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Geht’s bitte noch lässiger? Sänger Clueso ganz entspannt auf dem Sofa mit einem Stück Pizza in der Hand. Unfreiwillig das perfekte Foto für diese Zeiten.

Im Gespräch mit Scenario: Clueso 

Der Geschichtenerzähler des deutschen Pops

  • vonSina Dietz
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  • Lucas Kurth
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Bei uns erfahrt Ihr, zu welchen Songs Ihr Clueso auf der Tanzfläche findet und welche musikalische Rolle sein Bruder für ihn spielt.

  • Clueso tanzt sich mit seiner neuen Single "Tanzen" in die deutschen Charts. Uns hat er erzählt, bei welchen Songs man ihn auf der Tanzfläche findet
  • Außerdem erfahrt Ihr, was der Rosarote Panther mit seinem Künstlernamen zu tun hat

Mit seiner neuen Single „Tanzen“ hat Clueso aktuell den zweiten Song innerhalb kürzester Zeit veröffentlicht. Zuletzt lief „Sag Mir Was Du Willst“ im Radio rauf und runter. Wir sprachen mit dem Erfurter unter anderem über seine nächsten Pläne, seine Anfangszeit und bei welcher Musik er auf der Tanzfläche zu finden ist.

Du hast vor kurzem Deine neue Single „Tanzen“ veröffentlicht. Was ist die Botschaft hinter diesem Song? 

Ich mag es nicht, einen Beipackzettel zu einem Song mitzuliefern, kann es aber verstehen, wenn es die Leute interessiert: Es geht um ein Pärchen, das in dessen Beziehung viele Fragen aufwirft. Anstatt, dass sie miteinander kommunizieren, machen sie immer das Gegenteil von dem, was der andere macht. Geht er feiern, ist sie eifersüchtig. Aus dem Song kann sich also jeder das rausnehmen, was er gerne möchte. Es gibt nicht die eine klare Botschaft. 

Gibt es Pläne, wann Dein neues und somit neuntes Album erscheinen soll? 

Wir haben uns letztes Jahr dafür entschieden erst mal nur vereinzelt Songs herauszubringen, um uns dem Streaming anzugleichen. Ich war am Anfang etwas skeptisch, muss aber sagen, dass mir das als Künstler sehr entgegenkommt. Da ich immer sehr schnell schreibe und ich so, nachdem ein Song veröffentlicht wurde, sofort einen anderen Song rausbringen kann, der mit einem anderen Sound spielt.

Das wird sich jetzt vermutlich sechs bis sieben Singles so hinziehen und Ende des Jahres, Anfang des nächsten Jahres wird es dann ein neues Album geben. Bei mir wird es immer ein Album geben – zumindest Stand heute. So haben mich meine Fans auch kennengelernt, dass ich immer gerne eine große Geschichte erzähle und das Beste aus einer Zeit liefere.

Einer deiner größten Hits ist „Cello“ mit Udo Lindenberg. Mit welchem Duett-Partner würdest Du zukünftig gerne mal ein Lied aufnehmen? 

Gute Frage. Jetzt im Zuge des Albums mache ich mir gerade Gedanken, ob es ein schönes Feature geben könnte. Das möchte ich aber noch nicht verraten, weil ich die Leute dann lieber persönlich frage. Das wiederum habe ich von Udo gelernt, der jemand ist, der einfach selbst das Telefon in die Hand nimmt und selbst die Leute anruft. Das habe ich mir abgeguckt. So habe ich jetzt bei Produzenten die Leute selbst auf Instagram angeschrieben oder bin direkt zu ihnen hin und habe gefragt: „Habt Ihr Bock mit mir zu arbeiten?“. Das werde ich auch demnächst wieder machen. 

Dein Bruder Martin Hübner ist u.a. als DJ tätig. Könntest Du Dir vorstellen, mit ihm zusammen einen Song zu veröffentlichen? 

