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Ist mal was anderes, als durch die Gegend zu laufen: Huskys ziehen Pias Schlitten.

Pia ausnahmsweise nicht in Dänemark

Hundeschlitten, Eis-Hotel und Polarlichter

Teil 6 - 5 Uhr, der Wecker klingelt, schnell anziehen, raus aus dem Haus und mit dem Zug zum Hauptbahnhof. Dort treffe ich andere Reisende und wir laufen gemeinsam zum Bus. Heute geht es auf meine letzte Reise innerhalb meines Auslandssemesters nach Lappland, in den schwedischen Teil. Aber erst mal liegt eine 26-stündige Bustour vor uns bis zu unserem ersten Stopp in Kiruna.

Als wir endlich ankommen, gibt es ein schnelles Frühstück und dann geht es schon wieder weiter – zum Hundeschlittenfahren. Die Huskys ziehen uns durch die Schneelandschaft und wir mummeln uns auf dem Schlitten ein. Nach ungefähr 30 Minuten tauschen wir mit einer anderen Gruppe und wir dürfen auf Schneemobilen selbstständig wieder zurück zum Anfangspunkt fahren. Mir persönlich gefällt das Schneemobilfahren fast besser, weil wir selbstständig die Verantwortung haben und die Geschwindigkeit einstellen dürfen. Es kommen alle wieder unfallfrei am Hof an. Zum Glück haben wir von der Organisation Jacken, Hosen und Stiefel bekommen, sonst wäre es sehr kalt geworden.

Zurück am Hostel dürfen wir endlich auf unsere Zimmer. Gegen halb drei wird es dunkel, also nutzen wir noch etwas von der Helligkeit und machen eine Stadtrundtour mit unserem Guide. Gegen 24 Uhr brechen wir alle noch mal auf und gehen zu einem freien Feld, das etwas außerhalb der Stadt liegt. Wir wollen Polarlichter sehen – ich bin aufgeregt. Leider schneit es die ganze Zeit und der Himmel ist wolkenverhangen, sodass wir leider keine Polarlichter sehen können. Zurück im Hostel fallen wir enttäuscht nur noch in unsere Betten.

Am nächsten Morgen um 9 Uhr müssen wir das Hostel wieder verlassen, weil wir weiter nach Abisko, weiter in den Norden, fahren. Auf dem Weg dahin gucken wir uns ein Eis-Hotel an, legen einen Stopp bei den Samen, einem indigenen Volk im Norden Fennoskandinaviens, ein und dürfen Rentiere füttern. Das Eis-Hotel ist wunderschön und alles ist wirklich aus Eis gebaut. Jedes Zimmer ist individuell gestaltet zu verschiedenen Motiven.

Bei den Samen erfahren wir einiges über ihre Kultur und stellen Fragen – außerdem probieren wir Rentier-Schinken und eine Rentier-Brühe. Nach dem Gespräch dürfen wir raus zu den Rentieren, sie füttern und wenn sie es zulassen, sie streicheln.

Rentiere füttern ist okay, sie streicheln aber nicht

Da die Tiere nicht gezähmt sind, fressen sie zwar unser Futter, aber kommen nicht so nah zu uns, dass wir sie streicheln könnten. Leider ist es auch schon ziemlich dunkel, sodass wir sie nicht mehr so gut sehen können. Nach dem Abendessen im neuen Hostel laufen wir mit der Gruppe zu einem Tipi unweit vom Hostel entfernt und sitzen dort am Feuer, grillen Marshmallows und trinken Glühwein. Zwischendurch gehen immer wieder welche raus, um nach Polarlichtern Ausschau zu halten. Leider ist es wieder zu bewölkt, sodass wir auch diese Nacht wieder keine Polarlichter sehen, aber eine Nacht bleibt uns ja noch übrig.

Am zweiten Tag in Abisko fahren wir mit dem Bus nach Norwegen rüber, nach Narvik. Die Stadt liegt direkt an einem See. Wir wandern einen Berg hoch und von da aus haben wir eine wahnsinnige Aussicht über die Stadt, den See und die umliegenden Berge. Nachdem alle 1000 Fotos gemacht haben, geht es wieder runter zum Mittagessen. Den Rest des Vormittags haben wir zur freien Verfügung.

In Abisko gehen wir abends noch in eine Sauna, die direkt am See liegt. Prima, denn so können wir, sobald wir aufgewärmt sind, zum Abkühlen in den eiskalten See springen – und es stellt sich raus: Der ist wirklich eiskalt…

Die Nacht verbringen wir größtenteils wieder draußen und warten auf die Polarlichter. Für ungefähr 20 Minuten können wir sie hinter den Wolken erahnen, aber es ist auch diesmal wieder viel zu bewölkt… Wir sind alle sehr enttäuscht, aber irgendwann akzeptieren wir es und gehen schlafen.

Am Morgen müssen wir aus den Zimmern raus, aber der Bus fährt erst um 14 Uhr los, also nutzen wir die Zeit und wandern ein bisschen um das Hostel herum. Das Hostel liegt in der Nähe eines Wasserfalls und eines Sees, dorthin wandern wir und machen wieder viele Fotos von der tollen Landschaft.

Auf dem Rückweg nach Kopenhagen machen wir noch einen Stopp bei einem Restaurant, um zu Abend zu essen. Dabei sehen drei Freundinnen und ich, dass wir uns in einem guten Gebiet für die Polarlichter befinden. Also essen wir schnell auf und gehen nach draußen. Alle anderen gucken uns nur an, als ob wir verrückt seien. Draußen warten wir etwas, aber es scheint sich weiter zuzuziehen... Doch plötzlich glaube ich, welche zu sehen. „Das bildest du dir ein, Pia“, erwidern sie nur. Doch dann lichten sich die Wolken und wir sehen sie – endlich!

Pia Friedl (22, Waltrop) geht für ein Semester nach Kopenhagen. Dort wird sie „Childhood in a Nordic perspective – a Danish setting“ studieren. Pia wohnt mit drei weiteren Studentinnen, dem Vermieter und mit dessen Tochter zusammen. Was sie in ihrem Auslandssemester alles so erlebt, schildert Pia ausführlich bei Scenario.

Wir freuen uns und hüpfen rum, als in dem Moment eine Sternschnuppe genau über den Polarlichter herfliegt. Der Moment ist magisch und ich werde ihn wahrscheinlich nie wieder vergessen. Dann sagen wir den anderen Bescheid und alle kommen aus dem Restaurant gerannt, ja wirklich: gerannt. Wieder im Bus sind wir glücklich, dass wir zurück nach Kopenhagen fahren, jetzt können wir den Schlafmangel der letzten Tage aufholen.

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