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Sie kuschelt sich an ihn, er neigt den Kopf zu ihr. Romantische Szene auf der Parkbank. Doch ob diese Zwei wirklich ein Paar sind, wissen nur sie beide.

Nur Freunde - nicht mehr

Sind wir alle beziehungsunfähig?

Folgendes Zitat machte in den sozialen Medien seine Runden und tauchte so oft auf meinen Startseiten auf, dass es mich wirklich zum Grübeln brachte: „Lass uns Freunde sein, einfach nur Freunde. Ich bin noch nicht bereit für eine Beziehung. Aber ich möchte, dass wir Dinge tun, die man in einer Freundschaft eigentlich nicht macht. Wir sind zusammen, ich gehöre aber nicht zu dir. Aber du kannst auch mit niemandem außer mir sein. Ich möchte, dass du mir gegenüber loyal bist, ich mache aber, was ich will und wenn du sauer und traurig bist, sind wir übrigens nicht zusammen. Wenn du Gefühle bekommst, werde ich mich von dir entfernen... denn du wusstest, auf was du dich einlässt... ich habe dir gesagt, dass ich nicht bereit für eine Beziehung bin.“

Ich las das Zitat immer und immer wieder in den sozialen Netzwerken und mit jedem Mal mehr fragte ich mich zunehmend, wie es zu der „Generation Beziehungsunfähig“ kommen konnte. Meiner Meinung nach ist „Enttäuschung“ ein großes Signalwort. Enttäuschung veranlasst Menschen, alles zu hinterfragen, was vorher klar erschien, beziehungsweise alles dafür zu tun, um diesem Gefühl zu entgehen.

Wird man einmal enttäuscht, hinterfragt man nicht nur sich selbst, sondern baut eine Schutzmauer um sich herum auf, um andere Menschen als potenzielle Verletzungsquellen von sich fernzuhalten. Und leider kann dieser Schmerz auch zu einer irrationalen Angst werden, die sich plötzlich auf alle zukünftigen möglichen Partner auswirkt, die auch nur im Ansatz Ähnlichkeiten zu „der Name, der nicht mehr genannt wird“ haben.

Doch dass man bei dieser Aktion wegen eines Menschen ein Schubladendenken entwickelt, bei dem man alle Personen mit gleicher Optik oder Eigenschaften direkt über einen Kamm schert, vergisst man schnell. Und wenn nun zwei Personen mit gleicher Geschichte aufeinandertreffen und sich füreinander interessieren, passiert was? Genau: Lass uns bitte nur Freunde bleiben! Lass uns bitte den jeweils anderen nicht enttäuschen, obwohl ich nichts lieber wäre... als mehr als ein „guter Freund“!

Da manche Menschen aus der „Generation Beziehungsunfähig“ keine Verantwortung übernehmen wollen, werden Kommunikation und Ehrlichkeit nicht mehr großgeschrieben. Fehlverhalten, Lügen oder nicht ehrlich gemeinte Aktionen werden nicht mehr entschuldigt oder thematisiert, weswegen man alles hinnimmt und es nicht auf gesunde Art und Weise bei einem Gespräch unter vier Augen erklären oder für sich verarbeiten kann.

Für mich gehören zu einer gesunden Beziehung zwei Partner, die auf Augenhöhe miteinander umgehen, sich ehrlich und aufrichtig gegenüber dem anderen verhalten und in erster Linie ein starkes Team sind: Freunde mit gemeinsamen Interessen, die sich unterstützen, um den anderen kümmern und das Glück gefunden haben, sich perfekt zu ergänzen.

Allerdings können schlechte Erfahrungen einen Menschen nicht nur enttäuschen, sondern auch positiv über sich hinauswachsen lassen und die Augen öffnen. Denn es spielt keine Rolle, was einem widerfährt: Nichts gibt einem das Recht, das Gleiche einem anderen Menschen anzutun!

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