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Selbstbewusst und stark– so ist Nadha, die offen von ihrer Krankheit berichtet und die auf Instagram mit ihrem Blog „Zimt & ein bisschen Chemo“ einen ehrlichen und berührenden Einblick in ihren Alltag gewährt.

Nadha kämpft gegen den Krebs

Nicht nur Patient, sondern auch Mutmacher

Nadha-Marie Fathi ist 21 Jahre alt, Künstlerin, Fotografin, Musikerin, Koch- und Backfee, Weinliebhaberin, Kaffeejunkie – und Krebspatientin.

Ja, Krebs. Vor vier Jahren bekam sie die Diagnose. „Es war nur ein Rauschen – ich habe erst mal nichts gedacht oder gespürt“, so beschreibt sie mir die ersten Minuten nach der Nachricht: Hirntumor. Ich habe Nadha getroffen. Dieser Artikel soll die wunderbare 21-Jährige nicht auf ihre Krankheit reduzieren, doch möchte ich zeigen, dass es starke Menschen gibt, wie Nadha, die täglich um ihr Leben kämpfen und dabei nie vergessen, jede Sekunde zu genießen.

„Das ist im Prinzip wie Heuschnupfen, es ist da, aber du musst halt auch damit leben.“ Auf ironische und tragikomische Art und Weise erzählt Nadha mir, wie sie mit der Diagnose Krebs umgeht. „Wettschwimmen und shoppen konnte ich erst mal vergessen“, erinnert sie sich und erzählt weiter. Plötzlich falle einem alles schwerer als zuvor. Sport machen und Spaziergänge sind nicht mehr dieselben. Freundschaften und eine Beziehung sind nicht mehr dieselben. Haare fallen aus – auf dem Kopf, die Augenbrauen. Nadha berichtet von äußerlichen und innerlichen Veränderungen, von Veränderungen, an die sie sich erst gewöhnen muss.

Natürlich ist das klare Ziel gesund zu werden, die Therapie durchzustehen und den Krebs loszuwerden, doch für Nadha steht von Anfang an fest, dass es wichtig für sie ist, sich selbst treu zu bleiben und zu versuchen, sich mit der Krankheit zu akzeptieren. Das ist niemals leicht, aber, so Nadha schulterzuckend, „man kann eh nichts daran ändern.“ Die Krankheit versuchen, nüchtern zu sehen, sei ein guter Weg, damit umzugehen, vielleicht auch der Einzige.

Doch mit der Zeit fällt es ihr immer schwerer, Stärke zu finden und anzunehmen. Den Mut, immer wieder neu zu kämpfen, nach jedem Rückfall, ist anstrengend und erfordert jedes Mal neue Energie, die nicht immer da ist: „Manchmal ist die Luft raus.“ Rückfälle sind scheiße. Da muss man nicht durch die Blume reden. Sie sind schlimm. Wirklich schlimm. Doch nach acht Rückfällen wirken die letzten schon beinahe immer bedeutungslos. „Man hat keinen Bock mehr und man will alles nur noch loswerden.“

Wieder hat eine Chemo nicht angeschlagen und eine neue, andere Chemo fängt an – und es heißt wieder: noch weiter und stärker kämpfen. Während ich Nadha zuhöre, denke ich an eine Löwin. Ja, diese Menschen mit einer solchen Diagnose sind für mich Löwenmenschen. Sie kämpfen mit all ihrer Seele um ihr Leben.

Plötzlich kein Ansprechpartner mehr

Ihr bester Freund und ihre Familie waren und sind in dieser Zeit eine sehr wichtige Stütze. Freundschaften insgesamt aber ändern sich: „Seit der Diagnose war ich nicht mehr der Angelpunkt für Probleme und Ratgeber – das war sehr schade.“ Sie wolle weiter für ihre Freunde Ansprechpartner bleiben, ihre Krankheit sollte dabei keine Rolle spielen. Nadha möchte als Mensch und nicht als Krebspatient wahrgenommen werden.

Wie viele andere Menschen kämpft auch Nadha gegen den Krebs und möchte dabei anderen Betroffenen helfen, ihnen Mut machen und wiederum anderen, die nicht betroffen sind, zeigen, was hinter den Facetten dieser schrecklichen Krankheit steckt. Ihr Instagram-Blog „Zimt & ein bisschen Chemo“, wo sie tolle Rezepte vorstellt und einen ehrlichen Einblick in ihren Alltag und ihr Leben mit Krebs zeigt, ist authentisch und berührend. Was sind Depressionen und wie führt man eine Beziehung, wenn man Krebs hat? Diese Themen wird sie schon bald auf ihrem Blog behandeln.

Was der 21-Jährigen hilft, mit der Krankheit umzugehen? Die Social-Media-Arbeit und eine große Portion Selbstreflexion. „Von der Therapie merke ich nicht so viel – schade – aber durch die vielen tollen Projekte rückt die Krankheit beinahe schon in den Hintergrund.“

Menschen wie Nadha verdienen es, dass man sie unterstützt und ihnen Mut gibt, denn sie kämpfen und stecken voller Lebensmut. Alle gegen den Krebs – und niemand ist alleine.

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