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Linn hält die Flagge hoch und zeigt ihr erstes Ziel: Thailand. Die Recklinghäuserin ist gut vorbereitet, denn den Rucksack hat sie probeweise schon gepackt.

Linns erster Teil bei Around the world

Work-and-Travel: Stopp an allen Traumzielen

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Als Work-and-Travel sieben Länder bereisen: Linn aus Recklinghausen zeigt Scenario-Lesern im ersten Teil ihre Reise-Route und klärt Organisatorisches.

Die Frage: „Und was ist dein Plan nach dem Abi?“ ist wohl die mir am häufigsten gestellte Frage der letzten Monate. Konkret war meine Antwort oft nicht, aber ich wusste schon immer – nach dem Abitur will ich erst mal weg – und zwar weit weg. 

Mein Traum war es schon immer, einmal um die Welt zu fliegen. Ich hatte Traumziele, Lieblingsorte, aber letztendlich gibt es überall auf der Welt so viel zu sehen. Als das Abi immer näher rückte, die Berufsmessen sich häuften und es hieß, man solle sich aber mal langsam für etwas bewerben, haben meine Freundin Alina und ich zusammengefunden und den Entschluss gefasst, wir beide machen nach dem Abitur Work-and-Travel. 

Idee gehabt, Planung begonnen

So schnell wie wir die Idee hatten, haben wir auch mit der Planung begonnen. Jede hat ihre Traumziele aufgeschrieben, Länder, wo sie schon immer mal hinwollte. Aber wir haben schnell gemerkt: für diese ganzen Orte reicht sowohl Zeit als auch Geld nicht. Also sortierten wir aus, informierten uns, wägten Vorteile und Nachteile der verschiedenen Ziele ab – und nach knapp einem Monat stand unsere Route fest. Dann buchten wir unseren ersten Flug. 

Als ich die Buchungsbestätigung erhielt, rief ich sofort meine Freundin an und da merkten wir erst – jetzt steht es wirklich fest und es ist nicht mehr nur ein Wunsch. Schnell folgten die Buchungen für die nächsten Flüge. Dann kamen das erste Hostel, eine Airbnb-Wohnung und ein Hotel dazu. Wir traten in Kontakt mit vielen Familien und Personen auf unterschiedlichsten Fleckchen auf der Welt – auf der Suche nach Jobs. Ausgetauscht haben wir uns über „Workaway“, einer Online-Plattform. 

Im Winter geht’s auf eine Farm in Hawaii 

Unser Ziel für den Winter ist Hawaii. Alina und ich interessierten uns sehr für eine Familie auf Maui. Sie besitzt ein Stück Land und verkauft die selbst angebauten Früchte in einem kleinen privaten Laden. Damit man sich mal besser kennenlernt, machten wir einen Termin zum Skypen aus. Zu dieser Zeit waren wir beide zusammen in unserem Abi-Urlaub auf Mallorca. Wir setzten uns also in unser Wohnzimmer, machten den Computer an und waren ein bisschen aufgeregt. Als es klingelte und wir verbunden wurden, sahen wir erst mal nur ein Auto. „Hi girls, how’s it goi?“, rief uns anscheinend Phil entgegen. Er war gerade im Auto unterwegs, hatte Airpods drin und befestigte uns in der Handyhalterung. 

Als wir uns sahen, quatschten wir erst ganz entspannt, doch dann sagte er immer wieder zwischendurch, er sei gleich für ein paar Minuten weg, denn da vorne komme ein Tunnel. Als die Verbindung das erste Mal kurz unterbrochen wurde, guckten meine Freundin und ich uns an. Wir mussten direkt lachen. Wir waren irgendwie total überrascht von dieser Gelassenheit und im nächsten Moment war Phil auch schon wieder da. 

Wenn die Chemie stimmt...

Wir beendeten unser Gespräch, nachdem wir mal wieder nicht richtig verstanden hatten, was Phil sagte, denn mittlerweile war er an einem Parkplatz angekommen und hing aus dem Fenster, um an den Parkscheinautomaten zu kommen. Trotz des Gesprächs mit seinen Unterbrechungen: Alina und ich waren begeistert – von der Farm, den Aufgaben, die wir bekommen würden, und das Wichtigste für uns überhaupt – die Chemie stimmte. 

Dann ging es weiter mit Routen-Planung durch Thailand, Visa-Formularen und Impfungen. Wir machten uns Checklisten, was es alles zu erledigen gibt, bevor es losgeht. Aber mit das Wichtigste war die Frage: Womit reisen wir? Wir entschlossen uns für einen Backpack-Rucksack und fuhren mit unseren Mamas los auf die Suche. 

Rucksack kaufen, erste Ziele buchen

Wir bestellten den bestsitzenden Rucksack und holten ihn auch schon nach einer Woche ab. Da kam also schon ein großer Haken dran! Rucksack: check! Unsere Planung schritt weiter voran und der Abflugtag rückt nun immer näher. Und jetzt – jetzt sind es nur noch zwei Wochen. Jetzt „nur“ noch den Rucksack packen Für unsere ersten beiden Ziele ist fast alles gebucht, geplant und vorbereitet. 

Unser Indonesien-Visum müssen wir noch aus Frankfurt abholen, die Abschlussfeier mit unseren Freunden ist auch geplant und dann muss nur noch der Rucksack gepackt werden. Aber leichter gesagt als getan! Um dafür ein Gefühl zu bekommen, packte ich meinen Rucksack vor einer Woche zur Probe. 

Wofür Schminke bei 35 Grad?

Das Problem nur, ich konnte ihn kaum alleine tragen, denn er war so vollgepackt! Was soll ich aussortieren? Wenn ich meine Sache ansehe, denke ich nur: „Dies ist wichtig, das ist so schön und jenes ist praktisch…“ Wenn man so lange von zu Hause weg ist, versucht man sein ganzes Leben mitzunehmen, doch das passt leider nicht in einen Rucksack. Man muss Klamotten reduzieren, wirklich nur die allerwichtigsten Medikamente mitnehmen, Duschgel und Shampoo gibt es in anderen Länder bekannterweise auch zu kaufen und Schminke – wofür Schminke bei 35 Grad? 

Man muss also versuchen, mit wenigen Sachen auszukommen. Aber man braucht letztendlich weniger, als man denkt. Und um glücklich zu sein, brauche ich keine materiellen Dinge, denn nichts macht mich glücklicher als Palmen, türkises Wasser, weißer Sand und die warme Sonne auf der Haut. Und das werde ich für die nächsten Monate jeden Tag genießen können. Ich freu’ mich, Euch von den schönen Erlebnissen, den neuen Eindrücken, aber auch von Situationen, die vielleicht nicht so laufen, wie ich sie mir eigentlich vorgestellt habe, zu berichten.

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