Das haben wir schon gemacht. Wir haben viele B-Seiten gemacht, die kaum Leute kennen. Mein Bruder ist in jede Produktion, die ich mache, involviert. Zum Beispiel bei meinem Album „Handgepäck“ hat er mir sehr geholfen. Bei jedem Album ist er kurz vor Abgabe am Start. Oder wenn es um den Gesang geht, weil er mich am besten kennt und mir sagen kann, wenn ich meine Stimme verstelle. 

Als Musiker probiert man viel aus oder verrennt sich in Vorbilder und da ist dann mein Bruder am Start, der mir hilft und mich runterholt oder mir sagt „da bricht die Stimme so schön – versuch das doch noch mal“. Macht richtig viel Spaß mit ihm, aber ich lege auch selbst seit sieben Jahren mit dem Regisseur Baris Aladag auf. Mit ihm habe ich auch den Song „Gewinner“ geschrieben. Aber wir legen immer unter anderem Namen auf, damit wir keinen Personenkult haben. So bin ich im Elektro auch irgendwie hängengeblieben. 

Deine Lieder sind eher ruhig und entspannt. Könntest Du Dir vorstellen, mal ein anderes Genre auszuprobieren oder in einer anderen Sprache zu singen? 

Das kommt darauf an. Englisch würde mich mal interessieren. Allein schon wegen dem Zugang zur Welt. Doch um in einem anderen Land erfolgreich zu sein, muss man eine ganz schöne Tour hinter sich bringen. Englische Songs bedeuten viel Rennerei Ich kenne das von Freunden von mir, Milky Chance, die wirklich Erfolg hatten in Amerika. Da fährst du eine richtige Ochsentour und besuchst jeden einzelnen Radiosender, um überhaupt erst mal gespielt zu werden. 

Aber auf Englisch würde ich mir vermutlich einen Native-Speaker holen, jemand der die Sprache kann und etwas mit Linguistik zu tun hat, damit der mir dann hilft solche Vergleiche wie in „Chicago“ „Sie gibt den Löffel ab“ – das gibt’s im Englischen gar nicht, weil es eine deutsche Redewendung ist – auszudrücken. 

Apropos „Tanzen“. Zu welcher Musik kannst Du gut tanzen? 

Ich kann zu allem tanzen, wo ich auch eine Verbindung in der Musik spüre. Seeed hat zum Beispiel viele Songs, wo man ums Tanzen nicht drumherum kommt. International gibt es von Mac Miller und Anderson. Paak den Song „Dang!“, den spiele ich immer, bevor ich auftrete, weil er so zum Tanzen einlädt. Wenn mich also ein Song bewegt, stehe ich nicht am Rand. 

Wie kam es überhaupt zu dem Künstlernamen Clueso?

Ich glaube jeder der Musik macht und sich einen Namen gibt, fragt sich meistens, warum er das macht. Ich weiß nicht, ob „Die Ärzte“ oder „Die Toten Hosen“ sich immer über ihren Namen gefreut haben. Manchmal frage ich mich auch: Warum ausgerechnet Clueso? (lacht) Der Name kommt von Clouseau aus dem Film „Der rosarote Panther“. Dort gab es diesen Inspektor. Von meinen Freunden habe ich diesen Namen bekommen, da ich wie er, immer aus dem Bauch agiert habe. Am Ende ging der Fall, in diesem Fall meine musikalische Karriere, auf. Zudem war ich, wie er, zu meiner Anfangszeit sehr tollpatschig.

Zuletzt haben wir mit Fußballweltmeister Christoph Kramer über seine Schulzeit und seinen Weg zum Fußballprofi gesprochen. Das Interview findet Ihr hier.

Außerdem hatten wir vor einiger Zeit Studentin Yasemin im Gespräch. Sie hat das Magazin "Literarische Diverse" geschaffen und uns von ihrer Motivation erzählt. 

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