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In Kapstadt angekommen, kann Jugendredakteurin Marie bei so viel Strand und Natur kaum glauben, dass gleich um die nächste Ecke der wahre Großstadttrubel beginnt und Häuser dicht an dicht stehen.

Marie in Südafrika

Auf Entdeckungstour

Teil 3 - Kaum auf südafrikanischem Boden angekommen, schon merke ich, dass die Uhr hier anders tickt. Trotz der Schlange vor der Passkontrolle lassen sich die afrikanischen Mitarbeiter nicht aus der Ruhe bringen. Neues Land, neue Leute, neue Lebenseinstellung – all das gilt es also kennenzulernen. Und was bietet sich dafür Besseres an, als ein wenig Sightseeing bevor es mit der Arbeit losgeht?

Hektik und Eile kennen viele Südafrikaner nicht – das ist das Erste, was mir in Kapstadt auffällt. Egal ob man eine Stunde oder zwei Stunden zu spät kommt, die meisten Menschen lassen sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Und so verlasse ich mit etwas Verspätung den Flughafen und fahre zu meiner ersten Station hier in Kapstadt, dem Office der Organisation.

Dort geht es dann los mit dem eigentlichen Programm, einige kurze Infos über Kapstadt selbst und das Kennenlernen der anderen fünf neuen Freiwilligen. Durch meinen extra Tag in London und der Schlange im Flughafen bin ich etwas spät dran und treffe somit als Letzte ein – an einem kleinen Häuschen am Rande der Stadt.

Direkt nach meiner Ankunft dort geht es dann schon los mit den Infos über die Stadt – oder vielmehr den Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen über mögliche Gefahren. Kurz gefasst: Man sollte eigentlich nichts so machen, wie es in Deutschland üblich ist. Kein Bus oder Zug fahren, das Handy nicht in die Hosentasche stecken oder beim Laufen benutzen oder Geld ganz einfach am Automaten abholen oder in der Handtasche transportieren. Am besten sollte man alle Wertgegenstände zu Hause lassen und nirgends alleine hingehen. Klingt nach einer ziemlich „netten“ Stadt oder?

Ich will Kapstadt – ganz mutig – kennenlernen, also was bietet sich da besser an als die klassischen roten Hop-on-Hop-off Busse, die man in jeder Großstadt in Europa findet? Ein wenig alt Bekanntes in dieser völlig neuen Stadt. Damit geht es für uns Neuankömmlinge dann also direkt los auf Entdeckungstour.

Und eins wird dabei schnell klar: hier gibt es so viel zu entdecken. Während der Busfahrt sehen wir so viele verschiedene Landschaften und Wohnviertel, die nicht unterschiedlicher seien könnten – und doch scheinen sie in dieser Stadt zusammenzupassen. Egal ob kleine Bergdörfer, riesige Hochhäuser, eine Felsenküste oder einfach unberührte Natur – in Kapstadt findet man alles. Das macht die Gefahren allemal wett.

Im Bus entstehen erste Freundschaften

Denn statt über die Warnungen zu grübeln, gibt es hier eigentlich nur einen Gedanken, der mich und die anderen den ganzen Tag begleiten: „Was könnte man als Nächstes machen?“ „Was will ich sehen?“ Und so wurde aus uns sechs Mädchen schnell eine kleine Reisegruppe – und die Liste unserer Ziele ist lang. So schnell kann eine Stadt für Freundschaften sorgen!

Doch vorher heißt es aber erst einmal, das „eigentliche“ neue Zuhause kennenzulernen, sich einzurichten und natürlich auch, in Ruhe ankommen. In meinem Fall bedeutet das: Meinen Koffer in einem kleinen, süßen Zimmer bei meiner Gastmutter ausräumen und mich vorstellen. Zum Glück kommen dabei gestellte Gespräche oder unangenehme Stille gar nicht erst auf. Meine Gastmutter hat viel südafrikanisches Temperament und dank ihrer Offenheit fühle ich mich wohl. Und selbst das Englisch-Sprechen stellt dabei gar keine so große Herausforderung dar, wie ich befürchtete. Scheint wohl so, als hätte ich in der Schule doch das eine oder andere gelernt.

Marie Dechêne (18, Recklinghausen) verbringt die nächsten sechs Monate in Kapstadt. Dort hilft sie im Rahmen des Freiwilligendienstes Rainbow-Garden-Village (RGV) für jeweils zwölf Wochen in Tageskliniken und in einem Special-Care-Center für geistig beeinträchtige Menschen. Bei Scenario erzählt sie von ihren Eindrücken.

Jetzt kann es wirklich losgehen. Die ersten Sightseeing-Ziele sind ja bereits festgelegt, der Koffer ist ausgepackt und jetzt heißt es noch einmal tief durchatmen, bevor es dann ab morgen ins Taxi und zur Arbeitsstelle geht, bevor das Urlaubsfeeling vergeht und der Alltag hier in Kapstadt wirklich beginnt. Ich bin gespannt…

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