Das Bild zeigt die neue Bandkonstellation von AnnenMayKantereit: Links im Bild ist Frontsänger Henning May, neben ihm Christopher Annen und daneben Serverin Kantereit.
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Auch neu am neuen Album: AnnenMayKantereit sind jetzt nur noch zu dritt.

Im Gespräch mit Scenario

AnnenMayKantereit im Interview: „Corona kam auch von heute auf morgen“

  • vonLucas Kurth
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Dass ihr neues Album „12“ an einem Stück gehört wird, ist ihnen besonders wichtig: AnnenMayKantereit im Interview zur neuen Platte.

Völlig überraschend und ohne Promophase haben AnnenMayKantereit Anfang November ihr neues Album „12“ veröffentlicht. Ein Album, das mitten in der Pandemie entstanden und ganz anders als die bisherigen Platten der Kölner Band ist. Im Interview sprachen Henning May, Severin Kantereit und Christopher Annen mit uns über die Entstehung dieses Albums.

Was waren die Herausforderungen ein Album unter Corona-Bedingungen aufzunehmen?
Severin: Es war eine Umstellung und ein kleiner Schock, weil wir unsere Tour unterbrechen mussten. Uns war klar, dass wir die Zeit nutzen wollten, um neue Musik zu schreiben. Wir haben uns durch Chats geschrieben und zum ersten Mal in einem Raum getroffen als bereits viel Material vorhanden war. Die Arbeitsweise bringt Vorteile mit sich, weil man nicht an einem Ort sein muss. Das war für mich schön zu merken.
Was sind Eure Hoffnungen und Erwartungen, die Eure Hörer mitnehmen sollen, wenn sie das Album hören?
Henning: Hoffnungen und Erwartungen wollten wir gar nicht mitgeben. Wir lassen offen, was die Hörer mitnehmen sollen – wir versuchen, viel anzubieten. Vielleicht sollen sie die ein oder andere Situation anders wahrnehmen und fühlen. Das haben wir probiert, damit sich jeder etwas rausziehen kann.
Christopher: Wir haben ja auch in einem Brief geschrieben, dass wir uns freuen würden, wenn man das Album am Stück hört. Ich persönlich finde es schön, sich eine halbe oder dreiviertel Stunde sich mit einem Album zu beschäftigen.
Warum habt Ihr Euch dafür entschieden, das Album „spontan“ ohne Promophase zu veröffentlichen?
Severin: Ich glaube, wir wollten nicht ein oder zwei Songs voraus schicken und für das Album werben. Leute sollen es in einem durchhören und für sich entscheiden, welchen Song sie schön finden. Dazu fanden wir den Überraschungseffekt sehr interessant. Corona kam auch von heute auf morgen und das wollten wir auch mit dem Album umsetzen. Montagnacht sind die meisten um 23:30 Uhr im Bett und für viele Fans war es eine Ausnahme wach zu sein.

Spontaniteit bedeutete inhaltliche Freiheit

Was hat Euch dazu bewegt, so politisch zu werden und erfordert es Mut?
Henning: Es erfordert Überwindung, Lieder zu veröffentlichen, die Dinge auf den Punkt bringen, weil es einen angreifbar macht. Wir leben in einer Zeit, in der Menschen, die sich politisch äußern, mit dem entsprechenden Hass „belohnt“ werden. Wir haben jetzt keine Diskussion geführt, ob das Album politisch werden soll, sondern es sind Einzelentscheidungen in Songs. Durch Corona haben wir gemerkt, wie die Politik unser Leben beeinflusst, z.B. durch die Absage von Großveranstaltungen.
Severin: Es hing auch damit zusammen, dass wir nicht geplant hatten, ein Album zu veröffentlichen. Dadurch konnten wir musikalisch und inhaltlich freier arbeiten. Als es dann fertig war haben wir uns schon gefragt, was passiert, wenn wir es veröffentlichen.

Bock auf Konzerte, ist weiter da

Was ist Euer Lieblingssong auf dem Album?
Christopher: Mein Lieblingssong ist „Das Gefühl“, weil ich einen längeren Song schön finde und er gewisse Sachen auf den Punkt bringt.
Henning: Ich habe zwei Lieblinge. Einmal das Interlude, weil ich da nicht singe, und ich finde es sehr beeindruckend, wenn man auch ohne Worte Gefühle zum Ausdruck bringt. Es beendet die Zeit des Aufatmens. Ich mag auch „Zukunft“ sehr gerne, weil es der letzte Song ist, den wir auf das Album gepackt haben. Er ist spontan entstanden und ich hatte morgens eine Idee. Das Ganze habe ich am letzten Tag über das Klaviermikro eingesungen und Severin hat den Groove eingespielt, Christian hat sein Solo dazu eingespielt und der Song war fertig. Das war ein wichtiger Moment für mich, nach der langen Zeit.
Severin: Ich finde „Padaschdi“ ist das Gegenteil von „Zukunft“. Wir haben uns ihn so oft hin und her geschickt, was ich sehr interessant fand. Wir haben ihn oft verändert, z.B. einen russischen Refrain entwickelt und ich fand es spannend, neue Sprachen auszuprobieren.
Plant Ihr virtuelle Konzerte für Eure Fans, um das Album live zu performen?
Henning: Das ist unser großer Traum, definitiv. Es hat uns jemand geschrieben, dass er sich überhaupt nicht vorstellen kann, wie man solche Songs live spielen kann. Ich habe im Sommer ein Picknickkonzert von Farber gesehen, welches sehr schön war. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir probieren werden im kommenden Jahr etwas ähnliches umzusetzen, sofern es möglich ist. Wir haben große Lust!

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