Lisa (rechts im Bild) und Freundin Alicia (links im Bild) strahlen zusammen mit dem kostümierten Darsteller von Aladdins Dschinni in die Kamera.
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Hier hat Lisa (r.) mit Freundin Alicia (l.) das Musical „Aladdin“ besucht und gleich mal den Darsteller des Dschinnis getroffen.

Hobby

Musical-Fan erster Klasse

Lisa ist ein Riesenfan von Musiktheater, stößt damit aber nicht immer auf Anklang. Sie verrät, warum es sich lohnt, in ein Musical reinzuhören.

Von Lisa Scholten,

Die Frage nach der eigenen Lieblingsmusik ist zwar eine ganz normale Frage beim Kennenlernen, für mich aber trotzdem jedes Mal eine kleine Herausforderung. Zum einen reicht mein Musikgeschmack je nach Laune eh schon von Little Mix bis zu den Red Hot Chili Peppers. Zum anderen bin ich großer Musical-Fan und das stößt nicht selten auf Verwirrung bei meinem Gegenüber.

So nervig das manchmal auch ist, ich kann es verstehen. Die allermeisten kennen halt nur „Phantom der Oper“ (was ich übrigens auch sehr liebe) und „Cats“, und haben ein völlig veraltetes Bild vom Musiktheater im Kopf. Dabei ist kaum eine Szene so bunt, offen und vielfältig wie das Musical. Auch wenn es die meisten nicht erwarten, kann ich auch dort je nach Laune zum Beispiel zwischen „Six“ – einem Musical über die Exfrauen von Heinrich dem Achten im Girl Group Format – und Green Days „American Idiot“ wählen. Ja, richtig gelesen, Green Day haben ein Musical geschrieben.

Krasse Leistung der Darsteller

Was die Musikrichtungen angeht, ist also wirklich für jeden etwas dabei. Doch Musical ist mehr als einfach nur die Musik. Die Darsteller sind richtige Allroundtalente, die gleichzeitig perfekt singen, tanzen und schauspielern müssen, und das ungefähr achtmal die Woche. Die Geschichten, die sie dabei erzählen, können nicht nur die Zuschauer im Saal berühren, sondern zum Teil auch Einfluss auf die Gesellschaft nehmen. So hat Amanda Gorman in ihrem „Inauguration Poem“ zum Beispiel gleich zwei Anspielungen auf das Hip-Hop-Musical „Hamilton“ gemacht, das sich mit der amerikanischen Gründungsgeschichte auseinandersetzt.

Nachtteil am Hobby: die teuren Ticket-Preise

Falls Ihr Disney+ habt, würde ich Euch sehr empfehlen das Stück mal anzusehen. Ansonsten habt Ihr auch die Chance, es ab Herbst in Hamburg zu schauen. Allerdings sind die Tickets selbst mir, als eingefleischtem Musical-Fan, zu teuer. Ich gebe zu, die Ticket-Preise sind ein eindeutiger Nachteil dieser Leidenschaft …

Die Corona-Pandemie hat die Live-Entertainment-Branche allerdings hart getroffen. Die Theater sind seit März zu und wie auch alle sonstigen Konzerte, wurden die Aufführungen abgesagt oder verschoben. So schnell gibt die Musical-Branche aber nicht auf. Viele Darsteller und Theater organisieren Streams und online Konzerte. Das ist zwar eindeutig nicht das Gleiche wie ein Theaterbesuch, aber ich finde, besser als nichts. Bereits im Frühjahr 2020 startete Andrew Lloyd Webber seinen YouTube Kanal „The Shows Must Go On“, auf dem immer wieder Aufzeichnungen von verschiedenen Stücken ein Wochenende lang gezeigt werden. Das kostet nichts, aber es wird um eine Spende für den Actors Fund, der sich für die Entertainment-Branche einsetzt, gebeten.

Musicals entstehen sogar auf TikTok

Und auch die Fans bleiben nicht untätig. Auf TikTok haben sich musicalbegeisterte Nutzer zusammengefunden und Lieder für den Disneyfilm „Ratatouille“ komponiert. Was als einfacher Spaß begann, wurde schnell professionell und Broadway-Stars klinkten sich ein. Bereits Anfang des Jahres wurde eine Aufnahme des sogenannten „Ratatouille – The TikTok Musical“ gestreamt. Es hagelte positive Kritik und es scheint schon das nächste TikTok-Musical auf dem Weg zu sein. Diesmal über die Netflix-Serie „Bridgerton“.

Ob man die Musik nun mag oder wirklich ins Theater gehen möchte, ist im Endeffekt natürlich immer noch eine Frage des eigenen Geschmacks. Aber man kann Musicals nicht einfach in eine Schublade stecken, denn sie sind keineswegs nur für langweilige Snobs gedacht, sondern können etwas für jeden sein, der kreativ ist, die Bühne liebt oder sich einfach mal in eine andere Welt hinein träumen möchte.

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