Die Hand einer Holzpuppe streckt den Zeigefinger in die Luft.
+
Mit unseren Fingern können wir, ähnlich wie die Holzpuppe, zahlreiche Gesten formen.

Ursprung und Bedeutung häufig verwendeter Gesten

Zeig mir Deine Meinung!

  • Annika Mittelbach
    vonAnnika Mittelbach
    schließen

Kommunikation ist alles. Doch wo Wörter eindeutig sind, sind Gesten es nicht immer. Wir erklären Euch Herkunft und Bedeutung.

Manchmal bedarf es in der zwischenmenschlichen Kommunikation nicht vieler Worte, um sich auszudrücken. Manchmal reicht es aus, wenn wir eine kleine Geste machen und jeder weiß dann in der Regel, was wir meinen. Doch woher kommen diese Gesten eigentlich und warum weiß jeder fast automatisch, was damit gemeint ist? Wir haben uns mal die Klassiker angeschaut und herausgefunden, wo sie ihren Ursprung haben:

Daumen hoch:

Der ausgestreckte Daumen nach oben bedeutet gemeinhin, dass wir mit etwas einverstanden sind oder sogar etwas gut finden. Der Ursprung dieser Geste ist nicht ganz klar, aber es gibt Hinweise darauf, dass sich ihre Bedeutung im Laufe der Jahre verändert hat – oder sogar ins genaue Gegenteil verkehrt hat. Die ersten Hinweise führen zu den Gladiatorenkämpfen zur Zeit der alten Römer. Wenn ein Gladiator besonders gut gekämpft hat, konnten Zuschauer oder der Kaiser per Handzeichen darüber entscheiden, ob dem Kämpfer das Leben geschenkt wurde oder nicht. Der ausgestreckte Daumen bedeutete damals aber vermutlich „tötet ihn“, denn er sollte als Zeichen für das gezückte Schwert stehen. Sollte ein Gladiator hingegen begnadigt werden, zeigte man dies, in dem der Daumen von den übrigen Fingern umschlossen wurde, was dann das eingesteckte Schwert symbolisieren sollte. Diese verkehrte Deutung wird auf Maler im 19. Jahrhundert zurückgeführt, die die Geste einfach falsch verstanden haben.

Jemandem den Vogel zeigen:

In früheren Zeiten hielt sich hartnäckig der Irrglaube, eine Geisteskrankheit würde durch Vögel verursacht, die sich im Kopf einnisten und die Gedanken durcheinander bringen. Einen Vogel zu haben, war damals also nicht nur eine sprichwörtliche Vorstellung, sondern knallharte Realität. Was von diesem Irrglauben übrig geblieben ist, ist die Geste, sich an die Stirn zu tippen, um zu zeigen, dass man jemanden für verrückt hält. Diese Deutung ist aber nicht überall auf der Welt gleich. In Nordamerika gilt das Tippen an die Stirn zum Beispiel als anerkennende Geste, was dem Gegenüber zeigen soll, dass man ihn oder sie für schlau hält.

Der Mittelfinger:

Am 1. August hat noch der Tag des Mittelfingers stattgefunden und nun gehen wir dem Ganzen mal auf den Grund. Man ist sich in weiten Kreisen der Welt darüber einig, dass der Mittelfinger ein Zeichen der Beleidigung ist. Das soll schon in der Antike so gewesen sein. Bei der Geste handelt es sich um eine bildliche Darstellung des männlichen Geschlechtsteils, was als sexuelle Drohung verstanden werden kann. Der Mittelfinger ist also ein Phallussymbol. Wer seinen Mitmenschen den Mittelfinger entgegenstreckt, kann ganz schön Ärger bekommen, denn so etwas kann strafrechtlich geahndet werden.

Peace-Zeichen:

Beim Peace-Zeichen gibt es mehrere Bedeutungen. Eine der bekanntesten ist wohl die, die Geste als Friedenssymbol zu nehmen. Vor der Hippie-Zeit in den 1970er Jahren wurde das Zeichen aber auch schon häufig gebraucht – und zwar stand das geformte „V“ dann für „Victory“, das englische Wort für Sieg. Der britische Premierminister Winston Churchill hat das Zeichen genutzt, um den Durchhaltewillen der Alliierten gegen Deutschland zu symbolisieren. Auch der belgische Justizminister Victor de Laveleye hat das Zeichen für das französische Wort für Sieg „victoire“ und das flämische Wort für Freiheit „vrijheid“ genutzt. Eine viel ältere Ursprungsgeschichte geht zurück in die Zeit um 1500 zum hundertjährigen Krieg. Den Langbogenschützen drohte damals die Amputation ihrer beiden Bogenfinger, wenn sie einen Kampf verloren hatten. Im Falle eines Sieges über ihre Feinde haben sie hingegen genau diese beiden Finger stolz ausgestreckt, als Zeichen ihres Triumphes.

Ihr könnt mit Euren Händen und Fingern nicht nur Zeichen und Gesten darstellen, sondern auch Kreuzchen setzen: Wie zum Beispiel bei den Kommunalwahlen am 13. September. Wir haben alles zusammengefasst, was Ihr vor den Wahlen wissen solltet.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Kontrastprogramm auf Reisen
Kontrastprogramm auf Reisen
Kontrastprogramm auf Reisen
„Schwul“ sollte keine Beleidigung sein
„Schwul“ sollte keine Beleidigung sein
„Schwul“ sollte keine Beleidigung sein
Bitte mehr Respekt, Leute!
Bitte mehr Respekt, Leute!
Bitte mehr Respekt, Leute!
Roadtrip nach Arizona
Roadtrip nach Arizona
Roadtrip nach Arizona
Freunde treffen auf Parkplätzen
Freunde treffen auf Parkplätzen
Freunde treffen auf Parkplätzen

Kommentare