+
Nichts für Menschen mit Höhenangst! Darunter leidet Isabell aus Recklinghausen zum Glück nicht, sodass sie die Aussicht vom „Q1 Tower“ an der Gold Coast genießen kann...

Isabell in Australien

Von Aussichten und Einsichten

Teil 4 - Meine Zeit verfliegt so schnell. Ich kann es gar nicht fassen. Es ist schon so viel passiert und es passiert immer mehr.

Auphelie, meine Gastschwester, von der ich hier berichtet hatte, ist zu einer anderen Gastfamilie gewechselt und im Austausch dafür habe ich Julie als Gastschwester bekommen. Sie ist 17 Jahre alt und kommt aus Norwegen. Es ist echt cool, mit ihr zusammenzuwohnen, da wir vor ihrem Einzug schon Freunde waren.

Und auch sonst habe ich hier Freunde gefunden, Celia und Jordan zum Beispiel. Die beiden schlugen vor, zur Touristenregion mit den tollen Stränden, Gold Coast, zu fahren. Auch wenn es nur ein Tagestrip ist, brauche ich dafür eine „Travel Form“, das heißt, dass meine Eltern, meine Gastfamilie und meine Direktorin dies absegnen müssen. Wenn man in Queensland lebt, verlangt das Education Queensland International für alles eine „Travel Form“, selbst für Übernachtungen bei Freunden. Das ist meiner Meinung nach einer der wenigen Minuspunkte, wenn man ein International ist. Aber dank der Bestätigung sitzen wir drei dann im Auto. Drei Stunden dauert die Fahrt zur Gold Coast.

Als Erstes besichtigen wir dort den „Q1 Tower“, einen 323 m hohen Wolkenkratzer. Er verschafft uns eine Wahnsinnssicht auf die Stadt und den Traumstrand. Bei Kakao und Tee genießen wir die Aussicht. Als Nächstes steht der berühmte Strand „Surfers Paradise“ auf unserem Plan – einfach nur atemberaubend! Als wir uns vom Anblick trennen können, schauen wir uns noch ein bisschen in der Stadt um und fahren nach dem Essen wieder zurück.

Wenige Tage später steht wieder ein Highlight an. Mit den anderen Internationals geht’s nach Fraser Island. Das ist mit einer Länge von über 120 km die größte Sandinsel der Welt. Ein Lehrer und meine Koordinatorin erwarten uns früh am Morgen an der Schule.

Als wir alle vollzählig sind, fahren zwei Strandautos vor. Wir sind alle aufgeregt, da es unser erster gemeinsamer Ausflug ist – und steigen ein. Vier Stunden wird die Fahrt mit Auto und Fähre insgesamt dauern. Am Lake McKenzie, einem flachen Grundwassersee auf Fraser Island, legen wir einen Stopp ein, um in einem kleinen Park Mittag zu essen. Dort dürfen wir unser Essen aber nur in einem bestimmten Bereich herausholen, da es dort Dingos gibt, die uns attackieren könnten. Ist das nicht unheimlich? Dingo sehen so aus wie Hunde, sind aber sehr gefährlich. Es kam aber zum Glück keiner.

Nach dem Essen laufen wir runter zum Lake, das Wasser dort ist so schön durchsichtig! Bei einer Tour mit einem Führer erfahren wir von einer extrem giftigen Spinne, die Menschen töten kann. In Australien gibt es ja sehr viele tödliche Tiere, zum Glück bin ich noch keiner Spinne begegnet. Wir fahren weiter zu unserem Camp, wo wir unsere Zelte aufbauen und zu Abend essen. Wir machen noch ein gemütliches Lagerfeuer und grillen Marshmallows – lecker!

Am zweiten Tag steht sehr viel auf dem Programm. Zuerst fahren wir zu einem Schiffswrack. Und während der Fahrt entdecken wir sie doch: Dingos! Das ist großartig und angsteinflößend zugleich. Am Schiffswrack angekommen, besteigen wir einen kleinen Hügel namens Indian Heads – und total cool: Ich sehe dort Wale, Delfine und Schildkröten.

Badestellen mit blubberndem Wasser

Weiter geht’s zu den Champagne Pools, dies sind kleine Badestellen mit blubberndem Wasser, bloß ein wenig abgeschottet vom Meer. Man sollte der Versuchung, ins Meer zu gehen, widerstehen, da es dort sehr viele Haie gibt. Sicherer sind deswegen diese Pools. Danach wird’s lustig. Wir besichtigen Eli Creek, einem Bach, der Trinkwasser in den Pazifik führt. Seine Strömung ist so stark – und macht Laune. Wir setzen uns auf Schwimmringe und lassen uns übers Wasser treiben.

Der Tag ist so vollgepackt mit Abenteuern, dass wir alle ziemlich k.o. und froh sind, als wir wieder das Camp erreichen, essen und uns etwas erholen können. Einige von uns raffen sich sogar noch zu einem Volleyball-Spiel mit dem Lehrer auf. Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist hier übrigens komplett anders als in Deutschland – total freundschaftlich und locker.

Als es dann dunkel wird, laufen wir zum Strand und beobachten die Sterne und hängen unseren Gedanken nach. Ich merke, wie durch solche Fahrten die Gruppe enger zusammenwächst. Wir kuscheln uns in dieser großen Gruppe zusammen und sprechen sentimental darüber, dass wir uns, wenn wir 80 sind, an diese Momente zurückerinnern werden. Und plötzlich sagt Theo: „Ach, nur mal so nebenbei, da ist ein Dingo direkt neben uns.“ Im ersten Moment realisiert keiner von uns, was er sagt, doch dann springen wir alle auf und schreien. Mit unserem Gebrüll vertreiben wir den Dingo. Was für ein Tag!

Isabell Wolinski (16, Recklinghausen) wird die nächsten zehn Monate in Australien verbringen. Statt auf die Schule in Recklinghausen wird sie in der Nähe von Brisbane auf die High School gehen. Isabell kommt in dieser Zeit bei einer Gastfamilie unter. Hier berichtet sie von ihren Abenteuern – sowohl inner- als auch außerhalb der Schule.

An unserem letzten Fraser-Island-Tag fahren wir zum Lake Wabby, einem Süßwassersee, der direkt an der Sanddüne angrenzt. Unser Führer erzählt uns, dass der See mit der Zeit unter der Sanddüne verschwinden wird. Nach einem kurzen Bad im Wasser geht es dann auch leider schon zurück nach Hause. Diese drei tollen Tage werde ich wohl nie vergessen!

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Schwerer Unfall in Datteln: Mann wird aus Fahrzeug geschleudert und verstirbt
Schwerer Unfall in Datteln: Mann wird aus Fahrzeug geschleudert und verstirbt
Auf dem Weihnachtsmarkt in Marl-Polsum sind Staus normal und gemütlich
Auf dem Weihnachtsmarkt in Marl-Polsum sind Staus normal und gemütlich
"Olaf" lässt grüßen: Das ist der Sieger-Schneemann bei der Winterwelt am Rathaus Herten
"Olaf" lässt grüßen: Das ist der Sieger-Schneemann bei der Winterwelt am Rathaus Herten
Online-Voting: Wer sind die Sportler des Jahres 2019 im Kreis Recklinghausen?
Online-Voting: Wer sind die Sportler des Jahres 2019 im Kreis Recklinghausen?
Der "Süder Advent" - beliebt in Herten, einzigartig im Ruhrgebiet
Der "Süder Advent" - beliebt in Herten, einzigartig im Ruhrgebiet

Kommentare