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Au-pair Kristina (r.) hat schon Freunde gefunden, eine von ihnen ist Clara, ebenfalls Au-pair, die in Kristinas Nachbarschaft wohnt. Zusammen erkunden die beiden so traumhafte Orte wie die Blue Mountains.

Scenarios Serie: Kristinas dritter Teil bei Around the world

Ausflüge zum Kennenlernen

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Au-pair Kristina hat schon Freunde gefunden. Mit ihnen erkundet sie die traumhafte australische Gegend. Und mit ihren Gast-Kindern erlebt sie Schaurig-Schönes…

Mittlerweile bin ich schon über einen Monat von zu Hause weg und ich weiß nicht, wo die Zeit geblieben ist. Durch Jojo, das Mädchen, das im gleichen Vorort wie ich wohnt und auch Au-pair ist, habe ich zum Glück schnell andere Au-pairs kennengelernt. Das ist nun meine Freundesgruppe aus der Nachbarschaft, bestehend aus Clara, Franci, Jojo und mir. Oft unternehme ich mit den Au-pairs jeweils etwas zu zweit, allerdings haben sich mittlerweile zwei Gruppen entwickelt, in denen ich mich total wohlfühle: die erwähnten Mädchen aus der Nachbarschaft und eine Gruppe Mädchen, mit denen ich gern das Nachtleben von Sydney unsicher mache. Diese Gruppe besteht aus Sophie, Stella und Denise. Zusammen gehen wir nahezu jedes Wochenende raus und lernen in den Clubs von Sydney neue Leute aus der ganzen Welt kennen, total spannend! 

Was mir auffällt: Hier lernt man alle Leute ohne Vorurteile kennen und ist nicht wie in der Heimat schon in einer Schublade. Da ich hier sehr viel über mich lerne und mich selbst besser kennenlerne, kann ich in den Gruppen einfach ich sein. In meinen Freundesgruppen zu Hause hat jeder seine Position, was auch toll ist, allerdings finde ich es interessant, dass hier alles auf Null gesetzt ist und man ganz anders auf die Menschen wirken kann. 

Mit meiner Nachbarschaftsgruppe verbringe ich gern die Tage und mache Ausflüge. Zusammen fahren wir mit drei anderen Mädchen an einem Sonntag in die Blue Mountains, die 120 Kilometer westlich von Sydney entfernt sind. Die Blue Mountains sind ein Gebirge, in dem man sehr gut wandern gehen kann und von der Großstadt in die völlige Natur eintaucht. Sonntags muss man einmalig knapp drei Dollar bezahlen und kann danach den ganzen Tag kostenlos im ganzen Umkreis von Sydney mit Bus und Bahn fahren. 

Nach drei Stunden Fahrt keine Zivilisation mehr 

Nachdem wir nach drei Stunden Zugfahrt ankommen, laufen wir durch die absolute Natur einen Wanderweg entlang. Umgeben von Wasserfällen und raschelnden Sträuchern weiß ich gar nicht, wo ich hinschauen soll. Am meisten konzentriere ich mich darauf, nicht zu stolpern, da der Boden alles andere als gleichmäßig verläuft. Es ist vor allem deshalb so spannend hier, weil man sich allein und von der Zivilisation abgekapselt fühlt.

Nur ab und zu treffen wir auf andere Wanderer und wissen nicht, welche Tiere uns umgeben. Toll ist auch, dass wir dauerhaft mehr oder weniger ins Ungewisse laufen. 

Gegen 18 Uhr sitzen wir müde und geschafft im Zug Richtung Sydney. Und da kommen mir Erinnerungen an Halloween in den Sinn… In meinem Kopf spule ich also zurück zum 31. Oktober. An dem Tag hole ich die beiden Kinder um 15 Uhr von der Schule ab und Sofia fragt mich bereits auf dem Rückweg, ob sie zu Hause sofort ihr Kostüm anziehen darf. Beide Kinder sind sehr aufgeregt und können es kaum erwarten. Zwei Stunden später kommt meine Lieblings-Gastoma mit ihrem kleinen Pudel zu uns nach Hause und bringt Christians Kostüm mit. „Möchtest du auch mit um die Häuser ziehen, Kristina?“ Ich nicke, da ich alles „Besondere“ in Australien miterleben möchte. 

Mit dem Pudel zum Halloween-Fest

Nachdem die Kinder und ja, auch der Pudel, ihr Kostüm angezogen haben, verlassen wir das Haus und laufen ein paar Straßen weiter. Die Oma von Sofia und Christian erzählt mir, dass es in der Nachbarschaft eine Straße gibt, in der sich alle Kinder und Eltern aufhalten. Ich habe nicht viele Erwartungen, da ich nicht denke, dass man es hier mit Halloween in den USA vergleichen kann. 

Das, was ich dann aber sehe, macht mich ehrlich gesagt sprachlos: Die ganze Straße ist voll mit verkleideten Kindern und Erwachsenen. Von allen Seiten kommt Musik und überall sind fröhliche Menschen, die „Trick or Treat“ rufen. Wir fangen am Anfang der Straße an und laufen sie hoch. Was ich sehe, erstaunt mich: ein Haus aufwendiger geschmückt als das andere. Einige haben ihre Vorgärten in ein Labyrinth verwandelt, ein Mann steht als Geist verkleidet auf dem Balkon und spielt den DJ. 

In einem anderen Vorgarten steht eine Zuckerwattenmaschine, davor eine lange Schlange verkleideter Kinder. Vor jedem Haus sitzt jemand mit einem Korb voller Süßigkeiten. Somit können Sofia und Christian viele „Treats“ sammeln und bekommen das Lachen kaum aus dem Gesicht. Ihre Oma beobachtet mich und sieht, wie überrascht ich bin. Anscheinend kann man mir meine Begeisterung ansehen. Sie grinst zurück. 

Wieder zu Hause angekommen, sind Julia und Justin, meine Gasteltern, schon von der Arbeit zurück und erwarten uns. Während ich das Bad für Sofia und Christian einlasse, höre ich, wie die Oma mit Julia redet und ihr davon erzählt, dass sie es super findet, dass ich mitgekommen bin und auch, dass sie gesehen hat, wie viel Spaß ich hatte. Ich hätte nicht gedacht, dass mir Halloween so gefallen würde und bin froh, dass ich mich darauf eingelassen habe. Auch diesen Tag werde ich so schnell nicht vergessen.

INFO Kristina Wendt (18, Recklinghausen) verlässt Recklinghausen für sechs bis acht Monate. Sie fliegt nach Australien. In Seaforth, einem Vorort von Sydney, passt sie in einer Gastfamilie als Au-pair auf zwei Kinder auf und hat vor, besonders nach dieser Zeit Land und Leute zu erkunden. Bei Scenario berichtet sie, was ihr in Australien widerfährt.

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