Scenarios Auslandsreihe: Janas fünfter Teil bei Around The World

Schnell noch hashtagen

  • vonJana Konkel
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Am „International Volunteers Day“ findet eine Konferenz von Janas Aufnahmeorganisation statt – und die 18-jährige Hertenerin übernimmt eine spezielle Aufgabe.

Während ich im Bus sitze und aus dem Fenster schaue, geht langsam vor mir die Sonne auf. Heute ist ein ganz besonderer Tag. Am heutigen „International Volunteers Day“ wird zur Feier des Tages eine Konferenz von meiner Aufnahmeorganisation „Social Action“ abgehalten. Dafür erst einmal herzliche Glückwünsche an alle Freiwilligen! Zur Konferenz wurden ebenfalls Organisationen, die auch den „Europäischen Solidaritätskorps“ anbieten, aus den Niederlanden, der Ukraine und Spanien eingeladen. Natürlich kann auch sonst jeder dazu kommen, der sich dafür interessiert. 

Das Thema der Konferenz ist „Corporate Volunteering“. Dabei steht vieles auf dem heutigen Programm. Neben Reden und Diskussionen wird es auch Workshops geben – die Konferenz dauert den ganzen Tag. Die Planung dieses Tages hat schon vor langer Zeit begonnen und vor einigen Tagen fingen wir mit den Vorbereitungen an. Natürlich helfen wir als Freiwillige unseren Koordinatorinnen mit der Planung und Gestaltung des Tages. Jeder von uns konnte sich eine bestimmte Aufgabe für die Konferenz aussuchen. Zur Auswahl standen der Empfang am Anfang des Tages und die Registrierung der Teilnehmer, die Dekoration der Räumlichkeiten, das Entwickeln von Ideen für Umfragen und Interviews sowie der Social-Media-Bereich. Ich habe mich dazu entschieden, die Sozialen Medien von Social Action upzudaten. Dafür habe ich mich auch schon vor einer Woche mit Greta, einer Koordinatorin, getroffen und wir haben zusammen besprochen, was genau sie sich dafür vorstellen und was meine Aufgaben sind. 

Ich bin schon super gespannt, wie ich es meistern werde. Zusammen mit den anderen Freiwilligen haben wir vor zwei Tage kleine „Goodie bags“ fertiggestellt. Jeder Konferenzteilnehmer kriegt nämlich eine selbst genähte Tasche mit Notizblock und Stift. Auch der Hashtag „United for Youth“ ist auf die Außenseite der Beutel gemalt. Nun ist der große Tag endlich gekommen. Schon um sechs Uhr bin ich heute aufgewacht. Gleich ist es acht. Im Bus sitze ich zusammen mit Ekaterina und Nastya. Sie kommen aus Russland und der Ukraine und sind ebenfalls Freiwillige von Social Action. Der Bus hält an der richtigen Haltestelle und ich steige mit Ekaterina und Nastya hinaus in die Kälte. Am Busstop sehe ich Lydia, die andere deutsche Freiwillige. Ich winke ihr zu und zu viert gehen wir nun die letzten Meter bis zum Konferenzgebäude. Glücklicherweise weiß Lydia, wo es langgeht. Sie ist die Einzige von uns, die gestern schon im Konferenzsaal war.

Namensschilder für alle Teilnehmer 

Als wir durch die schwere Tür des Gebäudes gehen, strömt mir direkt warme Luft ins Gesicht. An der Rezeption sitzen schon Yulia und Iryna, ebenfalls beide aus der Ukraine, und verteilen Namensschilder an die bereits angekommenen Teilnehmer. Ich hole mir mein Schildchen ab und begrüße die anderen. Die Vorstellung mit allen Freiwilligen den heutigen Tag zu verbringen, finde ich sehr schön. Einige von ihnen sehe ich leider eher selten. Da die Konferenz erst um neun Uhr startet, haben wir noch etwas freie Zeit. Wir schauen uns erst einmal alle Räume an, um zu wissen, wo was stattfindet. Ich laufe durch den langen Flur des Gebäudes, da sehe ich Kotryna auf mich zukommen. Sie ist meine Koordinatorin: „Hi Jana! Hier, du kannst mein Handy für unsere Profile in den sozialen Medien benutzen. Bitte sei vorsichtig damit“, sagt sie und zwinkert mir zu. Meine große Aufgabe beginnt nun also. Mit ihrem Handy in der Hand fange ich an, den ersten Post zu schreiben. Damit alle den Ort finden, mache ich auch noch ein Foto vom Eingang. Es sind noch fünf Minuten bis neun Uhr und die Halle füllt sich. Die meisten Teilnehmer sind schon da oder kommen gerade an. Justina, die Leiterin von Social Action, wird die Konferenz moderieren und sie gleich auch eröffnen. Die erste Präsentationsphase beginnt und ich höre gespannt der ersten Sprecherin aus der Ukraine zu. In diesem ersten Teil der Konferenz geht es speziell um das Thema, wie man mithilfe von Freiwilligenarbeit Arbeitsmarktprobleme für Jugendliche minimieren kann. 

