+
Wer gehört werden möchte, muss seiner Meinung eine Bühne geben: zum Beispiel auf einem Plakat bei einer Demonstration. Würdet Ihr Euch anschließen?

Wie politisch seid Ihr?

Ab auf die Straße und raus mit der Meinung

Wenn uns was nicht passt, ist es unser Recht, unsere Meinung vorzutragen. So tickt die Demokratie. Und aktuell gehen immer mehr junge Menschen auf die Straße – mit Plakaten und einer Mission: die Rettung des Klimas. Als Teil der internationalen Protestaktion „Fridays for Future“ demonstrieren heute auch SchülerInnen der Gesamtschule Waltrop vor dem städtischen Rathaus – während ihrer Unterrichtszeit. Wir wollten herausfinden, wie groß Eure Bereitschaft für politisches Engagement ist.

Politik ist facettenreich, und je nach Schwerpunkt fühlen sich viele von Euch mehr oder weniger angesprochen, wie Linda aus Herten erklärt: „Im Großen und Ganzen interessiere ich mich für Politik, für einige Bereiche aber mehr als für andere. Ich nutze jede Möglichkeit, wählen zu gehen, ob es die Wahlen an der Universität sind für das Studierendenparlament oder die kommende Europawahl.“ Demonstriert hat Linda noch nie, obwohl sie der Meinung ist, dass es eine sinnvolle Sache ist: „Wenn man so seine Interessen und Meinungen Ausdruck verleihen kann und dadurch ein Mitspracherecht erwirken kann, wieso nicht?“

Für den 21-jährigen Jan aus Recklinghausen kam dieser Moment, als ihn eine anstehende Entscheidung persönlich betraf: „Demonstriert habe ich bisher für die Anpassung der Gehälter für studentische Hilfskräfte im universitären Rahmen. Ich würde aber auch selbst auf die Straße gehen, wenn es für eine gute Sache wäre. Ich finde es gerade heutzutage sehr wichtig, sich politisch zu interessieren und zu positionieren. Es wird Zeit, dass wir jungen Menschen uns wieder von der Politik repräsentiert fühlen.“

Zwei junge Frauen aus Datteln und Recklinghausen tun genau das: Sie mischen in der Politik mit. Lena ist 19 Jahre alt und studiert Politikwissenschaften. „Ich bin schon sehr oft gegen rechtes Gedankengut auf die Straße gegangen – seit ich 15 Jahre alt bin, demonstriere ich eigentlich, wann immer ich kann“, sagt die Dattelnerin. Aktuell erhebt sie ihre Stimme gegen Verdrängung und Mietspekulation.

Randthemen können in den Fokus rücken

Clea macht sich auf eine andere Weise politisch stark: „Ich habe zwar noch nie demonstriert, politisch engagiere ich mich aber in meiner Partei“. Die 20-jährige Recklinghäuserin ist Mitglied in der SPD. Auch Christina aus Marl ist noch nie mit selbstgemalten Plakaten durch die Straßen gezogen, aber unterstützt die Idee von Demonstrationen: „Schließlich sorgen Proteste für Aufmerksamkeit und die wiederum für Debatten – das ist eine aufgehende Gleichung.“ Dadurch bekommen auch Themen Gewicht verliehen, die die Politiker gar nicht im Fokus hätten, führt sie aus.

Die Journalismus-Studentin setzt sich seit dem ersten Semester intensiver mit der Politik auseinander und hat noch einen wichtigen Tipp an die jungen Demonstranten der Protestaktion „Fridays for Future“: „Ich muss zugeben, dass ich lange gebraucht habe zu verstehen, wie wichtig es ist, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen und vor allem sich ein eigenes Bild der Situationen zu verschaffen.“ Je tiefer das Gesamtverständnis für die Thematik geht, desto bessere Argumente können geliefert werden. Umso stärker tritt man auf. Und desto eher gibt es politische Reaktionen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Langes Warten auf den Prozess für den mutmaßlichen Totschläger von der Hohenzollernstraße
Langes Warten auf den Prozess für den mutmaßlichen Totschläger von der Hohenzollernstraße
An die Toten erinnern und die Lebenden mahnen - darum geht es beim Volkstrauertag 
An die Toten erinnern und die Lebenden mahnen - darum geht es beim Volkstrauertag 
Wir bringen Sie kostenlos zum Spiel Borussia Dortmund gegen SC Paderborn
Wir bringen Sie kostenlos zum Spiel Borussia Dortmund gegen SC Paderborn
Vier junge Männer schlagen und treten 25-Jährigen in Dorsten krankenhausreif
Vier junge Männer schlagen und treten 25-Jährigen in Dorsten krankenhausreif
Im Topspiel kassiert der 1. FFC Recklinghausen eine bittere Packung
Im Topspiel kassiert der 1. FFC Recklinghausen eine bittere Packung

Kommentare