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Heute gibt's gleich die doppelte Portion Liebe für Euch: Die Buchstaben "O" und "P" sind an der Reihe.

Das Scenario-Liebes-Alphabet

"O" - wie Optimismus und "P" - wie Paar

  • Annika Mittelbach
    vonAnnika Mittelbach
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Die Liebe ist wunderbar. Sie füllt Tausende von Büchern und inspiriert Musiker zu unendlich vielen Songs. Scenario bereitet für Euch das schönste Thema der Welt in alphabetischer Reihenfolge auf.

"O" - wie Optimismus:

Ein Freund sagte einmal zu mir in sehr poetischer, aber gleichermaßen zynischer Art und Weise, er treffe gleich seinen zukünftigen Ex-Freund. Das war nicht die Situation nach einer langen Beziehung, in der es kriselte und er mir dadurch mitteilte, dass er Schluss machen würde, sondern die Mitteilung, dass er gleich ein Date habe und dort seinen zukünftigen Ex-Freund treffe. Denn egal, wie gut dieses Date verlaufen würde, das Ganze sei von Anfang an zum Scheitern verurteilt. 

Und das tat mir im Herzen weh, denn so zynisch sollte niemand sein. Ich kann verstehen, dass man nach einigen aufeinanderfolgenden frustrierenden Dates anfängt, das ganze Konzept der Liebe infrage zu stellen, und häufig ist es ja tatsächlich so, dass man erst einige Frösche küssen muss, bevor der Prinz dann auftaucht. Aber ein wenig Optimismus sollte zumindest am Anfang dabei sein, oder? Wozu sonst sich den Stress überhaupt antun, wenn man eh nicht dran glaubt, dass es gut werden kann?

Die Kunst ist wohl, die goldenen Mitte zu finden. Mitleidig werden schließlich auch die angeschaut, die nach einer Woche der festen Überzeugung sind, die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben, dies auch lang und breit auf Social Media verkünden – sowie zwei Wochen später dann das herzzerreißende Aus. 

Lieber verblendet als zynisch 

Aber wenn ich wählen müsste zwischen diesem und jenem Extrem, wäre ich lieber verblendet denn zynisch. Denn die Liebe braucht ein wenig Träumerei und Hoffnung und Optimismus, um zu funktionieren. Wir müssen an uns glauben und an die Partnerschaft, sonst sind die ganzen kleinen Schwierigkeiten des Alltags zu übermächtig. Dann wirft man zu schnell das Handtuch. Also, Leute, setzt die rosarote Brille ruhig auf und malt die Welt eher bunt als schwarz!

"P" - wie Paar: 

Wenn es um die Liebe geht, haben viele Leute eine Vorstellung davon, was „richtig“ ist. Was als „normal“ in unserer Gesellschaft gilt. Dabei ist doch das Schöne an der Liebe, dass sie so persönlich und einzigartig ist, dass man gar nicht genau und für alle sagen kann, was der richtige Weg und Umgang mit diesem Gefühl ist. Deswegen finde ich den Paar- Begriff in der heutigen Zeit auch irgendwie schwierig. Grade am Anfang einer Liebe sind sich die Beteiligten ja oft noch gar nicht sicher, was das genau zwischen ihnen ist. Wer von draußen drauf guckt, betitelt die zwei dann als Paar. Und ein Paar hat sich so oder so zu verhalten. 

Irgendwann kommt dann häufig das Gespräch, in dem man sich positioniert und sagt: „Ja, wir sind zusammen. Wir sind ein Paar.“ Aber was bedeutet das dann eigentlich? Muss ein Paar alles zusammen machen? Hat jedes Paar das Ziel, eines Tages zu heiraten und Kinder zu bekommen, eine Familie zu gründen und ein Eigenheim zu erwerben? Oder kann ein Paar auch einfach aus zwei Menschen bestehen, die sich verstehen und lieb haben, aber auch offen für andere Menschen sind?

In Zeiten von Unverbindlichkeiten und einer Generation, die sich niemals festlegen möchte, ist der Begriff „Paar“ wohl fast schon veraltet. Und selbst wenn man sich für eine monogame Beziehung mit einem Menschen entscheidet, passt für viele Menschen das enge Konzept eines „Paares“ wie wir es in unserer Gesellschaft haben, oft einfach nicht mehr. 

Jede Konstellation hat Defintionsfreiheit 

Deswegen mein Tipp: Wenn bei Euch die Frage aufkommt, ob Ihr ein Paar seid, lasst Euch davon nicht aus der Ruhe bringen. Denn im Grunde ist nur wichtig, was Euch wichtig ist. Denn schließlich führt niemand diese Beziehung, außer Euch beiden (oder Euch dreien oder wie viele auch immer, gibt ja schließlich auch Polyamorie). 

Und so lange Ihr Euch wohlfühlt, geht es die anderen Leute klar gesagt, einen feuchten Kehricht an, wie Ihr das Ganze handhabt. Es ist ja schließlich schon schwierig genug, das Zusammenleben mit einem Partner abzustimmen. Wenn man dann auch noch den Segen der ganzen Gesellschaft braucht, kommt man ja gar nicht mehr zur Ruhe. 

Konzentriert Euch auf Euch. Lasst Euch nicht von irgendwelchen normativen Vorgaben begrenzen und freut Euch einfach auf und über die Liebe, die Ihr habt. Als „Paar“, als „beste Freunde mit Vorzügen“, als „Seelenverwandte“ oder als „Lebensschicksalsschatz“.

Hier findet Ihr die letzten drei Teile unseres Scenario-Liebes-Alphabets:

"N" - wie Neugier, "M" - wie Masturbation und "L" - wie Liebe

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