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Linn (r.) und Alina sind begeistert von der Tempelanlage Wat Chalong.

Scenarios Serie: Linns dritter Teil bei Around the world

Perfekt überbrückt ins Paradies

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Bereits seit einem Monat sind Linn und ihre Freundin in Thailand unterwegs. Die Insel Phuket hinterlässt bleibende Eindrücke bei den beiden...

Ein Monat ist rum. Wir sind nun schon vier Wochen in Thailand unterwegs. Unfassbar, wie schnell die Zeit vergeht! Nach einer Fahrt mit der Fähre, dem Bus und zwei Flügen kommen wir um zehn Uhr abends am internationalen Flughafen von Phuket, Thailands größter Insel, an. 

Ein Transfer ist schnell gefunden, und schon sitzen wir mit zehn anderen Personen in einem kleinen Bus, der uns zu unserer Unterkunft bringen soll. Irgendwann stoppt der Fahrer auf einer Hauptstraße, mitten im nächtlichen Trubel. Er ruft den Namen unseres Hostels durch den Bus und zeigt nach vorne.

Wir steigen also aus, beladen uns mit unserem Gepäck, und schon ist der Bus weg. Doch auf der gesamten Straße ist unser Hostel nicht zu sehen. Also fragen wir uns durch. Drei Straßen weiter finden wir dann schließlich unser Hostel. Dort werden wir lauthals begrüßt: Es ist Freitagabend, so ziemlich das gesamte Hostel ist im Eingangsbereich zusammengekommen, und wir spielen ein paar Trinkspiele, bis nach etwa einer Stunde der in der Straße herrschende Stromausfall behoben ist und wir endlich einchecken können. 

Im Zimmer stehen zwei Hochbetten aneinander – das war’s dann auch schon. Alina und ich lachen los und sind komplett überfordert mit unserem ganzen Gepäck. Der Raum ist so klein, dass wir, als wir unsere Rucksäcke abgestellt haben, uns schon nicht mehr wirklich bewegen können. Irgendwie krame ich dann wenigstens aus den Tiefen meines Rucksacks meine Zahnbürste heraus und gehe schlafen. 

Wie auf der Reeperbahn

An den nächsten Tagen erkunden wir den Strand, unseren Ort Patong, und auch die berühmte „Bangla Road“ lassen wir uns nicht entgehen. Diese Straße ist zu vergleichen mit der Hamburger Reeperbahn, nur zehnmal schlimmer. Aber ein Besuch lohnt sich trotzdem, vor allem nachts – dann ist die Straße wie eine eigene Welt: Leuchtreklamen, Drag-Queens, riesige Clubs und andere gewisse Läden, aus denen man den Bass dröhnen hört. 

Nach vier Nächten geht es für uns wieder weiter. Wir fahren mit einem Taxi nach Kata, zwanzig Minuten entfernt von Patong. Unsere neue Bleibe für die nächsten paar Tage ist eine kleine Air-bnb-Wohnung. Abends besprechen wir, was wir die nächsten Tage hier so machen und sehen wollen. Um zu den verschiedenen Orten zu kommen, wollen wir uns ein Auto mieten. 

Wer braucht schon einen Führerschein?

Am nächsten Tag machen wir uns also auf die Suche nach einer Autovermietung, was hier in Thailand sehr einfach ist: Ungefähr jeder zweite Laden ist entweder ein Massagesalon oder eine Roller- und Autovermietung. Und kurioserweise werden wir weder nach unserem Alter noch nach einem Führerschein gefragt. Zwei Minuten und eine Unterschrift später haben wir die Schlüssel. 

Ich setze mich also ins Auto, um loszufahren, allerdings auf die rechte Seite. Denn hier in Thailand herrscht Linksverkehr. Ganz schön verwirrend! Dazu kommen noch die ganzen Rollerfahrer und Tuk Tuks, die sich überall hindurchschlängeln. Aber tatsächlich kommen wir sicher und ohne Unfall an. Dann stellt sich leider heraus, dass die Autobatterie kaputt ist. Während der nächsten zwei Tage müssen wir insgesamt siebenmal überbrückt werden. 

