsten Meeting, einen Plan mit allen Arbeitsschritten, die erledigt werden müssen, erarbeitet. Als erstes geht es für mich ans Texte schreiben. Da mein Freiwilligendienst in einem Monat vorbei sein wird, muss es schnell gehen. Für die sechs Texte habe ich deswegen zwei Wochen Zeit. Zum Glück habe ich dafür schon die Grundideen erarbeitet. Mein erster Text ist ein Gedicht über meinen Entschluss nach Litauen zu gehen und die Ankunft in Vilnius. 

Alle Texte möchte ich auf Englisch schreiben, daher fällt mir am Anfang das Reimen doch etwas schwer, aber mit etwas Einarbeitungszeit klappt auch das! Meine Eindrücke in Worte zu fassen erinnert mich so sehr an die Zeit, dass ich direkt Fernweh bekomme. Ach, wie ich Vilnius vermisse! Sobald es geht, möchte ich liebend gerne wieder zurückkehren. 

Obwohl ich erst nach dem Textschreiben die Seite kreieren muss, überlege ich noch, ob es eine eigene Website oder eine Seite auf einer Social-Media-Plattform werden soll. Schlussendlich entscheide ich mich für eine Facebook- bzw. Instagram-Seite, da ich damit wahrscheinlich mehr Leute darauf aufmerksam machen kann. Mit meinem Personal Project möchte ich nämlich auch gerne Werbung für den Europäischen Solidaritätskorps machen. 

Während ich an den letzten drei Texte arbeite, kriege ich eine neue Wochenaufgabe von meiner Tutorin. Diese Woche dreht sich alles ums Thema Essen. Dafür will ich unbedingt ein Video drehen, auf welchem ich ein Rezept für eins meiner Lieblingsgerichte koche. Apfelpfannkuchen, die erinnern mich immer an meine Kindheit und auch in Litauen habe ich sie schon für die anderen Freiwilligen und mich gemacht. 

Das Video filme ich einfach mit meinem Handy und alle Zutaten habe ich schon zu Hause. Es geht sofort ans Kochen! Erst einmal mache ich Fotos von den Zutaten, später in der Bearbeitung des Videos kann ich dann ganz einfach hinzufügen, wie viel ich jeweils von den Zutaten brauche. Die einzelnen Arbeitsschritte filme ich mit. Nun fehlt nur noch die Bearbeitung des Videos, doch auch das ist schnell erledigt. Nur bei der Übersetzung ins Litauische muss mir meine Tutorin helfen. Das fertige Video schicke ich meiner Tutorin Enrika.

Planen, Designen und endlich veröffentlichen! 

Eine Woche später: Alle Texte sind fertig geschrieben. Jetzt muss ich die Instagram- und Facebook-Seiten kreieren. Instagram besitze ich persönlich selber, daher kenne ich mich damit schon etwas aus, doch Facebook nutze ich eigentlich nie, weswegen ich erst schauen muss, wie die Seite aufgebaut ist. Mit ein bisschen Ausprobieren entdecke ich all die Features, die man für seine eigene Seite benutzen kann. 

Meine Koordinatorin hat mir schon vorher erzählt, dass man Beiträge auch zuvor planen kann, damit sie automatisch online gehen. Das werde ich jetzt tun! Zu jedem Text habe ich ein passendes Bild ausgesucht, dass ich selber gemacht habe. Die Postings zu planen, ist gar nicht so schwer. Es fehlen nur noch die Hashtags! In den nächsten sechs Wochen wird jeden Freitag um 18 Uhr ein Post von mir online gehen. Den größten Teil für die Seite habe ich also geschafft. 

Doch Titelbild und Banner sowie, besonders wichtig, ein Name für die Seite, fehlen mir noch. Louison, eine Freiwillige aus Frankreich, hilft mir mit dem Titelbild und dem Banner, da sie mehr Ahnung von Design hat als ich. Die beiden fertigen Bilder gefallen mir total! Jetzt muss nur noch ein Name her. 

Natürlich sollte er etwas mit Litauen und dem Freiwilligendienst zu tun. Toll fände ich es auch, wenn der Name teilweise auf Litauisch wäre. Als ich am Abend mit meiner Mutter spazierengehe, brainstormen wir etwas darüber. Sie bringt mich auf die Idee: „Being Savanoriu“, so soll meine Seite heißen. Komplett auf Englisch würde es bedeuten „Being volunteers“, also „Freiwillige sein“. Freiwillige auf Litauisch heißen „Savanoriu“. Der Name gefällt mir! 

Meine Seite ist fertig und ich bin sehr zufrieden mit ihr! Falls Ihr auch einmal auf meiner Seite vorbeischauen wollt, dann sucht einfach „Being Savanoriu“ auf Facebook oder „beingsavanoriu“ auf Instagram!

Hier findet Ihr Janas vorherigen Teil bei Around the World. 

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