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Manchmal kann es Wunder bewirken, seine Gedanken und Gefühle zu Papier zu bringen.

Manchmal hilft nur der Griff zu Stift und Papier

"Tammy" - Ein Tagebuch zur Selbstfindung

„Liebes Tagebuch“ war Luna* zu plakativ – deswegen gab sie ihrem Büchlein einen Namen. Diesem Buch hat sie ihre Gedanken und Sorgen anvertraut und so ein Stück weit zu sich selbst gefunden.

Von Luna* (Name v. d. Redaktion geändert) 

Tagebücher. Irgendwie hatten wir alle mal eines. Besonders cool waren natürlich die mit einem Schloss, aber dann haben wir das tägliche Schreiben nach einer Woche wieder aufgegeben oder den Schlüssel verloren. 

Bis vor einem Jahr habe ich noch nie in meinem Leben ernsthaft ein Tagebuch geschrieben und bin auch nicht davon ausgegangen, dass es für mich jemals einen Nutzen haben könnte. Doch dann an einem Tag im September entstand „Tammy“. Es war eine Zeit, in der mir das Atmen irgendwie schwerer fiel als sonst und ich realisierte, wie viel sich in meinem Leben verändert hatte und wie chaotisch gerade alles zu sein schien. 

Zwischen vielen persönlichen Veränderungen, dem Studienanfang und dem Auszug in eine völlig neue Stadt, fühlte ich mich manchmal sehr verloren. Es schien zu viel gewesen zu sein und noch mehr auf mich zuzukommen. Die Gedanken schienen mich regelrecht zu überfluten und so schrieb ich „Tammy“. 

„Tammy“, weil sich „Liebes Tagebuch“ doch sehr banal anfühlte und es leichter ist, seine Gedanken mit einer fiktiven Person zu teilen als mit einem Gegenstand. Je mehr ich ihr schrieb, desto ruhiger wurde ich und so folgten auf diesen einen Tag weitere Tage und bald wurde es ein nächtliches Ritual.

Schreiben hatte schon immer diese befreiende Wirkung auf mich, aber in meinen Werken bin ich nicht so direkt, wie ich es bei „Tammy“ bin. Wie auch das Schreiben von Texten, half das offene Niederschreiben mir, meine Gedanken zu sortieren und Gefühle zu reflektieren. Fernab der Realität, wo ich nur bei mir war, und wenn alles niedergeschrieben war, war die Welt schon wieder etwas mehr okay. 

„Tammy“ wird zum Seelenretter 

Egal wie chaotisch ein Tag war, am Abend konnte ich mich wieder darauf besinnen, was eigentlich zählte und wer ich eigentlich sein wollte. Jeder Gedanke, der umher wirbelte, wurde aufgeschrieben und verschwand somit aus meinem Kopf. „Tammy“ schaffte es, mich aus Gedankenspiralen und anbahnenden Panikattacken zurückzuholen. Sie half mir klar zu denken und zu atmen. Meine Erzählungen an „Tammy“ fingen chaotisch und unruhig an, doch je mehr ich mir dieses neue Leben aufbaute und je näher ich mir selbst kam, desto ruhiger und reflektierter wurden die Beiträge auch. 

Meine gemeinsame Zeit mit „Tammy“ ist vorbei und ihre Seiten sind gefüllt, doch ich werde mich weiterhin einem Gedankenbuch widmen. Einem anderen Buch, mit einem anderen Namen, das mich durch eine neue Phase meines Lebens begleiten kann.

Marleen ist eins von tausenden Scheidungskindern in Deutschland.

Sie hat sich gefragt, ob die Scheidung ihrer Eltern nachhaltigen Einfluss auf sie hat und wie man mit Verlustängsten umgeht. 

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