Aber wir nehmen es mit Humor, und egal, wo wir sind, es helfen uns immer irgendwelche Leute. Auch ohne die Sprache zu können (denn mit Englisch kommt man hier nicht weit), ist unser Problem schnell vermittelt, und man gibt uns hier mit einem großen Pick-up oder mit einem Bus Starthilfe. 

Nein, wir wollen keine Bootstour machen

So fahren wir weiter auf unserer Route – nach Old Town Phuket. Ein sehr schönes Viertel mit vielen alten Häusern sowie kleinen und sehr originellen Lädchen. Was total auffällt, ist die Atmosphäre hier. Während in Patong Hunderte von Touristen auf den Straßen unterwegs sind und einem alle zwei Meter eine Bootstour, eine Krokodilshow oder diverse andere touristische Angebote gemacht werden, ist es in Old Town Phuket genau anders. 

Es sind viel weniger Touristen unterwegs, hin und wieder kommen ein paar Garküchen oder ein Obststand, und es kommt einem irgendwie ruhig vor – auch wenn das natürlich nicht wirklich so ist, denn auch hier sind viele Roller und Tuk Tuks auf der Straße unterwegs. 

Nach ein paar Stunden, den Kopf voller neuer Eindrücke, gehen wir zurück zum Auto, müssen wieder einmal überbrückt werden und machen uns auf zu unserem nächsten Ziel, dem Tempel Wat Chalong. Tempelanlagen sieht man hier sehr oft. Es sind imposante Bauten, mit Gold, Rot und Gelb gestaltet, überall stehen vergoldete Buddha-Figuren, und es riecht nach Räucherstäbchen. 

Super Ausblick auf die Berge

Wat Chalong kann ich nur empfehlen, denn man hat zu der schönen Anlage auch noch einen super Ausblick auf die Berge. Ein weiteres Highlight ist der Freedom Beach, ein kleiner, versteckter Strand, der nur schwer zu erreichen ist. Wir parken also an der Stelle, an der die Straße nicht mehr wirklich befahrbar ist, und packen unsere Sachen zusammen. Auf einmal hält ein großer Pick-up neben uns an, und ein sehr freundlicher Thailänder fragt uns, ob wir zu besagtem Strand wollen. 

Prompt schießen mir die Worte meiner Mama in den Kopf: „Linn, fahr nie per Anhalter! Nimm dir lieber ein Taxi.“  Der Mann macht allerdings einen sehr netten Eindruck, also stiegen wir ein – sorry, Mama... Nach einer Minute sind wir schon im tiefsten Dschungel versunken. Schließlich endet der Weg an einem kleinen Schotterplatz. Dort steht ein Pappschild mit einem Pfeil, der einen schmalen Weg steil hinunter durchs Grüne zeigt. 

Nach zwanzig Minuten und einem extrem anstrengenden Weg kommen wir im Paradies an. Das ist nicht übertrieben – so einen traumhaft schönen Ort habe ich noch nie gesehen! Wir laufen durch den pudrigen weißen Sand, breiten unsere Handtücher im Schatten einer Palme aus und verbringen den ganzen restlichen Tag hier. Auch wenn mir mein Zuhause schon manchmal ganz schön fehlt, machen solche Momente einfach alles vergessen...

INFO: Linn Stepputtis (18, Recklinghausen) verbringt sieben Monate in Asien, Nord- und Südamerika. Ihre Route führt sie mit ihrer Freundin Alina nach Thailand, Malaysia, Indonesien, die USA und Chile. Auf ihrem Weg möchte sie neue Eindrücke sammeln und Land und Leute kennenlernen. Von ihrer großen Reise berichtet sie bei Scenario.

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