Aus einer Hosentasche schauen mehrere Geldscheine heraus. Darunter 500 Euro-Scheine sowie 100er und 50er.
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Nicht alle bekommen auch noch zu Uni-Zeiten die Taschen von den Eltern vollgesteckt.

Finanzielle Ungleichheit

Kleines Taschengeld vs. elterliche Großzügigkeit

Sobald das Studenten-Leben beginnt, spielt Geld plötzlich eine viel wichtigere Rolle in unserem Leben. Doch jeder hat auf die Frage der eigenen Finanzen eine andere Antwort.

Von Franzi Dellert* (Name v.d. Red. geändert)

Sobald man das elterliche Nest verlässt und zum ersten Mal alleine wohnt, können zwei Dinge passieren: Entweder man genießt die Unabhängigkeit in den neuen vier Wänden, die die Eltern dankenswerter Weise weiter finanzieren. Oder man beginnt jeden Euro zweimal umzudrehen und den heimatlichen Luxus zu vermissen.

Ja, das ist hart über das Knie gebrochen und stellt zwei Ultimaten dar. Aber das ist halt auch die gefühlte Normalität für viele Studierende. Für junge Erwachsene wird spätestens zum Start an der Hochschule nämlich klar: Reiche Eltern können das Leben viel angenehmer machen. Zum Glück gibt es BAföG und zum Glück gibt es Wohnheime. Aber das lindert selten Neidgefühle, die entstehen können, wenn man Kommilitonen in deren bezahltem Vier-Zimmer-Apartment besucht.

Trösten kann man sich nur mit dem Gedanken, dass das Leben halt unfair ist, aber es auch Vorteile gibt: Denn wer früh lernt, gut mit seinem Geld zu haushalten, wird diese Einstellung auch für die Zukunft behalten. So wird man auch früher berufstätig und selbstständiger. Und ist in Wirklichkeit auch viel unabhängiger von den Eltern, als andere Kinder, die Uni, Wohnung und Auto bezahlt bekommen.

Angeber mag meistens niemand

Derartig ausgeprägte „Rich Kids“ tauchen zwar nur in seltenen Fällen auf, aber wenn sie es tun, solltet Ihr sie nicht zu schnell verurteilen. Denn würde man nicht selbst die Hand offenhalten, wenn die Taler bereitwillig von den Eltern hineingeworfen werden? Keine Geldsorgen zu haben ist wunderbar.

Ein No-Go gibt es allerdings: Falls Ihr selbst den Luxus genießen dürft, dass Eure Eltern es Euch ermöglichen, neben dem ganzen Lernstress nicht auch noch arbeiten gehen zu müssen, um Eure Miete bezahlen zu können, dann posaunt das niemals in die Welt hinaus. Hängt es nicht an die große Glocke. Niemand möchte wissen, ob Eure Eltern Euch die Wahl gelassen haben, zwischen einem geschenkten eigenen Auto oder einer finanzierten Wohnung. Wirklich niemand. Denn Angeber mag keiner. Bescheidene, gut betuchte Kommilitonen schon eher.

Eltern nicht die Schuld zuschieben

Wem hier auf gar keinen Fall die Schuld in die Schuhe geschoben werden darf, sind die Eltern. Denn es ist nicht an ihnen, so viel zu schuften, dass sie neben ihrem auch noch das Leben ihres Kindes auf Ewigkeiten finanzieren können. Viele Eltern würden ihre Kinder auch gerne mehr unterstützen, aber manchmal ist die Geldbörse dafür einfach zu eng geschnallt.

Manchmal will man es aber vielleicht auch selbst gar nicht, dass die Eltern jeden Monat ein paar Scheine rüberwachsen lassen. Weil man tatsächlich einfach unabhängig sein möchte. Man akzeptiert, dass es jetzt Zeit ist, erwachsen zu werden. Versucht, sich langsam selbst ein Leben aufzubauen und Geldneid auszublenden. Meist mit dem beruhigenden Wissen im Hinterkopf, dass man sich, falls es mal wirklich eng werden sollte, aber doch auf zu Hause verlassen kann und einem aus der Patsche geholfen wird.

Das Wichtigste ist nämlich, nicht dem Geld den höchsten Wert im Leben beizumessen, sondern den Chancen, die einem ermöglicht werden.

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