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Sein „gewisses Durchhaltevermögen“ hat sich für Gregor Meyle ausgezahlt.

Im Gespräch mit Scenario: Gregor Meyle

„Die Liebe zu dem, was wir machen, verbindet uns“

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Gregor Meyle nahm 2014 an der TV-Sendung „Sing meinen Song“ teil. Seitdem hat sich für den 41-jährigen Musiker einiges verändert, wie er Scenario im Interview schildert.

Gregor Meyle nahm sich für uns Zeit und plauderte über sein erstes Treffen mit Xavier Naidoo, nächtliches Songschreiben und seine Band. 

Scenario:  Vor fünf Jahren hast Du an der Fernsehsendung „Sing meinen Song“ teilgenommen. Damals war Xavier Naidoo der Gastgeber der Sendung. Wie kam der Kontakt zwischen Euch beiden zustande? 

Gregor Meyle: Das ist eine wirklich schöne Geschichte. Tim Mälzer besitzt in Hamburg ein Restaurant, die „Bullerei“. Früher hat er dort Charitykonzerte veranstaltet. 2009 wurden wir für ein kleines Konzert engagiert. Ich wusste nicht mal, ob Tim uns überhaupt kannte. Die Söhne Mannheims waren an diesem Abend vor ihrem Konzert in Hamburg dort essen. Irgendwann ist Xavier dann aufgestanden und hat mitgesungen. Nach dem Auftritt kam er zu mir und sagte mir: ,Gregor, ich kannte dich vorher nicht, aber wir müssen was zusammen machen.’ Ich habe mich dann nicht getraut, ihn anzurufen, weil ich ihn nicht nerven wollte – vier Tage habe ich es ausgehalten (lacht). 

Tim Mälzer gibt die Nummer raus

Dann bin ich nach Mannheim gefahren, und wir haben bis morgens Musik gemacht. Im Anschluss daran hatten wir aber zwei, drei Jahren keinen Kontakt – er hatte meine Telefonnummer verloren. Irgendwann hat mich dann Tim Mälzer angerufen und gefragt, ob er Xavier meine Nummer geben kann. Total strange! Dann kam der Anruf, und ich wusste, ich muss pünktlich zur Sendung ein Album veröffentlichen. Ich wusste, ich hatte nur einen Versuch – und der hat ganz gut geklappt (lacht). 

Scenario: Dein bekanntestes Lied ist wahrscheinlich „Keine ist wie du“, gesungen von Sarah Connor. Was bedeutet dieses Lied persönlich für Dich? 

Gregor Meyle: Ich habe zu dem Zeitpunkt in einer Wohnung gegenüber dem Melaten-Friedhof in Köln gelebt, und es war alles in Kisten eingepackt. Das war in einer Zeit, wo ich sehr an mir gezweifelt habe. An einem Abend war ich alleine im Kino und war der einzige Zuschauer im Saal. Zu Hause habe ich in der Nacht dieses Lied geschrieben. Quasi im Affekt. Wenn ich den Song heute spiele, habe ich die Erinnerungen an früher. 

Andere Bedeutung für die Zuhörer

Für die Leute im Publikum bedeutet er natürlich was komplett anderes. Das Lied hat eine richtige Reise gemacht. Er wurde unzählige Male gespielt, und es gibt so viele verschiedene Versionen davon, man könnte sagen, es ist ein Hit, obwohl das nie das Ziel war. Sarah hat, glaube ich, in dem Moment in Südafrika ihren Frieden mit der deutschen Musik geschlossen. Xavier und ich haben von Anfang an gedacht, dass es passen könnte. Ich bin stolz, was daraus geworden ist. 

Scenario: Du hast eine sehr große Band. Wie habt Ihr Euch gefunden und wie ist es, mit so vielen verschiedenen Menschen unterwegs zu sein? 

Gregor Meyle: In den letzten 15 Jahren ist meine Band nach und nach zusammengewachsen, und zu jedem Musiker könnte ich eine Geschichte erzählen. Beispielsweise mein Geiger Christian: Ihn habe ich in einer Kneipe kennengelernt, wir haben miteinander gesprochen, dann war er dabei. Wenn er anfängt zu spielen, hören alle zu. Massimo, mein Schlagzeuger, ist Produzent von „Sing meinen Song“ in der Schweiz. Viele in der Band spielen 300 oder mehr Konzerte im Jahr. Die Liebe zu dem, was wir machen, verbindet uns. Ich kann mir keine besseren Musiker vorstellen.

INFO Gregor Meyle: „Hätt‘ auch anders kommen können“-Tour 2019, 21. Dezember, 20 Uhr, Turbinenhalle Oberhausen. Karten gibt es im RZ- und SZ-Ticketcenter oder unter der Ticket-Hotline Tel. 0209/14 77 999.

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