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Eigentlich hatten alle zugesagt, beim Umzug zu helfen. Doch am großen Tag trudeln die Absagen ein.

Partys, Umzüge oder Get-Togethers: Zusagen werden mehr und mehr zur Rarität

Diese ewige Unverbindlichkeit

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Annika stellt in letzter Zeit öfter fest, wie unverbindlich Zusagen auf Einladungen geworden sind. Warum ist das so? Sie hat da eine Idee ...

Folgendes Szenario dürfte einigen von Euch bekannt sein: „Hey, ich feiere in der nächsten Woche meinen Geburtstag. Hast Du Lust vorbeizukommen?“. Ein Lächeln. Ein gequältes Lächeln. Ein: „Puh, ich hab ganz schön viel um die Ohren, aber ich sag Dir noch mal Bescheid ja? Vielleicht klappt es ja.“ Oder noch schlimmer: „Ja, klar komm ich!“ Und am Tag selbst dann die Nachricht: „Hey, ich schaff’s heute doch nicht. Aber ich wünsch Dir ganz viel Spaß!“. 

Das ist wohl ein Phänomen, das uns allen bekannt sein dürfte. Zusagen haben heutzutage irgendwie nichts Verbindliches mehr. Dank digitaler Kommunikation kommt man aus jeder Zusage easy wieder raus – auch ohne in die enttäuschten Augen des Gegenübers blicken zu müssen. Aber woran liegt es eigentlich, dass wir uns so schlecht für eine Sache entscheiden können, uns festlegen und dann auch daran festhalten? 

Bei Facebook sieht man es auch ganz deutlich: Es gibt häufig viel mehr Menschen, die „vielleicht“ anklicken, anstatt für eine Veranstaltung zuzusagen. Und selbst wenn sie zusagen, heißt das noch lange nichts. Ist ja schließlich nur eine Facebook-Veranstaltung. Wir haben ein Problem damit, zu unseren Worten und Versprechen zu stehen. Weil wir Angst davor haben, etwas Tolleres zu verpassen, wenn wir uns jetzt für dieses oder jenes entscheiden.

Die bekannte „Fear of missing out“! Wer weiß, was an dem Abend noch geht. Und wenn das cooler ist, als deine doofe Party, geh ich doch einfach lieber dahin und nicht zu Dir. Oder aber ich bleib sogar zu Hause, weil ich doch lieber chillen möchte und keine Lust auf Leute habe. 

Zugegeben, ich schreibe das hier grade mit dem Beigeschmack des erhobenen Zeigefingers, aber eigentlich bin ich auch nicht anders. Gerade an der Uni bekommt man viele oberflächliche Einladungen von Menschen, die man kaum kennt. WG Party XY mit 50 bis 60 Leuten … das sind so Partys, wo ich dann aber auch kein schlechtes Gewissen habe, wenn ich nicht vorbeikomme. Es fällt eh nicht auf, ob ich da bin oder nicht. 

Absagen bei kleinen Partys besonders ätzend 

Und in spätestens sechs Monaten kann sich weder der Gastgeber an meinen Namen erinnern, noch ich mich an seinen. Also ja, in so einem Fall finde ich es legitim, nicht verbindlich zuzusagen. Anders liegt der Fall bei kleineren Partys. Bei Partys von engen Freunden. Bei Partys, bei denen der Gastgeber zum Beispiel auch etwas plant für seine Gäste und nicht einfach schreibt „Mitbring-Party!!!“. In so einem Fall ist es natürlich nicht so toll, in dem Wissen, dass man vermutlich nicht hingeht, zuzusagen, einfach um sich die Option für alles offen zu halten. 

Jetzt habe ich die ganze Zeit nur von Partys gesprochen, aber es gibt natürlich auch noch andere Gelegenheiten, in denen ein wenig mehr Verbindlichkeit doch ganz schön wäre. Wenn es beispielsweise darum geht, einem Freund zu helfen – vielleicht beim Umzug. „Ja klar, helfe ich Dir!!“. Samstagmorgens, man steht mit den gepackten Umzugskartons in der Butze und bekommt eine Nachricht nach der anderen: „Hey sorry, ich pack’s heute nicht. Viel Erfolg beim Umzug.“ Gemein ist so was. 

Was ich eigentlich nur sagen möchte: Bevor ihr Zu- oder Absagen erteilt, denkt einmal scharf darüber nach, was eine spontane Absage für den Einladenden bedeuten würde. Und sagt nur verbindlich zu, wenn Ihr wirklich vorhabt, die Einladung wahrzunehmen. Wer ständig sagt, er kommt und bleibt dann doch weg, verliert schließlich auch irgendwann seine Glaubwürdigkeit und wird einfach nicht mehr gefragt.

Für Miriam stand letztens die Abgabe ihrer Hausarbeit in der Uni an. Wie es ihr während der Fertigstellung der Arbeit ergangen ist, lest ihr hier. 

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