Nicht jeder Traum hat eine tiefere Bedeutung, aber manchmal lohnt es sich einen Blick zwischen die Zeilen zu werfen.
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Nicht jeder Traum hat eine tiefere Bedeutung, aber manchmal lohnt es sich einen Blick zwischen die Zeilen zu werfen.

Zwischen Traum und Wirklichkeit

Was passiert Nachts mit unseren Gedanken?

  • Tobias Ertmer
    vonTobias Ertmer
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Mehrere Tage lang hat Nico immer wieder den gleichen Traum geträumt. Er suchte so lange nach dem Grund, bis er ihn fand.

Warum träumen wir? Was bedeuten Träume? Wie funktioniert das Ganze? Und was sind überhaupt Träume? Mein Interesse an diesem Thema hat damit angefangen, dass ich mehrere Nächte hintereinander das Gleiche geträumt habe: Es war schon dunkel, ich wartete auf den Bus. Es hat sich angefühlt, als würde ich verfolgt oder zumindest beobachtet werden. Ich konnte deshalb nicht ruhig warten und bin immer wieder einige Schritte gelaufen. Doch jedes Mal, wenn ich mich von der Bushaltestelle entfernt habe, fuhr der Bus an mir vorbei, und ich habe ihn verpasst. Ein bisschen wie in dieser Folge von Spongebob, falls Ihr wisst, welche ich meine. So lief es jedes einzelne Mal ab. Ich habe es einfach nicht geschafft, in den Bus zu steigen und wurde in der Dunkelheit zurückgelassen.

Diesen Traum habe ich unzählige Male geträumt. Der Hobbypsychologe in mir fand schnell eine Antwort auf das Warum. Zu dieser Zeit war mein Leben ziemlich chaotisch und alles andere als geregelt. Ich hatte keinen wirklichen Plan für meine Zukunft, gleichzeitig kamen viele Verantwortungen des Erwachsenwerdens auf mich zu. Es gab viel Stress zuhause, und diese Unklarheit hat mich sehr beschäftigt.

Ich hatte Angst davor, wieder nicht weiterzukommen, wieder auf der Stelle zu bleiben. Ich war zu oft unvorbereitet oder schlicht zu spät. Diese Gedanken haben mich sprichwörtlich bis in meine Träume verfolgt. Doch obwohl ich mir darüber absolut im Klaren war und alles tat, diese Angst nicht Wirklichkeit werden zu lassen, habe ich fast jede Nacht wieder von der Bushaltestelle geträumt.

Altes verarbeiten, Neues erfinden

Werden in unseren Träumen also Ängste und Gedanken des Tages verarbeitet? So genau lässt sich das gar nicht sagen. Trotz vieler Studien und Forschung auf diesem Gebiet gibt es bis heute keine eindeutig bewiesene Antwort. Die meisten Theorien besagen allerdings, dass unser Gehirn, während wir schlafen, die gesammelten Eindrücke des Tages verarbeitet.

Der Schlafende bearbeitet somit Dinge, die ihn beschäftigen und kann so beispielsweise Lösungen für Probleme finden.

Darüber hinaus versucht der Verstand uns durch das Durchspielen von verschiedenen Szenarien auf das reale Leben vorzubereiten und uns dabei zu helfen, mit Angstsituationen besser umzugehen.

Doch auch neue Ideen können während des Träumens geboren werden. Unser Gehirn ist während der Traumphasen nämlich stärker emotional-kreativ als rational gepolt.

Allerdings muss man natürlich auch sagen, dass nicht jeder Traum eine tiefere Bedeutung hat. Äußere Reize können in den Traum eingebunden werden, beispielsweise Geräusche oder die Temperatur. Unser Gehirn versucht diese Reize zeitgleich zu verarbeiten: So kann sich auch ein leiser Weckerton beispielsweise in unsere Träume schleichen, bevor wir wach werden.

Sich Zeit nehmen und an Träume erinnern

Das macht die Traumforschung so schwierig. Träume sind bei vielen Menschen ähnlich und doch komplett unterschiedlich. Fakt ist, dass wir jede Nacht mehrmals träumen. Oft haben wir diese Träume allerdings schon kurz nach dem Aufwachen vergessen. Verantwortlich dafür könnten unter Umständen die viel intensiveren Reize der Wirklichkeit sein, die unsere blasseren Traumerinnerungen einfach überdecken. Wer sich aber einen kurzen Moment nach dem Aufwachen nimmt, um seine Träume zu rekapitulieren, kann, so wie ich, manchmal von selbst die versteckten Botschaften entschlüsseln und Antworten auf seine Fragen bekommen. (Nico Großmann, 24, Recklinghausen)

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