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Bücherberg schieben oder lieber verschieben? Diese Studentin hat sich noch nicht entschieden.

Ausflug als Ausrede

Prüfungen? Welche Prüfungen?

Oh je, oh je, oh je, mitten in der Klausurphase. Diese Multiple-Choice-Klausur steht an, für die man so schlecht lernen kann. Eigentlich ein wichtiger Grund dafür, es umso ausgiebiger und strukturierter zu tun. Und dennoch sträubt sich alles in mir dagegen.

Mir kommen tausend Ideen in den Kopf, die mir so viel besser erscheinen, als Karteikarten zu erstellen. Zum Beispiel – wie letztens – mit der Straßenbahn planlos zum Wandern loszufahren und an der Endhaltestelle auszusteigen, um dann durch den Schneematsch zum nächstbesten Drogeriemarkt zu stiefeln und dort mein Lieblingsparfüm sowie eine neue, ganz besondere Sorte Handcreme zu testen.

Von da aus führt mein Weg mich zum Baumarkt, wo ich die Preise von Hamsterfutter vergleiche und mich bremsen muss, ein Kilo Erdnüsse zu kaufen, weil sie hier im Laden als Vogelfutter so viel günstiger (und sogar verpackungsfrei) zu erwerben sind als im Supermarkt.

Draußen schneeregnet es fleißig. Derweil atme ich den Holzgeruch ein und stelle mich in die Lampenabteilung, um Licht zu tanken. Dann schlendere ich noch zu den Pflanzen, Blumen genießen. Schön, Frühlingsvorfreude. Draußen schneematscht es mittlerweile. Egal, ich bin ja nicht aus Zucker. Es geht also in den Wald, und das, unvernünftig wie ich bin, ohne Smartphone. Das liegt zu Hause, weil es eh nicht aufgeladen ist. Mal wieder vergessen.

Träumend latsche ich also durch den Buchenwald und genieße die tropfende Stille, das gelegentliche Vogelgezwitscher und konzentriere mich darauf, nicht auszurutschen. In einer Holzhütte mache ich Pause und trinke Tee. Um mich herum wird es so neblig, dass man nur noch wenige Meter weit sehen kann. Wie schön! Ohne Plan gehe ich weiter, die Zeit verschwimmt ein bisschen.

Irgendwann geht es wieder zurück in die Stadt, zurück in die WG. Dort quatsche ich erst mal ausgiebig mit unserem spanischen Zwischenmieter, der ganz frisch angekommen ist, und begrüße meine beiden Hamster. Und als es dann wirklich keine andere Möglichkeit mehr gibt, setze ich mich endlich an meine Uni-Sachen. Für eine halbe Stunde...

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