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Praktikant Tim mit seiner Oma Erika.

Tim interviewt Erika

Die Jugend meiner Oma

Glücklich ist, wer Oma und Opa hat. Wo Mama und Papa schon längst mit uns geschimpft hätten, drücken sie ein Auge zu. Sie hören uns zu, nehmen uns in den Arm und bei ihnen gibt’s oft Kaffee und Kuchen. Jederzeit können wir mit unseren Sorgen zu ihnen kommen: Sie wissen Rat, denn sie sind lebenserfahren. Jetzt sollen sie zu Wort kommen – hier bei Scenario. Unsere Jugendredakteure und Leser wollen wissen, wie „die Jugend ihrer Großeltern“ aussah. Heute befragt Praktikant Tim Gabbert seine 78-jährige Oma Erika.

Tim:

Was war Dein Lieblingsplatz und wie hat er sich im Laufe der Jahre verändert?

Erika:

Meine Terrasse ist und war mein Lieblingsplatz. Als ich mit meinem Mann und meinen Kindern nach Haltern am See gekommen bin, haben wir sie kurz nach dem Umzug gebaut. Viel verändert hat sich nicht, bis auf meine Enkelkinder, die im Sommer darauf gespielt haben. Heute grillen wir oft draußen auf der Terrasse oder sitzen gemütlich zusammen.

Tim:

Wie hast Du Dir das Erwachsenwerden vorgestellt?

Erika:

Als ich ein kleines Kind war, konnte ich es kaum erwarten endlich erwachsen zu sein. Ich wollte selbstständig sein und das machen, worauf ich Lust habe, unabhängig davon, was meine Eltern sagen. Außerdem wollte ich arbeiten gehen, mein eigenes Geld verdienen.

Tim:

Was war der schönste und was war der schlimmste Moment in Deinem Leben?

Erika:

Der schönste Moment in meinem Leben war der Urlaub in Südafrika mit meiner Tochter, ihrem Mann und meinen Enkelkindern. Besonders ist mir dabei das Picknick zu einem Hochzeitstag auf einem großen Weingut in Erinnerung geblieben. Auf der anderen Seite war der schlimmste Moment in meinem Leben ein Bombenanschlag auf unser altes Haus in Gelsenkirchen-Scholven. Ich war gerade drei und habe mit angesehen, wie meine Mutter verletzt in den Trümmern lag.

Tim:

Wer war Deine erste Liebe und wie ist es gelaufen?

Erika:

Nach dem Umzug nach Gelsenkirchen-Buer habe ich mich mit sechs oder sieben Jahren in den Nachbarsjungen beim Kommunionsunterricht verliebt und ihn dann schließlich mit 21 Jahren und dem Einverständnis meiner Eltern geheiratet.

Tim:

Was wundert Dich an meiner Generation und hast Du Fragen an uns?

Erika:

Ich bewundere die heutige Generation um ihre Selbstständigkeit. Früher war es unvorstellbar, was die Jugendlichen schon früh machen können und auch, was man ihnen zutraut. Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Kinder jetzt viel mehr Chancen haben und auch das machen können, was ihnen am ehesten liegt und müssen nicht den Beruf erlernen, den die Eltern wollen.

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