Vor einer Wand mit aufgzeichnetem, weit aufgerissenem Maul stehen die vier Bandmitglieder von Ghostkid. Frontman Sebastian steht im Vordergrund mit weißen Kontaktlinsen und wuscheligem Haar. 
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Nein, die Band hat sich nicht extra für Halloween herausgeputzt. Das ist der optische als auch musikalische Style von Ghøstkid rund um das ehemalige Eskimo Callboy-Mitglied Sushi (zweiter von links).

Im Gespräch mit Scenario: Ghøstkid

„Alles basiert auf einem bestimmten Gefühl“

  • vonLucas Kurth
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Sebastian „Sushi“ Biesler hat sich von Eskimo Callboy getrennt und verwirklicht sich nun selbst. Wir sprachen über die Gründe und Pläne.

Nach seiner Trennung von Eskimo Callboy ist Sebastian „Sushi“ Biesler nun mit seinem neuen Soloprojekt Ghøstkid gestartet. Wir haben uns mit ihm getroffen und über Ausstiegsgründe, neue Bandkollegen, das neue Album und seinen Traumpartner für einen guten Kaffee gesprochen.

Nach Deinem Ausstieg bei Eskimo Callboy steht jetzt Dein Soloprojekt „Ghøstkid“ in den Startlöchern. Was erwartet uns bei diesem neuen Projekt?
Schwierig, das zum aktuellen Zeitpunkt zu beantworten. Der Sound wird auf jeden Fall düster, aggressiv und vielleicht ein bisschen poppig. Das beschreibt es ganz gut.
Die Trennung von deiner Band kam für viele überraschend. Wie lange ist der Entschluss in Dir gereift und was waren die Gründe für das Ende der Zusammenarbeit nach zehn Jahren?
Es war ein längerer Prozess. Nach der letzten Platte war ich unzufrieden. Daraufhin habe ich mir eine Gitarre genommen und angefangen, eigene Songs zu schreiben. Dabei habe ich gemerkt, dass es mir sehr viel bedeutet und mir gutgetan hat. Im Anschluss musste ich die Wahl treffen. Entweder mache ich das weiter, was meine Einkommensquelle ist, aber mich nicht glücklich macht, oder ich löse mich davon und wage einen Neuanfang.
Gibt es Künstler, an denen Du Dich für Dein Soloprojekt orientierst?
Ein großer Einfluss war und ist noch immer Marilyn Manson. Er prägt mich bis heute. Aber auch moderne Band wie Bring me the Horizon oder The Feaver finde ich gut. Dabei geht es nicht darum wie die Band zu klingen und den Sound zu kopieren, sondern zu schauen, wie sie bestimmte Sachen angehen, z.B. bei Bring me the Horizon die Vielseitigkeit. Daraus nehme ich viel mit und experimentiere selbst.
Was hilft Dir beim Schreiben neuer Lieder?
Die Ideen für die Lieder fangen meist mit dem Gesang, z.B. einer Sprachnotiz auf meinem Handy, an. Alles basiert aber immer auf einem bestimmten Gefühl und vieles entsteht aus dem Bauch. Ein konventionelles Rezept gibt es aber nicht.
Till Lindemann von Rammstein beispielsweise versteht sich auf der Bühne mehr als Kunstfigur, von der er sich im Privaten unterscheidet. Ist es bei dir ähnlich? Ist Ghøstkid für Dich auch eine Kunstfigur oder doch eher eine Möglichkeit, Seiten von Dir auszuleben?
Es ist ein bisschen von beidem. Ich beschreibe es gerne als mein Alter Ego. Als Privatperson kann ich Sachen nicht thematisieren, die ich als Ghøstkid aber ansprechen kann. Es ist eine Seite von mir, aber in einem anderen Gewand.
Du stehst nun mit einer neuen Band auf der Bühne. Wonach hast Du Deine Bandkollegen ausgesucht bzw. was war Dir wichtig?
Ich wollte bei meinem neuen Projekt das letzte Wort haben, und so habe ich es auch von Anfang an kommuniziert. Bei den neuen Bandmitgliedern war mir wichtig, dass ich mir von Anfang an vorstellen konnte mit ihnen zu arbeiten und sie meine Vision verstehen konnten. Es hat dazu geführt, dass ich gute Freunde für meine Band gewinnen konnte, wo ich wusste, sie können den Sound repräsentieren und fühlen das Gleiche wie ich.
Gibt es Künstler, mit denen Du gerne einen gemeinsamen Song veröffentlichen würdest?
Ich glaube, das wäre tatsächlich Marilyn Manson. Wobei ich mit ihm lieber einen Kaffee trinken würde (lacht). Das ist, glaube ich, in gewisser Weise normal, dass man mit den Künstlern, die man selbst bewundert, auch gerne zusammenarbeiten würde.

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