Zusammen glücklich in den Reisfeldern: Linn (r.) und Alina.

Scenarios Auslandsreihe: Linns fünfter Teil bei "Around the World"

Fotosession auf den Reisterrassen

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Sieben Wochen Bali, sieben verschiedene Orte geplant. Die 18-jährige Recklinghäuserin Linn erzählt von ihren ersten Stopps und ungebetenen Gästen im Hotelzimmer.

Es ist 22 Uhr, als unser Flieger in Denpasar auf Bali landet. Das Erste, was wir machen, bevor wir durch die Passkontrolle gehen, ist Geld abheben. Wir müssen ein „Visa on arrival Pay“ bei der Einreise beantragen, da wir das Indonesische Visum in Deutschland leider nicht bekommen haben. Wir gehen zum nächsten Geldautomaten und heben eine Million Rupiah ab, umgerechnet sind es um die 60 Euro. So viel Geld in der Hand zu halten ist wirklich cool. 

Am nächsten Schalter beantragen wir unser Visum. Das bedeutet, dass wir dreißig Tage im Land bleiben dürfen, unseren Aufenthalt aber um weitere 30 Tage beim Immigration Office verlängern können. Wir bezahlen 500.000 Rupiah, müssen diverse Angaben machen, warum wir einreisen und wo wir unterkommen. Nach 20 Minuten ist alles geschafft. Unser erstes Ziel auf Bali ist der Ort Ubud. Wir bestellen uns ein Grab Car. Es ist ein ähnliches Prinzip wie Uber, man kann sich über eine App eine Art Taxi bestellen und gibt direkt die Adresse ein, wo man hin möchte. Es ist im Gegensatz zu den lokalen Taxen super günstig und Grab ist fast auf der ganzen Insel verfügbar. Nach zwei Stunden kommen wir in Ubud an. 

Die Straßen sind, typisch für Asien, voll mit Rollerfahrern. Der Besitzer unserer Airbnb-Unterkunft empfängt uns freundlich, nimmt uns unsere Taschen ab und zeigt uns unser Zimmer. Wir packen die Sachen aus und währenddessen bringt uns der Besitzer Kuchen, frisch geschnittene Früchte und Wasser. Einfach so. Die Gastfreundschaft der Leute in Asien fällt einem wirklich besonders auf. Die meisten Leute sind sehr zuvorkommend. Nach einer kleinen Stärkung machen wir uns auf und erkunden ein wenig die Stadt. Wir besichtigen einige Tempelanlagen, die man gefühlt an jeder Straßenecke findet.

Für die nächsten Tage in Ubud leihen wir uns einen Roller aus. Auch das klappt ohne Probleme. Der Rollervermieter fragt uns lediglich: „Seid ihr schon mal Roller gefahren?“ – Alina und ich nicken, woraufhin er uns den Schlüssel gibt. Wir zahlen am Tag sechs Euro für den Roller. Die Preise in Asien sind echt unglaublich. Für ein Abendessen zahlen wir um die drei bis fünf Euro und unsere Unterkunft kostet mit Frühstück 6,50 Euro pro Nacht! 

Bequemes Bett, Terrasse, Pool und ein Roller

Und wir können uns nicht beklagen – wir haben eine kleine Terrasse, ein bequemes Bett und es gibt sogar einen Pool. Zum Frühstück können wir zwischen Smoothie, Omelett oder Spiegelei und einem Obstteller wählen. 

Ausgeschlafen machen wir uns am nächsten Tag mit unserem Roller zu den berühmten Reisterrassen auf. Den Weg finden wir mit Google Maps, da wir uns für die Zeit in Indonesien wieder eine SIM-Karte geholt haben, damit wir auch vor Ort immer Internet haben. 

Die Reisfelder auf Bali sind total beeindruckend. Die Farben strahlen in der Sonne in einem so satten Grün und das Besondere an den Terrassen ist, dass die Reisfelder in verschiedenen Höhen angeordnet sind. Eintritt muss man nicht bezahlen, man kann aber eine Spende abgeben. Am Eingang gibt es fünf riesige Schaukeln, in denen man über einen Teil der Reisterrassen schwingen kann. Für ein Mal Schaukeln werden allerdings zehn Euro verlangt. Die Reisterrassen sind mein Highlight in Ubud und ein Muss für jeden, der nach Bali kommt. Wir verbringen den ganzen Vormittag dort, laufen verschiedene Wege entlang, machen Bilder und genießen die Aussicht. 

