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Maike am klarblauen Speichersee Tinajones. Nach einer abenteuerlichen Fahrt zu acht verbringt sie hier einen entspannten Tag mit netten Leuten aus vier Nationen.

Scenarios Auslandsreihe: Maikes dritter Teil bei Around the world

In den Gewässern Perus

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Fernab des städtischen Trubels erfreut sich Maike an Perus idyllischen Badeparadiesen. Die Wege dorthin sind auf unterschiedliche Weise herausfordernd.

Alles um mich herum ist still. Ich öffne meine Augen, aber wirklich weit kann ich nicht sehen. Ich tauche noch ein paar Meter, bevor ich zur Oberfläche zurückkehre, und plötzlich höre ich wieder die Stimmen der anderen Personen, mit denen ich hier bin. Die Sonne brennt vom Himmel, und ich lege mich auf den Rücken, um mich ein wenig auszuruhen. Schließlich mussten wir früh aufstehen, um hier hinzukommen. 

Der Ort heißt Mayascon, ein Naturschutzgebiet mit mehreren „Wasserlöchern“, zu denen man etwa eine halbe Stunde wandern muss. Der Weg an sich ist damit zwar nicht weit, aber, obwohl wir nicht weit von Chiclayo entfernt sind, ist es hier viel heißer. Außerdem ist es an einigen Stellen ziemlich steil und rutschig, weshalb ich sehr dankbar bin, dass es immer wieder Seile gibt, an denen ich mich festhalten kann. Nur wenige Bäume spenden Schatten, aber auf halbem Weg gibt es einen großen Stein, in dessen Schatten wir eine kurze Trinkpause einlegen. 

Wasserstellen mit strahlend blauem Wasser

Das Besondere an dem Stein: Daneben verkündet ein Schild, dass er Energie schenken soll. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen und legen kurz unsere Hand darauf, und danach fühlen wir uns wirklich erfrischt. Ob es an dem Stein oder am Schatten und unserem Wasser liegt, ist natürlich Ansichtssache. Kurze Zeit später erreichen wir schon die ersten Wasserstellen mit strahlend blauem Wasser, in denen auch bereits Leute schwimmen, doch wir wollen zur letzten und größten. 

Auf dem ersten Teil des Weges konnten wir noch normal laufen, doch mittlerweile müssen wir teilweise ein Stückchen klettern und uns gut festhalten. Das letzte Hindernis ist eine Wand mit zwei Strickleitern, die es zu erklimmen gilt. Dort sind auch ein paar Mitarbeiter, die bei Bedarf sehr hilfsbereit sind. Als wir unser Ziel erreichen, ist mir so warm, dass ich mich darauf freue, ins kalte Wasser zu springen. Ich bin positiv überrascht, wie organisiert es dort ist. Es gibt eine Umkleidekabine, Mülleimer und sogar Schwimmwesten. Erstaunt bin ich auch, dass die Schwimmwesten tatsächlich von vielen benutzt werden. Niemandem war es peinlich, nicht schwimmen zu können, was mich sehr freut, da es bedeutet, dass niemand sein Leben unnütz gefährden muss. 

Granadilla-Früchte zum Mittagessen 

Die Abkühlung tut gut, und der wunderschöne Ausblick macht den Tag perfekt. Es ist auch schön, mal aus der lauten Stadt herauszukommen und sich vom Arbeitsalltag zu entspannen. Zum Mittagessen gibt es Früchte, die wir unterwegs auf einem Markt gekauft haben, und ich probiere meine erste Granadilla. Das ist eine süße, mit der Maracuja verwandte Frucht, die hier sehr beliebt ist. Auf dem Rückweg zum Auto essen wir Chifles, Chips aus Bananen, die zwar sehr fettig, aber auch ziemlich lecker sind. 

Peru ist ein unglaublich vielfältiges Land, und die Leute freuen sich, wenn wir mehr von der Region sehen wollen, denn sie sind stolz auf ihr Land und ihre Natur. Und das zu Recht! Ein anderer Ort, den wir schon besucht haben, heißt Tinajones, ein Speichersee etwa anderthalb Stunden von unserer Stadt entfernt. Der Weg dorthin ist ziemlich abenteuerlich, denn wir sind zu acht in einem Auto, das ursprünglich für weniger Menschen gebaut wurde. 

Dreimal in der Stunde derselbe Song

Aber für irgendwas muss ein Kofferraum ja gut sein! Drei Leute machen es sich deshalb auf großen Kissen bequem, doch obwohl es ihnen da sehr gut zu gehen scheint, bin ich ganz froh, einen richtigen Sitz zu haben. Unterwegs hören wir Musik, und ich schwöre, mich nie wieder über deutsches Radio zu beschweren, als das gleiche Lied zum dritten Mal in einer Stunde läuft und nur wenig später jemand darum bittet, das Lied noch einmal anzumachen. 

Mir gefällt spanische Musik zwar, aber jeden Tag dieselben fünf Lieder zu hören, wird auch mir irgendwann zuviel. Zum Glück fängt hier bald der Sommer an, dann werden vielleicht neue Songs beliebt, die die aktuellen ablösen. Wir verbringen einen entspannten Tag am See, spielen Karten, grillen Hotdogs und schwimmen ein bisschen. Neben Peru und Deutschland sind noch zwei andere Nationen vertreten. Solche Treffen sorgen immer für viel Spaß, denn lustige Missverständnisse sind praktisch nicht zu vermeiden, und gleichzeitig ist es spannend, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und Kulturen festzustellen. Ich freue mich, dass ich die Möglichkeit habe, hier zu sein und hoffe, in den kommenden Monaten noch mehr Teile des Landes erkunden zu können.

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