Alicia Keys trägt eine gelbe Bluse. Der Bildausschnitt zeigt sie Brustaufwärts vor einer lilafarbenen Wand. Die Haare trägt sie streng nach hinten gebunden. Sie deutet ein Lächeln an.
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Auf „ALICIA“ hat sich Alicia Keys von ihren Freunden und starken Frauen inspirieren lassen.

Im Gespräch mit Scenario: Alicia Keys

Musik ist Medizin

  • vonSteffen Rüth
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Superstar Alicia Keys möchte mit ihrem neuen Album positive Energien vermitteln und sich selbst endlich wieder mehr feiern.

Sechs Monate nach dem ursprünglich geplanten Termin hat Alicia Keys nun endlich ihr siebtes Album „ALICIA“ herausgebracht. Die Platte der 39-jährigen US-amerikanischen Sängerin, Songschreiberin, Pianistin und – zunehmend – Aktivistin steckt zum einen voller dynamischer Mutmach-Songs, zum anderen spart Keys auch nicht an emotional-melancholischen Balladen. Wir haben uns mit Alicia über ihr neues Meisterwerk unterhalten.

Seit einem halben Jahr liegt wegen der Corona-Pandemie eine Art Schleier über der Welt. Wie bist Du, und wie seid Ihr als Familie mit der Situation zurechtgekommen?
Anfangs habe ich mich unsicher, unwohl und verwirrt gefühlt. Ich wusste nicht, was passiert und was ich tun sollte. Nach einer Weile habe ich erkannt, dass diese erzwungene Verlangsamung auch eine Chance bedeutet. Ich habe noch nie so viel Zeit an einem Stück und an einem Ort mit meinem Mann und mit unseren Kindern verbringen dürfen. Wir waren praktisch die ganze Zeit zusammen.
Du bist seit zehn Jahren mit dem Produzenten Swizz Beatz verheiratet. Konntest Du noch neue Seiten an ihm entdecken?
Wir kennen uns wirklich in- und auswendig. Unsere Verbindung ist super eng, wir haben eine wunderbare Freundschaft, wir wissen aber auch, wie man sich aus dem Weg geht, bevor wir uns gegenseitig auf die Nerven fallen. Wir haben uns echt toll verstanden und auch unsere beiden Jungs noch besser kennengelernt.
Du bist seit Deinem ersten Hit „Fallin‘“ und Deinem Debütalbum „Songs In A Minor“ vor 19 Jahren ein Weltstar. Hast Du das Feiern Deiner selbst über die Jahre vernachlässigt?
Gott, ja. Ich habe eine Menge verpasst und auf vieles verzichtet. Ich habe mich immer heruntergespielt, heruntergespielt, heruntergespielt. Das ging in die Richtung „Ach, das ist doch nichts Besonderes“, oder „So gut bin ich doch gar nicht“
Wann hat das aufgehört?
Eine Menge hat sich verändert, als ich meinen Mann kennenlernte. Er verstand meine Zurückhaltung nicht. Er meinte „Wenn sie wegen dir eine Party schmeißen, dann freu dich doch.“ Swizz hat mich dazu gebracht, meine Triumphe zu umarmen, zu sagen „Ja, das war ich, die diesen Song geschrieben hat.“ Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mir diese Perspektive verschafft hat.
Von wem ist das Stück „Underdog“ inspiriert?
Von meinen Freunden und mir. Ich wuchs im damals noch ruppigen New Yorker Stadtteil Hells‘ Kitchen auf, meine Mutter zog mich alleine groß. Wir alle, meine Freunde, Bekannten, versuchten unseren Weg zu finden, unsere Träume zu verwirklichen, es einfach nur irgendwie zu packen, nicht unterzugehen und sich nicht unterkriegen zu lassen. Diesen Glauben daran, dass alles möglich und erreichbar ist, halte ich für eines der wunderbarsten Gefühle überhaupt. Der Underdog ist der, den du anfeuerst. Damals waren wir alle Underdogs.
Ist es momentan, wo überall die zwischenmenschlichen Gräben noch so tief sind, besonders wichtig, umarmende und positive Musik zu machen?
Ja. Empathie ist meine Mission. Ich habe genug von dem ganzen Bullshit, von all dem Negativen und Destruktiven. Es gibt zu viele Faktoren, die es uns schwer machen, uns gut zu fühlen. Ich persönlich will positive Energie, Licht und Wärme liefern. Musik ist ein Motor der positiven Veränderung und der Inspiration. Und sie ist eine sehr wirksame Medizin.

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