Da wir langsam Hunger bekommen, machen wir uns wieder mit dem Roller auf zum nächsten Lokal. Unser absolutes Lieblingsessen auf Bali ist Nasi Goreng. Ein typisch indonesisches Reisgericht – gebratener Reis mit Gemüse und Ei. Sooo lecker! Und auch hierfür bezahlen wir nur 2,50 Euro! 

Durch Zufall sind wir in einem kleinen ländlich gelegenen Ort gekommen. Wir fahren links heran (auch in Indonesien ist Linksverkehr) denn uns kommt ein Straßenumzug entgegen. Es scheint so, als wäre das gesamte Dorf zusammengekommen. Alle haben traditionelle Gewänder an, die man Sarong nennt. Während der Umzug an uns vorbeizieht, lachen uns die Menschen an und winken uns zu. Wir wissen leider nicht, was das für ein Umzug ist, aber es ist so cool, so etwas mal wieder einfach durch Zufall mitzuerleben. 

Da es langsam dunkel wird, machen wir uns auf den Rückweg. Die Sonne geht langsam unter und der Himmel leuchtet in den knalligsten Farben. Es ist noch immer super warm, sodass der Fahrtwind sehr angenehm ist. Um uns richtig abzukühlen, springen wir zu Hause erstmal in den Pool. Dann machen wir uns zum Abendessen auf. Es gibt Saté-Spieße mit Reis. Wir schlendern noch ein wenig durch die Straßen und fallen dann tot ins Bett. Nach einer Woche Ubud geht es für uns weiter in den nächsten Ort – Sanur.

Sanur liegt im Osten der Insel, direkt am Meer. Es ist ein kleiner Ort, der hauptsächlich aus Hotels besteht. Es ist der einzige Ort auf Bali mit einer richtigen Strandpromenade, die man ewig entlanglaufen kann. Die Atmosphäre ist sehr entspannt. Überall gibt es kleine Lokale mit leckerem indonesischen Essen. 

Ein kurzer Stopp für eine frische Kokosnuss 

Auch an der Strandpromenade reihen sich unzählige Restaurants aneinander, bei denen man einen kurzen Stopp für eine frische Kokosnuss oder einen Mango-Smoothie einlegen kann. So verbringen wir unseren ersten Tag hier: Wir schlendern gemütlich die Promenade entlang, stoppen hin und wieder, um etwas zu essen oder eine frische Kokosnuss zu schlürfen oder einfach mal kurz ins Meer zu springen. Unsere Zeit in Sanur haben wir noch in einer anderen Unterkunft verbracht. Für die zweite Woche mieten wir uns ein Hotel, für das wir umgerechnet nur sechs Euro bezahlen. Wir haben ein riesiges Zimmer mit einer kleinen Küche und einen Pool.

Nach einem weiteren vollgepackten Tag liegen wir abends im Bett und schauen einen Film. Auf einmal hören wir etwas rascheln. Wir schleichen vorsichtig mit unseren Taschenlampen in die Küche und suchen alles ab. Doch wir können nichts finden, was zu dem Geräusch gepasst hätte. Ich schaue also in den Schrank über dem Kühlschrank und in der Sekunde, in der ich die Tür aufmache, schreien wir beide auf, denn uns kommt eine Maus entgegengesprungen. Wir retten uns in die nächste Ecke und sehen, wie sich die Maus ebenfalls vor uns in Sicherheit bringt – nur leider in unseren Kleiderschrank. Wir müssen anfangen zu lachen, aber uns ist klar – wir holen die da nicht raus! Unten an der Rezeption entschuldigt sich der Rezeptionist und bietet uns ein anderes Zimmer an. Wir wechseln also einfach unser Zimmer. Dieses Szenario wiederholt sich während unseres Aufenthaltes dreimal, aber wir nehmen es locker, denn so was gehört in solchen Ländern eben einfach mal dazu. (Linn Stepputtis)

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