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Bei dem Ausblick hat sich die lange Tortur für Linn (r.) und Alina mehr als gelohnt.

Scenarios Auslandsreihe: Linns sechster Teil bei Around the World

Kurzer Erdbeben-Alarm auf Bali

  • vonLinn Stepputtis
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Der zweite Teil der Bali-Reise steht an. Linn und Alina suchen Wasserfälle, erforschen unfreiwillig den Dschungel und werden plötzlich vom wackeligen Boden überrascht.

Es geht weiter! Unser nächster Stopp auf Bali ist Canggu. Unser Airbnb liegt mitten in den Reisfeldern, aber trotzdem haben wir direkt den Strand vor den Füßen. Damit es direkt losgehen kann, mieten wir uns wieder einen Roller und praktischerweise können wir uns einen bei der Vermieterin des Airbnb ausleihen. Nur eine kurze Unterschrift und wir haben ihn. 

Wir haben mega Hunger, also machen wir uns auf den Weg ins „Zentrum“ von Canggu und suchen nach einem Lokal. Und davon gibt es hier genügend. Letztendlich wird es mal wieder unser Lieblingsgericht, eine indonesische Reispfanne, Mie Goreng. Danach laufen wir noch bestimmt zwei Stunden am Strand entlang und dann geht es auch schon wieder nach Hause. Gemütlich im neuen Bett schauen wir noch ein bisschen Netflix und gehen dann schlafen. 

Am nächsten Tag steht die Fahrt zu einem Wasserfall auf dem Plan. Also schwingen wir uns auf den Roller und düsen los. Wir fahren allerdings erst mal zwanzig Minuten durch die Reisfelder bis wir zur nächsten Straße kommen. Zuhause in Recklinghausen hätte ich schon wieder die Krise bekommen – viel zu weit weg von allem, man braucht ja ewig um irgendwo hinzukommen, hier ist ja nichts außer Feld! Aber genau das ist es, was mich hier durchatmen lässt und was mich glücklich macht. Einfach irgendwo, mitten in der Natur, direkt am Strand die Seele baumeln zu lassen und in einer ganz eigenen Welt zu sein. 

An der Hauptstraße angekommen, machen wir das Navi an und schlagen den Weg zum Wasserfall ein. Nach ungefähr dreißig Minuten sind wir wieder im tiefsten Dschungel versunken und folgen der einzigen Straße, die es hier gibt. Wir finden sogar ein Schild, auf dem der Wasserfall drauf ist, jedoch können wir den indonesischen Text darunter nicht entziffern. Na ja, aber da es nun mal nur diese eine Straße gibt, wird es schon richtig sein, denken wir uns. 

Fünfunddreißig Minuten später kommen wir an genau derselben Stelle heraus, wo wir vorhin das Schild entdeckt haben. „Hä, hier waren wir doch vorhin schon“, sagt Alina zu mir. Wir rufen uns die Karte auf dem Handy auf und suchen nach dem Wasserfall. Auf der Karte entdecken wir einen kleinen Weg, der anscheinend von der Straße abzweigt. Wir düsen wieder los, mit der Hoffnung den kleinen versteckten Weg zu finden. Und Tatsache, nach fünf Minuten ändern wir unsere Route und nehmen die kleine Abzweigung, in der Hoffnung hier den Wasserfall zu finden. Wir fahren und fahren, doch von dem Wasserfall fehlt jede Spur. Letztendlich kommen wir an einer Straße mitten in einem kleinen Dorf heraus. 

Wir erkunden ein bisschen die Gegend und suchen uns etwas zu essen. Den Wasserfall haben wir irgendwann komplett vergessen. Egal! Wir finden ein kleines Lokal direkt am Strand und genießen den Sonnenuntergang mit einem Mango-Smoothie und den Füßen im Sand. Und dann geht es nur noch nach Hause – schlafen, denn morgen steht schon der nächste Ortswechsel an. 

Als Nächstes verschlägt es uns nach Seminyak. Es ist ein super schöner, kleiner Ort. Überall findet man stylische Cafés und Lokale. Der Strand hier ist kilometerlang. Seminyak hat sogar auch ein kleines Zentrum mit kleinen Läden, perfekt zum Mitbringsel-Shoppen. Wir haben uns einen Markt herausgesucht, wo ich wirklich alles kaufen könnte. Hier gibt es so tolle Kleider und Röcke, tonnenweise bunte Armbändchen, Gold- und Silberschmuck, indonesische Figuren und Statuen, kurz gesagt: Alles, was das asiatische Shoppingherz begehrt. 