Damit alle Teilnehmer die Konferenz verstehen, findet sie auf Englisch statt. Dadurch, dass ich nun so ans Englischsprechen gewöhnt bin, fällt es mir zum Glück nicht schwer, den Präsentationen zu folgen. Fast ist die erste Phase des heutigen Tages vorbei. Gleich soll ich den nächsten Post in den Sozialen Medien von meiner Organisationen veröffentlichen. Dafür habe ich während der Rede- und Diskussionsrunde schon fleißig Bilder geschossen und mir einen kleinen Text überlegt. 

Kreative Ideen für passende Hashtags 

Es fehlen nur noch die passenden Hashtags. Greta hat mir extra einige sehr kreative Ideen aufgeschrieben, die ich benutzen kann. Schnell schreibe ich #UnitedForYouth und #CorporateVolunteering unter meinen Beitrag. Jetzt müssen es Greta oder Kotryna nur noch absegnen und der zweite Post ist fertig. Insgesamt soll ich fünf Beiträge auf Facebook und Instagram posten. Auch wenn ich zuvor noch nie einen Social-Media-Account übernommen habe, macht es sehr viel Spaß und ich finde mich schnell hinein. Die zweite Konferenzrunde startet – nun geht es um branchenübergreifende Zusammenarbeit und ihre Erfolge, aber auch damit verbundene Herausforderungen. 

Da in jeder Diskussionsrunde verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Ländern sprechen, ist es sehr interessant, ihre Meinungen und die genannten Beispiele zu vergleichen. Dies zeigt mir wieder einmal, dass gerade interkultureller Austausch super wichtig ist und dass mir durch den „Europäischen Solidaritätskorps“ sehr viele Möglichkeiten dazu geboten werden. Dann ist erst einmal Mittagsessen angesagt und danach fangen schon die Workshops an. Ich bin sehr gespannt, was da wohl noch auf uns zukommt. Und für später sind schon viele Gruppenfotos in Planung. Schließlich brauchen wir auch einige materielle Erinnerungen an diesen Tag. Auch wenn alles super interessant ist, merke ich, wie langsam aber sicher, meine Augen schwerer werden. So viel Input und Informationen auf einmal! Das erinnert mich an meine erste Woche hier in Litauen. Die Workshops beginnen – leider kann ich selber an keinem teilnehmen, da ich über alle drei einen Post schreiben und von ihnen Fotos machen soll. Doch das ist gar nicht mal so schlecht, dann kann ich nämlich in alle drei reinschnuppern und zuhören. Von außen betrachtet, hört es sich sehr interessant an.

 Langsam neigt sich der Tag dem Ende zu. Dann ist die Konferenz vorbei und danach gibt es noch für alle Abendessen. Da ich morgen jedoch wieder zur Schule muss, werde ich nicht lange bleiben. Zum Abschluss machen wir noch das Gruppenfoto mit allen Freiwilligen von Social Action. Ich schaue um mich herum und sehe, dass auch die anderen Freiwilligen ziemlich müde sind. Es war ein langer und sehr schöner Tag mit viel Austausch und Kommunikation. (Jana Konkel)

Jana Konkel (18, Herten) geht für acht Monate nach Litauen. In der Hauptstadt Vilnius wird sie im Rahmen des „Europäischen Solidaritätskorps“ einen Freiwilligendienst an einer Schule für Kinder mit Behinderungen leisten. In ihrer Freizeit möchte Jana viel von Litauen und dem Baltikum entdecken. Bei uns erzählt sie von ihrem Leben in Vilnius.

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