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Das sieht doch schon ziemlich geübt aus! Kristina hat am Manly Beach ihre Liebe zum Surfen entdeckt.

Scenarios Auslandsreihe: Kristinas 8ter Teil aus Australien

Ekel-Alarm in der WG-Küche

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Kristina fühlt sich super wohl mit ihren neuen Mitbewohnern, abgesehen von einigen tierischen Wesen. Das schlechte Wetter in Sydney schlägt ihr allerdings aufs Gemüt.

  • Kristina genießt die Zeit in ihrer WG in Australien mit Mitgliedern aus aller Welt
  • In Sydney hat sie mit einer Freundin surfen gelernt, aber das gute Wetter hat leider nicht lange gehalten

Nun lebe ich schon eine Weile in der WG zusammen mit sechs anderen Backpackern aus ganz Europa. Es gefällt mir super, mit so vielen verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Ländern unter einem Dach zu leben. Hier bin ich gezwungen von morgens bis abends Englisch zu reden. 

Vor allem mit Solène, einer Französin, die auf einer kleinen Insel in der Nähe von Madagaskar aufgewachsen ist, verstehe ich mich super. Ich unterhalte mich viel mit ihr und die Verständigung auf Englisch klappt total gut. Auch das bisschen, was von meinen Französisch-Kenntnissen aus der Schule übrig geblieben ist, kann ich wieder auffrischen. 

Ich finde es total spannend, davon zu hören, warum meine Mitbewohner hier in Australien sind, wo sie herkommen, und was ihre Pläne für die Zukunft sind. Mittlerweile sind wir schon wie eine kleine Familie geworden. Das Einzige, was hier überhaupt nicht funktioniert, ist, Ordnung zu halten. Innerhalb von einem Tag ist alles wieder unordentlich und dreckig. Aber so ist das anscheinend, wenn man mit den unterschiedlichsten Leuten zusammen wohnt. Für die Zeit hier kann ich damit noch leben. 

Auf Dauer würde ich es in diesem Dreck nicht aushalten. Meine Mitbewohner sind sogar zu faul dazu, ihr Geschirr in die Spülmaschine zu räumen. Ich gebe zu, als ich bei meinen Eltern gelebt habe, war ich dazu auch zu faul. Allerdings hat man hier keine Mama, die das dann irgendwann schon wegräumt. Dementsprechend sieht es hier auch aus. Als die Maden dann im Mülleimer waren, hat es (hoffentlich) bei ein paar meiner Mitbewohner Klick gemacht. Ekelhaft. Jetzt hängen überall in der Wohnung Zettel, dass jeder doch bitte seinen Müll wegräumen soll. 

Aber ich möchte mich gar nicht beschweren: Es ist viel lockerer als in der Gastfamilie, da ich nach Hause kommen kann, wann ich will, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Auch wenn ich am Wochenende in der Gastfamilie freigestellt war und machen konnte, was ich wollte, hat es vielleicht nicht den besten Eindruck gemacht, wenn ich nach dem Feierngehen weit nach Mitternacht nach Hause gekommen bin, und dann bis mittags geschlafen habe. In der Hinsicht ist meine Gastfamilie, so wie ich sie einschätze, ziemlich spießig, auch wenn sie mir nie etwas verboten hat. 

In der WG bin ich die Jüngste und für die anderen das „WG-Baby“. Total süß, wie die anderen sich um mich sorgen oder auch mal meckern, weil ich nach Mitternacht erst zurück war. Natürlich ist das alles nicht ernst, sondern lustig gemeint. Von Freunden und meiner Familie in Deutschland höre ich oft, dass es sie stören würde, wenn sie keinen eigenen Rückzugsort hätten, wenn ich davon erzähle, dass ich zur Zeit mit drei anderen Mädchen in einem Zimmer schlafe. Allerdings stört es mich überhaupt nicht. 

Im Gegenteil: Mir gefällt es sogar, dass ich immer jemanden um mich herum habe. Auch in der Nacht ist alles entspannt und ich kann gut schlafen. Ich glaube aber auch, das könnte nicht jeder. Wenn ich bald die Ostküste Australiens hoch reise, werde ich über einen Monat lang hauptsächlich in Hostels schlafen. Dort teile ich mir ein Zimmer mit bis zu sieben anderen Leuten. 

Freude auf eigenes Bett wächst

Ich glaube, danach werde ich froh sein, zurück in Deutschland in meinem eigenen Zimmer schlafen zu können. Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass es ungewohnt ruhig sein wird, da ich dann das erste Mal nach Monaten wieder allein schlafe. Zusammengefasst lässt es sich insgesamt echt gut hier aushalten. Ich habe also wirklich eine sehr gute Lösung gefunden und bin echt froh, dass ich nun keine „nervigen“ Kinder mehr um mich herum habe. 

Seitdem ich in der Stadt und nicht mehr bei meinen Freunden im Norden lebe, übernachte ich öfter mal am Wochenende bei Nina, meiner besten Freundin hier in Sydney. Wir haben uns nicht gesucht, aber gefunden. Wir verstehen uns blind und haben uns gegenseitig ins Herz geschlossen. 

Von ihr aus fährt man nur 15 Minuten zum Manly Beach und bei gutem Wetter gehen wir dort zusammen surfen. Sie hat schon einige Surfstunden genommen und steht sicher auf dem Brett. Ich habe drei Stunden allein geübt und mittlerweile stehe auch ich auf dem Board. Es ist total anstrengend und ich haue mir das Brett oft unabsichtlich, aber schmerzhaft gegen das Schienbein – allerdings macht es unfassbar viel Spaß und ich bekomme nicht genug! 

Was mich in Sydney ein wenig enttäuscht, ist das Wetter. Ich habe mir den Sommer hier anders vorgestellt: sonniger. Aufgrund der Buschfeuer hat hier zunächst alles gebrannt und die Luft war voller Rauch. Da stand das Genießen des eigentlich schönen Wetters natürlich hinten an. Jetzt sind die Feuer zwar gelöscht und die Luft ist wieder rein, allerdings hört es nun nicht mehr auf zu regnen. 

Die Leute können auf ihren Bodyboards die Straßen runter rutschen, da sich das Wasser staut und die Straßen entlang fließt. Sydney im Regen ist echt keine schöne Sache und ich bemerke, wie meine Laune sinkt, wenn ich die Sonne nicht sehe. 

Dafür wird die Vorfreude auf das Reisen immer größer. Bald geht es endlich los und es folgt ein Highlight auf das nächste. Ich kann es kaum erwarten: Fallschirmspringen, Tauchen, weiße Strände und vieles mehr. Davon werde ich Euch auf jeden Fall berichten. 

Australien ist zum Zuhause geworden 

Dass es schon bald mit dem Reisen losgeht, zeigt allerdings auch, dass es nicht mehr lange dauert, bis es für mich nach Hause geht. Die scheinbar unendlich andauernde Reise hat wohl doch ein Ende. Und dieses Ende kommt schneller, als es mir lieb ist. 

Ich habe mir hier ein kleines Leben aufgebaut, das ich ungern wieder aufgeben möchte. Ich habe mehr Kontakte geknüpft, als ich es mir hätte vorstellen können und kenne mich in Sydney mittlerweile aus, als wäre ich schon immer hier gewesen. Auch der Linksverkehr und die Sprache sind zur Normalität geworden. Ich habe mich einfach an Alles gewöhnt und muss schon bald zurück in mein altes Leben kommen. Aber bis dahin halte ich Euch wie immer auf dem Laufenden!

Im letzten Teil von Around the World hat Jana von ihrem abrupten Abschied aus Litauen erzählt. 

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