Die schönsten Sonnenuntergänge 

Abends machen wir noch einen Abstecher zum Strand. Man muss nämlich sagen, dass es auf Bali die schönsten Sonnenuntergänge überhaupt gibt! Jeden Abend leuchtet der Himmel in den knalligsten Farben – Lila, Rot, Orange und wenn man ein Foto macht, sieht es so aus, als hätte man es mit einem viel zu krassen Filter bearbeitet. Wirklich ein Traum! 

Nach ungefähr einer Woche Aufenthalt geht es weiter zu unserem nächsten Stopp – Kuta. Kuta ist mit der bekannteste Ort auf Bali und daher leider auch total überlaufen vom Tourismus. Mir gefallen die Orte besser, die nicht so überlaufen sind, in denen man die Kultur und das Land zu spüren bekommt und es auch ein wenig ruhiger zugeht. Nichtsdestotrotz war auch Kuta ein mega Erlebnis. 

Ein besonders Highlight: Eines Abends sitzen wir am Strand und schauen uns den Sonnenuntergang an. Der Strand ist voller Menschen, die ebenfalls ihren Tag in der Abendsonne und im Meer ausklingen lassen. Plötzlich bekomme ich ein ganz komisches Gefühl. Ich kann es gar nicht einordnen. Es fühlt sich so an, als ob sich der Boden unter meinen Füßen bewegt, von links nach rechts wie auf einem Wackelbrett, oder ist mir einfach nur schwindelig geworden wegen der Hitze? Panisch gucke ich zu Alina. Im selben Moment schaut Alina zu mir rüber mit demselben panischen Blick. Ich frage: „Merkst du das auch ?!“ „Jaha“, antwortet Alina mit einem bedenklichen Blick. Und auf einmal kommt uns der Gedanke – dass muss ein Erdbeben gewesen sein. Und so war es auch! Das Wackeln war nach ein paar Sekunden wieder verschwunden. Da aber bis auf ein paar Wenige, die den Strand verließen, niemand einen besorgten Eindruck machte, war unser Unwohlsein auch schnell wieder verschwunden. Wir entschieden uns allerdings trotzdem dazu, erst einmal den Strand zu verlassen. 

Angekommen im nächsten Café googeln wir, ob es aktuellen Meldungen zur Insel gibt. Und tatsächlich – vor rund einer Stunde gab es eine Meldung über ein Erdbeben der Stärke 4,9 rund um die Region Kuta. 

Die letzten Tage auf Bali brechen an 

Unsere letzte Woche hier auf Bali beginnt und ein besonderes Highlight steht noch an: Wir machen eine Vulkantour. Auf Bali gibt es noch einen aktiven Vulkan – den Mont Batur. Der Trip zum Vulkan geht um zwei Uhr nachts los. Wir werden abgeholt und müssen rund zwei Stunden fahren, bis wir die Vulkanlandschaft erreichen. Gegen vier Uhr kommen wir endlich am Fuß des Vulkans an. 

So und jetzt heißt es, Taschenlampe an und los geht die Wanderung! Über zwei Stunden lang wandern wir mit unserem Tourguide einen wirklich sehr anstrengenden und steilen Weg hinauf bis wir endlich auf dem Vulkan angekommen sind. Warum wir mitten in der Nacht losgefahren und im Dunkeln auf den Vulkan getrottet sind? Damit wir uns den Sonnenaufgang von der Spitze des Vulkans anschauen können. Und dieser Ausblick, dieser Moment war einfach atemberaubend. Total geschafft sitzen wir oben auf dem Vulkan mit einer Flasche Wasser, komplett durchgeschwitzt – aber einfach wunschlos glücklich! Nach sieben Wochen Bali und einer Menge neuer Eindrücke geht es für uns wieder weiter, allerdings auf einen neuen Kontinent.

Linn Stepputtis (18, Recklinghausen) verbringt sieben Monate in Asien, Nord- und Südamerika. Ihre Route führt sie mit ihrer Freundin Alina nach Thailand, Malaysia, Indonesien, die USA und Chile. Auf ihrem Weg möchte sie neue Eindrücke sammeln und Land und Leute kennenlernen. Von ihrer großen Reise berichtet sie bei Scenario.

Hier findet Ihr die letzten Around the World Berichte: Kristina berichtet aus Australien, Lena schreibt von ihrer Zeit in den USA und Jana erzählt von ihrem Volunteering in Litauen.

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