Ist beim Online-Dating alles rosarot, dann geht’s weiter im Beziehungsalltag. Hoffentlich bleibt’s da auch so schön.
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Vom Tinder-Match zum Beziehungsalltag

Ein „Tinder“-Türchen offenhalten...?

Das Online-Dating war erfolgreich, du bist glücklich vergeben – jetzt kann die App doch eigentlich weg. Oder...? Elena hat da ihre eigene Meinung.

Im ersten Teil meines Tinder-Reports hier bei Scenario vor einiger Zeit ging es um meine Erfahrungen auf der großen Spielwiese des Online-Datings. Dabei hatte ich nicht die Absicht, täglich in anderen Betten aufzuwachen – um es jugendfrei auszudrücken – sondern, um doch mal wieder einen Auserwählten meinen Freunden als meinen Freund vorzustellen und nicht als einen Freund.

Für diese Mission habe ich die Dating-Apps „Tinder“ und „OkCupid“ genutzt. Sieben Typen konnten Dates ergattern. Idioten waren keine dabei. Einer wurde ein guter Freund. Und der letzte sogar mein Freund. Aber wie ist das eigentlich, wenn man eine gemeinsame Tinder-Vorgeschichte hat? Macht es einen Unterschied, ob man sich romantisch beim Gassigehen mit den Hunden über den Weg gelaufen ist, sie ihm unabsichtlich ein Getränk übers Shirt gekippt hat, aus Freundschaft dann doch Liebe wurde oder man sich online gematcht hat? Darum soll’s diesmal gehen. Die Anfänge sind ja meist ähnlich. Es gibt ein Date. Dann noch eins. Und noch eins. Dazwischen werden die einen oder anderen Zärtlichkeiten ausgetauscht. Und im besten Fall sind sich dann beide sicher: Ich will nicht mehr wahllos potenzielle Partner daten, sondern mich nur noch auf diese eine Person konzentrieren.

Für mich wurde die Frage der Exklusivität wichtig, als mein Tinder-Typ für drei Wochen in die Schweiz zum Familien-Urlaub fuhr. Ich bin bei solchen Dingen sehr direkt und fragte: „Sag mal, triffst du dich eigentlich auch noch mit anderen Frauen?“ Ich sah es einfach nicht ein, drei Wochen auf jemanden zu warten, der sich im hohen Norden anderweitig vergnügt. Aber diese Hürde muss ja jedes potenzielle Pärchen überwinden. Eine relevante Frage für Matches ist aber die: Ab wann löschen wir die App? Für mich war schon nach ein paar Dates klar, dass ich meine Aufmerksamkeit diesem einen Tinder-Typen schenken wollte.

Natürlich sind Back-ups, in Form von anderen (in meinem Fall) männlichen Wesen, durchaus praktisch. Sie können einen vor dem ganz großen Herzschmerz, den möglicherweise der favorisierte Typ verursacht, teilweise bewahren. Meine Erfahrungen damit sind aber nicht sonderlich gut. Denn: Wirklich einlassen konnte ich mich beim Mehrfach-Daten auf niemanden. Erst mal das Profil auf „unsichtbar“ gestellt Und seien wir mal ehrlich, wer hat denn auch Zeit, mehrere Leute gleichzeitig zu daten? Als für mich klar war, „den da will ich“, habe ich mein Profil auf „unsichtbar“ gestellt. So war ich nur noch für Leute auffindbar, mit denen ich schon ein Match hatte. Also auch für meinem Tinder-Typen, den ich ab und zu gestalkt hatte, um zu überprüfen, ob er online war oder nicht. Eine natürlich unnötige Aktion. Ich hätte ihn einfach fragen sollen. 

Aber erst, als wir offiziell zusammen waren und an irgendeinem Nachmittag an seinem Küchentisch saßen, meinte ich zu ihm: „Lass mal beide unsere Tinder-Profile löschen.“ Er antwortete darauf, dass er auch schon daran gedacht hätte. Gemeinsam haben wir daraufhin nachgeschaut, wie wir nicht nur die App deinstallieren, sondern auch unsere Profile löschen können. Danach hat er mich geküsst und gemeint, dass er froh ist, dass wir das jetzt gemacht haben. Ich glaube, bei Tinder-Liebeleien ist der Schritt des gemeinsamen Löschens wichtig. Bei dem einen oder anderen kann die Sucht nach dem Links-Rechts-Swipen, verbunden mit Selbstbestätigung, wenn die dir angezeigte Person auch ein Herz gibt, sehr stark sein. Und nur so ein bisschen tindern, so ohne Dates, ist doch auch total harmlos, oder? Solche Ausreden kann man sich schnell für ein gutes Gewissen zusammenbasteln. Daher lieber: Gemeinsam soweit wie möglich die Spuren auf Online-Dating-Portalen löschen! (Elena Wüllner)

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