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Auf der Hollywood-Schaukel vorm Haus sitzen, das ist die Lieblingsbeschäftigung von Inge. Mit Enkelin Marleen hat sie dort schon einige Stunden verquatscht. Vielen Dank fürs Interview Euch beiden!

Scenarios Familien-Serie

Die Jugend meiner Oma

Was wissen wir über die Jugendzeit unserer Groß- pder Urgroßeltern? Nicht viel, oder? Deshalb fragen in dieser Reihe Scenario-Jugendredakteure und - Leser nach.

Glücklich ist, wer Oma und Opa hat. Wo Mama und Papa schon längst mit uns geschimpft hätten, drücken sie ein Auge zu. Sie hören uns zu, nehmen uns in den Arm, und bei ihnen gibt’s oft Kaffee und Kuchen. Jederzeit können wir mit unseren Sorgen zu ihnen kommen: Sie wissen Rat, denn sie sind lebenserfahren. Jetzt sollen sie zu Wort kommen – hier bei Scenario. Unsere Jugendredakteure und Leser wollen wissen, wie „die Jugend ihrer Großeltern“ aussah. Heute befragt Marleen Wiegmann, 20 Jahre alt, ihre 86-jährige Oma Inge. 

Marleen: Was war Dein Lieblingsplatz, und wie hat er sich im Laufe der Jahre verändert? 

Inge: Früher hatten wir eine große Schaukel im Eichenbaum bei uns im Garten. Dort war ich immer gerne. Die gibt es so heute natürlich nicht mehr. Aber ich schaukle immer noch gerne. Heute ist das eben der Schaukelstuhl im Wohnzimmer oder die Hollywoodschaukel vor dem Haus. Der Lieblingsort hat sich also verändert, aber ich schaukele immer noch gerne. 

Marleen: Wie hast Du Dir das Erwachsenwerden vorgestellt? 

Inge: Ich habe es mir auf jeden Fall leichter vorgestellt. Ich musste immer sehr viel arbeiten im Leben. Später hatte ich zwei Putzstellen, drei Kinder und eine Baustelle zu Hause. Da war nie viel Geld über.

Marleen: Was war der schönste und was war der schlimmste Moment in Deinem Leben? 

Inge: Die schönsten Momente waren immer, als meine Kinder geboren wurden. Drei gesunde Kinder sind das Beste, was mir passieren konnte. Zwei Jungen und zum Schluss noch ein Mädchen. Das war wirklich eine schöne Überraschung zum Abschluss. 

Kleinere Schrecken, die im Kopf geblieben sind 

Die schlimmsten Momente waren, als meine Mutter und mein Vater gestorben sind. Der Tod Deines Opas vor zwei Jahren zählt auch zu einem der schlimmsten Momente in meinem Leben. Dann gibt es noch ein paar kleinere Schrecken, die mir im Kopf geblieben sind. Einmal zum Beispiel ist Dein Onkel als Kind vors Auto gelaufen. Er war vier und rannte der Katze hinterher. Er hat aber zum Glück nur ein paar Abschürfungen abbekommen. Dann hat Dein Onkel noch einmal eine Flamme ins Gesicht bekommen und Dein Vater hat an Silvester ein Feuer im Keller veranstaltet. Es passieren so viele solcher Dinge im Laufe eines Lebens. Ich bin auch unglaublich froh darüber, dass es nie etwas Ernsteres war.

Marleen: Wer war Deine erste Liebe und wie ist es gelaufen?

Inge: Das war in der Schule, als ich so elf oder zwölf Jahre alt war. Ich bin immer mit einer Gruppe von drei oder vier Mädchen nach Hause gegangen. Damals hat mich ein Junge regelmäßig nach Hause gebracht. Ich musste links und er eigentlich nach rechts, doch er hat mich nach Hause gebracht. Es war klar, dass er das wegen mir tat. Mir war das furchtbar peinlich, weil die Leute zu reden angefangen haben. Ich habe mich beim Lehrer beschwert. Aber wirklich geholfen hat das nicht. Na ja, Briefchen haben wir auch geschrieben – im Unterricht.

Marleen: Was wundert Dich an meiner Generation, und hast Du Fragen an uns?

Inge: Fragen habe ich nicht direkt. Aber ich bin immer wieder überrascht, wie viel weniger Regeln Deine Generation hat. So wie das Beispiel vorhin: Heute können Mädchen und Jungen einfach nur befreundet sein. Da redet keiner mehr darüber, wenn ein Junge und ein Mädchen zusammen nach Hause gehen. Euch stehen so viele Türen offen heute. Wenn ich das so sagen darf: Ihr könnt Euch alles erlauben.

INFO: Bei dieser Reihe dürfen Enkel und Großeltern mitmachen. Schreibt uns, wenn Ihr mit Eurer Oma oder Eurem Opa dabei sein wollt, eine Mail mit dem Betreff „Jugend der Großeltern“ und dann schicken wir Euch weitere Informationen zu: scenario@medienhaus-bauer.de

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