+
Einmal bitte Platz auf der Bank nehmen! Thea hakt sich bei ihrer Oma Hanne ein. Beide strahlen um die Wette! Das gefällt uns! Danke für alles, Ihr beiden!

Persönliches 

Die Jugend meiner Oma

Was wissen wir über die Jugendzeit unserer Groß- oder Urgroßeltern? Nicht viel, oder? Deshalb fragen in dieser Reihe Scenario-Jugendredakteure und -Leser nach.

Glücklich ist, wer Oma und Opa hat. Wo Mama und Papa schon längst mit uns geschimpft hätten, drücken sie ein Auge zu. Sie hören uns zu, nehmen uns in den Arm, und bei ihnen gibt’s oft Kaffee und Kuchen. Jederzeit können wir mit unseren Sorgen zu ihnen kommen: Sie wissen Rat, denn sie sind lebenserfahren. Jetzt sollen sie zu Wort kommen – hier bei Scenario. Unsere Jugendredakteure und Leser wollen wissen, wie „die Jugend ihrer Großeltern“ aussah. Heute befragt Thea Kirschner, 18 Jahre alt, ihre 77-jährige Oma Hanne aus Recklinghausen. 

Thea: Was war Dein Lieblingsplatz, und wie hat er sich im Laufe der Jahre verändert? 

Hanne: Durch unsere Bäckerei und das fehlende Auto habe ich viel Zeit im Pferdestall verbracht. Wir mussten uns eben um das Tier kümmern und es auch für den Pferdewagen anspannen, wenn es zum Markt ging. Es gab also nie einen direkten Lieblingsplatz – dadurch, dass ich auch früh und viel gearbeitet habe, aber das Pferd war eben ein bisschen Abwechslung zum Alltag in der Backstube. 

Thea: Wie hast Du Dir das Erwachsenwerden vorgestellt? 

Hanne: Ich bin schon mit 14 in die Lehre gekommen, und selbst zu Schulzeiten habe ich häufig gefehlt, weil ich meinen Eltern mit dem Betrieb und unserem Laden damals viel helfen musste. Da habe ich die Berliner noch mit dem Fahrrad überall verteilt. Dann musste ich auch schon mit 17 anfangen, den Führerschein zu machen, damit ich, als ich 18 wurde, statt der Kutsche dann als Einzige unser Auto fahren konnte, weil meine Eltern beide nicht fahren konnten, beziehungsweise durften. 

Einziges Mädchen in der Lehre 

Als ich meine Lehre dann, als das einzige Mädchen unter vielen Männern beendet habe, ging es für mich direkt in den Betrieb. Viel Zeit zum Erwachsenwerden hatte ich also im Grunde nicht. Und erst recht nicht, um mir Gedanken darüber zu machen, wie das werden würde. Und damals hätte ich mir ja im Leben nicht erträumt, mit 77 Jahren immer noch zu arbeiten. 

Thea: Was war der schönste und was war der schlimmste Moment in Deinem Leben? 

Hanne: Nun ja, der schönste war mit Sicherheit, als Deine Mama geboren wurde. Und der schlimmste dann, als Dein Opa vor elf Jahren verstorben ist. Thea: Wer war Deine erste Liebe und wie ist es gelaufen? Hanne: Damals in der Berufsschule gab es einen jungen Mann, schon bedeutend älter als ich, der hieß Adam. Es bestand wohl kein direktes Interesse oder eine Verliebtheit, aber er hat mich einmal nach Hause gebracht, das war es dann aber auch wieder. Vielleicht waren meine Eltern damals auch zu streng, denn eigentlich durften wir gar keinen haben. Dann habe ich ja mit 19 auch schon Deinen Opa kennengelernt und mit dem durfte ich mich dann zweimal die Woche treffen, bis mein Papa gemerkt hat, dass es wohl ernst war. 

Thea: Was wundert Dich an meiner Generation, und hast Du Fragen an uns? 

Hanne: Natürlich ist alles anders, selbst bei der Generation Deiner Mama hat ich schon vieles verändert, aber bei Euch geht alles noch schneller. Wenn ich überlege, dass es früher gang und gäbe war, mit der Kutsche zum Markt zu fahren und Autofahren schon eher etwas ganz besonderes war, die Autos heute aber beinahe von selbst fahren, bin ich schon manchmal sehr verwundert. Sicherlich ist auch Eure Kommunikation ganz anders. Ich frage mich häufig, wie Ihr nur mit ein paar Mal Tippen so kommuniziert, da bin ich ja auch nicht so involviert in diese Technik. Außerdem geht so vieles bei Euch so rasend schnell. Wir hatten jetzt in unserem Fall auch keine entspannte Jugend, andere aber schon, und dagegen ist Deine Generation schon sehr schnelllebig und man bekommt den Eindruck, Ihr kommt gar nicht mehr zur Ruhe.

INFO: Bei dieser schönen Reihe dürfen Enkel und Großeltern mitmachen. Schreibt uns, wenn Ihr mit Eurer Oma oder Eurem Opa dabei sein wollt, einfach eine kurze Mail mit dem Betreff „Jugend der Großeltern“ und dann schicken wir Euch weitere Informationen zu: scenario@ medienhaus-bauer.de

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Hertener Bürger demonstrieren gegen AfD-Veranstaltung mit Stephan Brandner – so lief die „Udo-Aktion“ ab
Hertener Bürger demonstrieren gegen AfD-Veranstaltung mit Stephan Brandner – so lief die „Udo-Aktion“ ab
Star-Koch Frank Rosin rastet in Kochsendung aus - „Geht mir das auf den Sack!“
Star-Koch Frank Rosin rastet in Kochsendung aus - „Geht mir das auf den Sack!“
Drei Verletzte bei Auffahrunfall an der Borker Straße in Waltrop – und 18.500 Euro Sachschaden
Drei Verletzte bei Auffahrunfall an der Borker Straße in Waltrop – und 18.500 Euro Sachschaden
Friedliche Protest-Aktion gegen AfD-Politiker, Unfall mit drei Verletzten, Klimaschutz kontra Stadtentwicklung 
Friedliche Protest-Aktion gegen AfD-Politiker, Unfall mit drei Verletzten, Klimaschutz kontra Stadtentwicklung 
Klimaschutz kontra Stadtentwicklung - Politiker streiten um neues Wohn- und Gewerbegebiet in Alt-Marl
Klimaschutz kontra Stadtentwicklung - Politiker streiten um neues Wohn- und Gewerbegebiet in Alt-Marl

Kommentare