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Einmal Fotos vor den Bathing Boxes machen – Kristina (v.r.n.l.), Clara, Clara und Johanna haben's geschafft.

Scenarios Auslandsreihe: Kristinas siebter Teil bei Around the World

Australien geht unter die Haut

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Nach einem emotionalen Tiefpunkt geht es für Kristina auf einen Mädelstrip nach Melbourne. Sie erfüllt sich einen lang gehegten Wunsch. Was das wohl sein mag?

  • Kristina ist nach wie vor geknickt wegen dem plötzlichen Abbruch ihrer Au-Pair-Tätigkeit in Australien
  • Um auf andere Gedanken zu kommen, macht sie einen Ausflug nach Melbourne mit ihren Freundinnen vor Ort

In meinem Kopf herrscht momentan Chaos und ich weiß nicht wohin mit mir. Wie sagt man so schön? Ich habe einen „mental breakdown“. 

Am liebsten möchte ich gerade nur nach Hause und meinen Sorgen aus dem Weg gehen, das wäre das Einfachste. Es ist bestimmt nur eine Phase und liegt daran, dass ich noch nicht weiß, was ich will und wie es die nächsten Monate weitergehen soll. Zum Glück habe ich meine Freunde und meine Familie, die für mich da sind. Alle fünf Minuten kommt mir eine neue Idee, wie ich hier mein Leben leben kann. Fest steht, dass ich ein Dach über dem Kopf brauche und mich nicht noch länger bei Clara einquartieren möchte. 

Also schaue ich nach einer Wohnung, die ich mir mit anderen jungen Menschen teilen kann. Die erste Wohnungsbesichtigung ergibt sich dann auch recht schnell. Es ist ein Apartment, das nicht zentraler sein könnte. Es ist auch nicht zu teuer, da ich in einem Zimmer zwischen zwei Studentinnen schlafen würde. Sehr wohl fühle ich mich bei dem Gedanken aber nicht. 

Sorgenpunkt 1 ist schnell abgehakt

Also warte ich ab und schaue noch eine weitere Wohnung an. Dieses Apartment ist nicht ganz so zentral, allerdings bin ich in 15 Minuten zu Fuß in der Innenstadt. Der erste Eindruck ist positiv und es gefällt mir unter anderem, da hier Backpacker leben. Dementsprechend unordentlich ist es hier, allerdings stört es mich nicht. 

Nach der Besichtigung erzähle ich meinen Eltern von dem Apartment und entscheide mich dafür zuzusagen. Warum weiter suchen, wenn ich es mir gut vorstellen kann, hier die nächsten zwei Monate zu leben? 

Nach dieser Entscheidung geht es für die beiden Claras, Johanna und mich erst einmal für ein paar Tage nach Melbourne. Wir landen samstagmorgens und schauen uns zu allererst die Stadt an. Von der ersten Sekunde an hat mich die Stadt auf ihrer Seite. Melbourne ist ganz anders als Sydney und gefällt mir auch viel besser. Viele Australier sagen, dass Melbourne etwas Europäisches an sich hat und daher vielen Europäern besser gefällt. Wir schauen uns die berühmten „Brighton Bathing Boxes“ an und machen ein paar Fotos. 

Der Strand ist viel länger und größer als die Strände in Sydney. Am Abend kann ich einen weiteren Punkt meiner Bucket List abhaken: Ich lasse mir ein Tattoo stechen! Ich freue mich schon seit Monaten auf diesen Tag und alles klappt so, wie ich es mir vorgestellt habe. 

Sushi Essen in atemberaubenden Höhen 

Danach treffe ich mich wieder mit den Mädchen und wir essen zu viert Sushi in der Wohnung von Johanna und Clara. Während wir gemeinsam den nächsten Tag grob planen, haben wir eine super Aussicht von dem 43. Stock auf die Wolkenkratzer. 

Am Morgen geht es für uns früh raus, da wir uns ein Auto leihen und die bekannte „Great Ocean Road“ lang fahren wollen. Circa 250 Kilometer an einem Tag. Es ist eine Straße, die fast durchgehend am Meer entlang führt. Wir haben einen super Ausblick, fahren durch Regenwälder und sehen ein Känguru in freier Wildbahn. Am besten gefällt mir, dass wir an schönen Orten mit tollen Ausblicken einen Stop einlegen, aussteigen, und die Natur genießen können. Am Abend gehen wir zu viert in eine Rooftop Bar und können noch einmal den Ausblick über die Dächer Melbournes genießen. 

Montag erlebe ich mit Clara ein weiteres Highlight: Wir sind bei den Australian Open und schauen Tennisspielern, wie beispielsweise Rafael Nadal oder Maria Sharapova, beim Training zu. Ich freue mich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn ich eine Unterschrift von einem Spieler bekomme. Da es nachmittags den ganzen Tag regnet, schauen Clara und ich uns drei Tennisspiele in der Melbourne Arena an. Die Stimmung ist besonders gut, als die Australierin Samantha Stosur spielt. Sie wird von den Australiern wie das eigene Kind unterstützt und alle versuchen sie aus dem Publikum heraus aufzubauen. Da kommt wieder die Positivität und Lockerheit der Australier zum Vorschein. Ich liebe es! 

Nachdem wir uns das Spiel von Philipp Kohlschreiber angeschaut haben, fahren wir zu zweit zurück in die Stadt und ich treffe mich abends mit Daniel und Jonas, die ich aus der Schule kenne. Die beiden machen Work and Travel und sind zur Zeit auch in Melbourne. Es ist schön, mal wieder mit bekannten Gesichtern zusammenzusein, sich mit ihnen über unsere Erlebnisse auszutauschen und über die Heimat zu reden. Manche Dinge kann man einfach nur verstehen, wenn man mal in Australien gelebt hat. 

Beim Brotaufstrich sind die Australier eigen 

Beispielsweise der australische Brotaufstrich „Vegemite“. Die australischen Kinder können das klebrige Zeug, das salzig und nach purer Chemie schmeckt, löffeln. Ich habe allerdings noch niemand Europäisches gesehen, dem beim Probieren nicht fast schlecht geworden ist. Den Dienstagvormittag nutzen wir, um gemeinsam zu einem Aussichtspunkt zu fahren, von dem wir die Skyline Melbournes super sehen können. Nachdem wir auch hier ein paar Fotos gemacht haben, laufen wir über den Queen Victoria Market und hören zwei Straßenmusikern zu. 

Dann geht es für uns schon zurück zum Flughafen, die Tage in Melbourne sind um. Zurück in Sydney kommt ein gewisses Heimatgefühl auf, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Nun steht mein Umzug in das Apartment vor der Tür. Ich hoffe, dass alles klappen wird, wie ich es mir vorstelle. Allerdings freue ich mich auf etwas Neues. Es beruhigt mich, dass ich bis jetzt alles auf die Reihe bekommen habe. Beim nächsten mal werde ich Euch also von meinem neuen WG-Leben berichten.

Kristina Wendt (18, Recklinghausen) verlässt Recklinghausen für sechs bis acht Monate. Sie fliegt nach Australien. In Seaforth, einem Vorort von Sydney, passt sie in einer Gastfamilie als Au-pair auf zwei Kinder auf und hat vor, besonders nach dieser Zeit Land und Leute zu erkunden. Bei Scenario berichtet sie, was ihr in Australien widerfährt.


Der letzte Teil von Around the World kam von Lena aus den USA. Sie ist übers Wochenende mit Freundin Madita nach Las Vegas gefahren und hat dort einiges erlebt.

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