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"Dann geh' ich halt schaukeln - und bin dem Himmel ganz nah." Auch eine Taktik, das Leben nicht zu ernst zu nehmen.

Manchmal helfen Sprüche

Das Leben ist zu wichtig, um es ernst zu nehmen

Ob es mir in die Wiege gelegt wurde oder die Höhen und Tiefen meines Lebens dazu geführt haben, so oder so, neige ich dazu, mir über alles Mögliche Gedanken zu machen. Wo das bei den schönen Dingen dieser Welt noch angenehm, gar anregend sein mag, ist es bei den schlechten und angsteinflößenden das exakte Gegenteil.

Ich bin mir sicher, dass ich damit nicht allein bin, doch wie will man ein teils so negatives Denken „ausschalten“, wo doch all das Übel da draußen, all das, was passieren könnte, immer da sein wird, ganz gleich, wie sehr man versucht, nicht daran zu denken? Ohne sie mir als solche zu präsentieren, war es schließlich mein Vater, der mir die Lösung für mein Problem verriet, indem er sagte: „Das Leben ist zu wichtig, um es ernst zu nehmen.“

Es war, als ginge mir plötzlich ein Licht auf. Dieser Spruch war anders als alles, was ich zuvor von ihm gehört hatte. Es war keine abgedroschen wirkende Floskel, deren einzige Daseinsberechtigung darin bestand, mich zu ermahnen oder mir einen Denkanstoß für das zu geben, was mir sowieso schon klar war. Es war eine Erkenntnis, die mir wahrscheinlich kein Selbsthilfebuch in so schneller und kompakter Form jemals hätte liefern können.

Es ist meiner Meinung nach eine Erkenntnis, dass die Sorge um das, was man hat und oftmals zu verlieren fürchtet, eine reine Ablenkung, ja fast Beschränkung dessen ist, was es Schönes zu erleben gibt! Die schlechten Dinge werden kommen, so auch die guten, wieso also nicht seine Zeit und Kraft nur Letzterem widmen? In dem Moment, in dem man sich entscheidet, verkrampft an Dingen festzuhalten, starrsinnig auf sie hinzuarbeiten, hohe Ansprüche an sie zu stellen, sie eben zu ernst zu nehmen, vergisst man oft das Leben selbst, das währenddessen unbemerkt samt seiner Schönheit an einem vorbeizieht.

Leichtigkeit ins Leben lassen

Das wollte ich um keinen Preis geschehen lassen, dafür war auch mir das Leben zu wichtig, und wenn ich letztendlich ebendiese Worte brauchte, um mich das erkennen und daraufhin endlich eine generelle Leichtigkeit in mein Leben zu lassen. Ich danke meinem Vater dafür, denn noch heute denke ich in belastenden Situationen an jene Worte.

So, wie viele der vermeintlich weisen Sprüche, die man im Laufe der Zeit mit auf seinen Weg bekommt, war auch dieser Satz natürlich nur geklaut, oder, um wohlwollend zu sein, rezitiert. Eigentlich ist es Oscar Wilde, der Urheber dieser Weisheit, dem ich dankbar sein sollte, dass ich durch diese zehn Wörter eine für mich wichtige Lektion gelernt habe.

Aber diese wäre wohl nie so sehr in meine Wahrnehmung getreten, hätte ich sie nicht aus dem Mund meines Vaters gehört – und das, obwohl weder er noch ich bis heute jemals ein Buch dieses Schriftstellers gelesen haben.

Denn egal, was passiert, und so oft sie auch an einem abprallen mögen, die Worte der eigenen Eltern wiegen mehr als alle Bücher dieser Welt.

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