Zwei Mädchen blicken auf ihre Smartphones auf denen WhatsApp-Chats zu lesen sind.
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Einfach mal die Handys wegpacken und persönlich mit seinen Liebsten reden, kann gleich viel schöner sein!

Direkte Kommunikation

Handy weg und wieder richtig unterhalten!

  • vonKristina Wendt
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Eine WhatsApp-Nachricht hier, eine Instagram-DM da – persönliche Gespräche bleiben immer mehr auf der Strecke. Kristina findet, dass das nicht so sein sollte und nennt Gründe, warum.

Es ist kein Geheimnis, dass wir immer mehr dazu neigen, über unser Smartphone zu kommunizieren. Wir müssen nicht mehr darauf warten, bis wir unsere Freunde sehen können, wenn wir ihnen etwas mitteilen wollen, sondern können ihnen einfach eine Nachricht schreiben. Wenn wir viel zu erzählen haben, nehmen wir eine Sprachnotiz auf, die sich der andere anhören kann, wenn er Zeit dazu hat. Die Face-to-Face-Kommunikation nimmt ab und wird durch das Tippen auf dem Handy ersetzt.

Informieren statt kommunizieren

Echte Kommunikation findet immer seltener statt, weil wir so sehr beschäftigt sind, andere Menschen zu informieren, was wir gerade tun, denken und erleben, dass der Mensch, der direkt neben uns ist, an Wichtigkeit und Aufmerksamkeit verliert. Jeder von uns kennt dieses „Warte!“, wenn wir noch eine Nachricht zu Ende schreiben müssen, bevor der andere anfangen kann, zu erzählen.

Das gibt dem anderen ein Gefühl der Abweisung und trägt nichts Positives zur Beziehung bei. Deshalb reduziere ich meine Handy-Nutzung, wenn ich mich mit jemandem verabrede und richte meine Aufmerksamkeit auf denjenigen. Nachrichten auf WhatsApp können warten und später beantwortet werden.

Lieber unterhalten statt zu chatten

Genauso erzähle ich meinen Bekannten und Freunden lieber persönlich, was in meinem Leben so passiert und was für Neuigkeiten es gibt, als es ihnen zu schreiben. Besonders seitdem ich von zuhause ausgezogen bin, merke ich, dass ich es nur schaffe, auf wichtige Nachrichten, die beispielsweise die Uni betreffen, zu antworten. Für die restlichen Nachrichten benötige ich auch mal eine Woche, um zu antworten. Das liegt nicht an den Menschen, sondern daran, dass ich mich nicht ständig über das Handy austauschen möchte. Allerdings merke ich, wie schwierig es ist, den ständigen Kontakt aufrechtzuerhalten, wenn man sich nicht viel schreibt. Dabei war es früher ohne Smartphone auch möglich.

Mimik, Gestik und Tonfall helfen

Ich möchte auch Euch dazu auffordern, Euch wieder mehr zu unterhalten. Es gibt doch so viele Gründe, die für die Face-to-Face-Kommunikation sprechen:

Weniger Missverständnisse: Wir kennen es alle: Eine Textnachricht wird völlig missverstanden. Das liegt daran, dass wir freien Interpretationsraum haben und Nachrichten vom Empfänger häufig völlig anders verstanden werden, als der Verfasser sie meint. In einem Gespräch entstehen solche Missverständnisse seltener. Wenn dann doch etwas falsch verstanden wird, können wir schnell reagieren und Missverständnisse aufklären.

Wartezeit fällt weg

Direkte Antwort: Seien wir mal ganz ehrlich: Es nervt, auf eine (wichtige) Antwort zu warten. Im schlimmsten Fall kann man an nichts anderes denken und sich auf nichts anderes konzentrieren, bis man eine Antwort auf WhatsApp bekommt. Im direkten Gespräch gibt’s die Antwort sofort.

Mehrere Ebenen: Einen Text oder eine Voicemail zu bekommen, ist zwar ganz nett, aber dabei fehlen Mimik und Gestik. Vieles ist davon abhängig, wie es gesagt wird oder wie wir uns dabei verhalten. Meiner Meinung nach sind Smileys kein Ersatz für einen echten Gesichtsausdruck. Mimik, Gestik und der Ton machen die zwischenmenschliche Kommunikation aus.

Sich selbst überwinden und selbsticher werden

Mehr Selbstsicherheit: Ich erwische mich auch ab und zu dabei, dass ich lieber andere Leute telefonieren lasse oder das Essen lieber per App bestelle, statt anzurufen und mit den Leuten direkt zu sprechen. Doch so sollte es nicht sein! Man telefoniert weniger und schreibt mehr Mails, um direkten Kontakt zu vermeiden. Dabei ist es wichtig, dass wir uns nicht vor dem direkten Kontakt scheuen.

Zuhören lernen: Nachrichten kannst Du lesen, wann und so oft Du willst. Wenn Du gerade keine Zeit hast, um zu antworten, verschiebst Du es nach hinten. Du kannst Nachrichten überfliegen, überspringen oder erst gar nicht öffnen. Ein echtes Gespräch kannst Du nicht einfach vorspulen oder überspringen. In der Schule fängt es schon an, dass sich Schüler nicht konzentrieren und nicht zuhören können. Allerdings empfinde ich es als sehr wichtig, genau das zu können. Somit lernen wir durch die Face-to-Face-Kommunikation, Geduld zu bewahren, zuzuhören und auf den anderen einzugehen.

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