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Der Schulabschluss liegt bei Miriam bereits fünf Jahre zurück. Zeit zurückzudenken.

Rückblick zur Schulzeit

Ein halbes Jahrzehnt Abitur-Besitzerin

  • vonMiriam Schulemann
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Miriam feiert ein Jubiläum: 5 Jahre hat sie ihr Abi nun schon. Sie erinnert sich zurück und merkt, dass sie sich an nicht viel erinnert.

  • Miriam hat vor genau fünf Jahren Abitur gemacht und fragt sich, an was sie sich aus dieser Zeit noch erinnert
  • Ein bisschen was ist haften geblieben, aber sie hätte den Fokus in manchen Fächern gern auf andere Dinge gelegt

Ich feiere Jubiläum. Ziemlich genau fünf Jahre ist es her, dass ich mein Abiturzeugnis nach monatelangem Prüfungsstress in einer höchstfeierlichen Zeremonie überreicht bekam. Das ganze aufgeblasene Drumherum mit Mottowochen (ja, in meiner Schullaufbahn gab es zwei), Abi-Komitees, Abi-Streich, School-Battle, Abi-T-Shirts, Abi-Ball etc. hat bei mir, trotz des darum veranstalteten Dramas, kaum bleibende Eindrücke hinterlassen.

Da waren andere Erlebnisse schon wesentlich prägender: Die freiwillige, aber schreckliche Nachprüfung in Englisch bei meiner angsteinflößenden Englischlehrerin, die herzerwärmende Notenverhandlung mit meiner von meinen dauermiserablen Leistungen gebeutelten Mathelehrerin (Zitat meiner Lehrerin: „Ich bringe es einfach nicht über mich, Ihnen Ihr Abitur zu versauen“) und die völlig vergeigte mündliche Prüfung in Biologie, die ich trotz guter Vorbenotung nur gerade so bestand. 

Insgesamt habe ich aber ein gutes Abitur hingelegt, mit dem ich das Studium beginnen konnte, das ich wollte. Allerdings fürchte ich auch, dass ich mit meinem jetzigen Wissensstand die Prüfungen wohl nicht noch einmal bestehen würde. Folgendes aus meiner 13-jährigen Schullaufbahn könnte ich auf Anhieb noch erklären: „He, she, it, das S muss mit“, Dichteanomalie des Wassers, Zentralperspektive, Guttation bei Pflanzen, Französische Revolution, Possessivpronomen.

Nach längerem Nachdenken könnte ich auch noch die grobe Handlung von Goethes „Iphigenie auf Tauris“, Schillers „Kabale und Liebe“, Shakespears „Macbeth“ und Kafkas „Der Prozess“ nacherzählen. Alles andere ist aus meinem Gedächtnis gelöscht, oder zumindest so in den tiefsten Untiefen meines Unterbewusstseins verscharrt, dass ich ohne entsprechende Impulse nicht darauf zugreifen könnte. 

Italienisch-Kenntnisse waren einmal 

Proteinbiosynthese, das Periodensystem oder auch die Benennung von sprachlichen Mitteln in Texten (letztere lernte ich, im Deutsch-LK wirklich herunterzubeten) – alles futsch. Während meiner Zeit in der gymnasialen Oberstufe lernte ich außerdem Italienisch als zweite Fremdsprache. 

Damals konnte ich in dieser Sprache Textanalysen schreiben, die zwar in keiner Weise an die Komplexität derer aus meinem Deutsch-Leistungskurs herankamen, aber dennoch eindeutig Textanalysen waren. Davon übrig sind heute nur noch einzelne Vokabeln und Phrasen, mit denen sich weder ein zusammenhängender Text schreiben noch ein Gespräch führen lässt. Aber immerhin konnte ich in meinem letzten Italienurlaub der Rezeptionistin im Hotel in perfektem, nahezu akzentfreiem Italienisch mitteilen, dass ich nicht gut Italienisch spreche. 

Ich habe definitiv nicht alles gebraucht, was man mir in der Schule beigebracht hat, damit komme ich klar. Es ist okay für mich, dass ich mit meinem Wissen, dass es sich bei Xerophyten um Trockenpflanzen handelt, weder bei meinen Kunst-, noch bei meinen SoWi-Dozenten punkten kann. Rückblickend hätte ich als sogenanntes Nicht-Akademikerkind aber gerne noch zusätzlich ein paar andere Sachen in der Schule gelernt, die mir sehr viel weiter geholfen hätten. 

Statt wochenlang fiktive Bewerbungsanschreiben zu schreiben (auf Deutsch UND Englisch) und Vorstellungsgespräche für alle erdenklichen Ausbildungsberufe zu simulieren, die ich eh nie ergreifen wollte, hätte ich viel lieber etwas darüber erfahren, wie man sich an einer Universität bewirbt und wie das Studieren funktioniert, was mir gerade in der Bewerbungsphase und in den ersten Semestern extrem hätte helfen können. Aber na ja, die Schule ist kein Wunschkonzert.

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