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Zu seinem Album „Filter“ ist nun auch ein Bundle mit Konzertmaterial erschienen.

Im Gespräch mit Scenario: Tim Bendzko

"Ich wollte nie eine Kopie von jemandem werden"

  • vonLucas Kurth
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Tim Bendzko im Interview mit Scenario über seine musikalischen Vorbilder und Bühnen-Fails.

Er gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Musiker hierzulande. Mit uns sprach Tim Bendzko über sein Album „Filter“, warum er keinen Plan B wollte und was er sich in diese Zeit wünscht. 

Tim, Dein Album „Filter“ ist letztes Jahr erschienen, nun steht das Bundle, bestehend aus dem Album und der Live-CD in den Startlöchern. Wie kam es zu dem Albumnamen „Filter“? 

Ich habe sehr lange überlegt und finde das Wort Filter sehr spannend. Jeder versteht darunter etwas anderes, egal ob Kamerafilter, Instagramfilter oder Kaffeefilter. Ich habe noch nie so viele Songs für ein Album geschrieben und wollte das Beste herauskitzeln. 

Ich finde „Filter“ ist ein sehr interessanter Titel. Über was würdest Du selbst gerne einen Filter legen? 

Das bin ich noch nicht gefragt worden. Wahrscheinlich über meinen Körper, wenn ich mal nicht beim Sport war. (lacht) 

Hast Du Dir im Vorfeld bei der Erstellung des Albums Gedanken gemacht, in welche Richtung Du gehen möchtest? 

Im Vorfeld habe ich mir schon Gedanken gemacht – auch wenn es sehr hypothetisch ist. Man stellt sich immer vor, wie etwas sein soll. Glücklicherweise hat es in dem Fall auch geklappt. Ich wollte, dass das Album selbstbewusster wird, musikalisch und textlich. Ich merke es vor allem, wenn wir die Lieder spielen, dass sie einen selbstbewussteren Text besitzen als die Songs von vergangenen Alben. Wenn man älter wird, ist es gut, wenn die Songs mitwachsen. 

Du bist schon als Jugendlicher zur Musik gekommen. Was wäre Dein Plan B gewesen? 

Mein Ratschlag in der Hinsicht wäre, dass man keinen Plan B haben darf. Wenn man weiß, wofür das eigene Herz schlägt, sollte man sich darauf konzentrieren und nicht bereits eine Ausweichmöglichkeit im Vorfeld suchen. Als Kind habe ich immer gesagt: Wenn ich einen Plan B habe, werde ich auch da landen, weil die Ausrede schon bereit ist. In dem Fall sollte man alles auf eine Karte setzen, gerade was die Berufswahl angeht. 

Hattest Du zu dem Zeitpunkt Vorbilder? 

Ich wollte nie eine Kopie von jemandem werden, aber es gab immer Sänger, die ich toll fand. Herbert Grönemeyer, Xavier Naidoo und viele deutschsprachige Künstler fand ich gut, aber auch Michael Jackson. Zuhause habe ich immer gerne seine Choreografien nachgetanzt. Für die ersten Songs habe ich mich von ihnen auch inspirieren lassen. Es war ein guter Weg, die eigene Richtung zu finden und den Stil zu entwickeln. 

Dein neues Bundle enthält auch ein Livekonzert. Bei so einem Konzert kann immer viel passieren. Gibt es einen Moment, der Dir besonders in Erinnerung geblieben ist? 

Unendlich viele. Weniger einzelne Momente, sondern gesamte Konzerte, die sich in eine Richtung entwickelt haben. Manchmal gibt es die berühmten magischen Abende. Das Letzte, woran ich mich erinnere, ist tatsächlich eine nicht so positive Erinnerung. Wir haben ein Konzert im Autokino in Luxemburg gespielt und ich wollte witzig sein. Ich war bei den Zuschauern und wollte so tun, als würde ich auf die Bühne springen. Blöderweise bin ich mit meinem Fuß an einem Kabel hängen geblieben, welches mit weißem Klebeband abgedeckt war. Das war für alle auf der Bühne ein kurzer Schreckmoment. 

Worauf freust Du Dich, wenn die aktuelle Situation rund um Corona überwunden ist? 

Am meisten freue ich mich darauf, wenn wir wieder „normal“ auf Tour gehen können. Gleichzeitig glaube ich, ist es eine Illusion zu glauben, dass es einfach so vorbei sein wird. Die Situation ist nun schon eine ganze Weile so und ich glaube, wir wären gut beraten, wenn wir uns Gedanken machen, wie wir damit umgehen können, auch wenn die Situation noch da ist.

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