Ein Mädchen und drei Jungs stehen mit dem Rücken zur Kamera auf einem Feld. Alle vier halten sich in den Armen.
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Zusammenhalt ist unter Freunden momentan wichtiger denn je.

Freundschaft

Freundschaft in Corona-Zeiten

  • Janine Jähnichen
    vonJanine Jähnichen
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Ausgelassene Treffen mit unseren Freundeskreisen gibt es aktuell nicht. Wie wirkt sich das auf uns aus? Janine hat mit einem Psychologen darüber gesprochen.

Alle Menschen brauchen Freunde. Sie sind neben Familienmitgliedern die wichtigsten Menschen in unserem Leben. Sie sind für uns da, geben uns das Gefühl wichtig zu sein und sie sorgen dafür, dass wir nicht alleine sind auf dieser großen Welt. Mit unseren Freunden teilen wir unsere Interessen, wir erleben neue Lebensabschnitte mit ihnen und geben einander Halt in schwierigen Zeiten. Freunde bilden das soziale Dorf, auf das wir Menschen angewiesen sind und das uns dabei hilft, selbstbewusster und glücklicher durchs Leben zu schreiten.

Einsamkeit als Folge des Kontaktverbots

Im letzten Jahr hatten wir aufgrund der Kontaktbeschränkungen und der zunehmenden Ansteckungsgefahr nur sehr wenig von unseren Freunden. Gemeinsame Pläne wie Urlaube oder Konzerte mussten gecancelt werden, gemeinsame Partynächte waren verboten und selbst Umarmungen waren nicht drin. Das ist auch aktuell noch so und keiner weiß, wie lange. Damit umzugehen ist ziemlich schwer. Aber was genau macht das mit uns, unsere Freunde über einen längeren Zeitraum nicht mehr sehen zu können? Hat das Auswirkungen?

Dr. Wolfgang Krüger, Psychotherapeut und Autor des Werkes „Freundschaft beginnen, verbessern, gestalten“ beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Freundschaft und weiß Antwort: „Wir vereinsamen und spüren, dass wir unsicherer werden, wenn es stärkere Belastungssituationen, wie eine Erkrankung, eine Prüfung oder einen wichtigen Vortrag gibt.“ Gerade in solchen Belastungssituationen hilft es nämlich, sich mit seinen Freunden zu treffen und den Kopf und die Gedanken einfach mal für ein paar Stunden abzuschalten.

Herzensfreundschaften trotzen allem

Dr. Krüger macht aber auch Mut, denn er sagt, dass so genannte „Herzensfreundschaften“ solche schwierigen Zeiten problemlos überstehen. „Alltagsfreundschaften“ hätten es hingegen schwerer. Worin der Unterschied liegt? „Bei der Unterscheidung kommt es immer darauf an, wie viel wir Freunden erzählen und ob sie verlässlich sind. Die Herzensfreunde kann man notfalls mitten in der Nacht anrufen und man erzählt ihnen so gut wie alles, auch Ängste und peinliche Situationen. Den Alltagsfreundschaften vertraut man nur teilweise“, erklärt Herr Dr. Krüger. (Diese Theorie unterstützt auch Leonie, wie Ihr im Artikel nebenan lesen könnt.)

Herzensfreunde sind also unsere besten Freunde und diese Freundschaften werden erfahrungsgemäß sogar noch enger durch Krisenzeiten. Ein Grund dafür, ist die Tatsache, dass wir uns in problematischen Zeiten noch stärker zu unseren Freunden hingezogen fühlen und wir uns noch öfter miteinander austauschen. Alltagsfreunde, die man hingegen nur bei seinem Hobby oder in einem bestimmten Uni-Kurs sieht, werden in solchen Zeiten eher vernachlässigt. Dabei haben wir glücklicherweise viele Möglichkeiten trotz der Kontaktbeschränkungen in Kontakt zu bleiben: Wir sind über WhatsApp, Instagram und Co. miteinander vernetzt, wir können uns zu Videocalls verabreden und virtuelle Spieleabende miteinander veranstalten. Das geht auch mit Alltagsfreunden!

Alle Möglichkeiten nutzen

Ganz müssen wir den Kontakt zu unseren Freunden deshalb zum Glück nicht aufgeben. Wenn wir diese Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, regelmäßig gemeinsam nutzen, werden unsere Freundschaften schon nicht so schnell unter den Beschränkungen leiden. Und auch uns selbst tun wir damit Gutes, denn wenn wir unsere Freunde schon nicht in den Arm nehmen oder mit ihnen gemeinsam auf der Couch liegen, Chips essen und Filme gucken können, sind wir ein Stück weniger alleine, wenn wir sie zumindest telefonisch sprechen oder im Videochat sehen.

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