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Mit „Athen“ veröffentlicht der Rapper sein fünftes Studioalbum.

Im Gespräch mit Scenario: Max Herre

„Entweder er wird Rapper oder Olivenbauer auf den Kykladen“

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Der Ex-“Freundeskreis“-Frontmann Max Herre hat mit uns über seine Jugend, seine Eltern und seine Verbindung zu Griechenland gesprochen.

  • Pünktlich zur Veröffentlichung seines Albums "Athen" haben wir mit Rapper Max Herre gesprochen
  • Max Herre hat uns erzählt, welchen Bezug er zu Athen hat und was er als 17-Jähriger beruflich machen wollte

Rapper Max Herre haut mit „Athen“ nach sieben langen Jahren mal wieder ein Studioalbum raus. Überwiegend ruhig und persönlich sowie insgesamt eher Singer/Songwriter als Rapper, erzählt Herre aufrichtige Geschichten aus seinem Leben. Mit Scenario hat er über einen Teil dieser Geschichten gesprochen, wie zum Beispiel seine Jugendzeit. 

Max, im Song „Siebzehn“ beschreibst Du Dich selbst als Kiffer und Schulschwänzer. Ist der Text eine Warnung an Deine beiden 18 und 16 Jahre alten Söhne? 

Der Song ist eine Spiegelung meines 17-jährigen Ichs in meinem älteren Sohn. Wenn man selbst Elternteil ist, kommen einem die Sachen plausibel vor, die einem die eigenen Eltern erzählt haben und die man damals nicht hören wollte. Als Erwachsener kann ich die Geschichten aus meiner Jugend verklären und vom Ende her erzählen. Aber wenn Du mitten drinsteckst in Deiner Jugend, dann ist der Ausgang ungewiss. Heute habe ich Verständnis dafür, dass sich meine Eltern manchmal Sorgen machten.

Wusstest Du mit 17, was Du werden wolltest? 

Ich hatte einen Wunsch, aber keinen Plan. Ich brauchte für die Schule zwei Jahre länger als die anderen, habe danach als Zivi im „Jugendhaus Mitte“ Musik- und Kulturveranstaltungen organisiert und hatte am Ende meines Zivildienstes schon einen Plattenvertrag. Damals legten wir schon den Grundstein für „Quadratur des Kreises“, das erste Freundeskreis-Album. Seitdem musste ich mir die Frage, was aus mir werden soll, nicht mehr stellen. 

Hast Du jemals studiert? 

Ich war an der Uni eingeschrieben, aber eigentlich nur wegen der Krankenversicherung.

Haben Dich Deine Eltern gewähren lassen? 

Am Anfang war es für sie nicht einfach, und man hörte schon öfter Fragen wie „Was ist denn jetzt dein Plan?“ Als wir für „A-N-N-A“ eine Goldene Schallplatte bekamen, habe ich extra auch eine für meine Eltern machen lassen. Das war für sie dann wie ein Diplom.

Im Song „Athen“ erzählst Du die Geschichte von Dir und einer einstigen Liebe. Ihr wollt mit dem Auto nach Athen, aber trennt Euch bereits auf einer Raststätte in Mazedonien. Ist die Geschichte wahr?

Im Kern ja, aber nicht in allen Details. Als Geschichtenerzähler behalte ich mir vor, Erlebnisse zu verdichten und vielleicht auch Bögen zu spannen, die es in der Realität so nicht gegeben hat. 

Was für einen Bezug hast Du eigentlich zu Athen? 

Als Kind und auch später bin ich oft dort gewesen. Mein Vater hat Ende der Achtziger in Athen gelebt, es ist bis heute seine Lieblingsstadt. 

Was hat er dort gemacht? 

Gearbeitet. Mein Vater ist Sportarchitekt, er war am Bau des Olympiastadions, des Velodroms und des Schwimmbads beteiligt. 1996 wollte Athen ja schon Olympia haben, 2004 hat es dann geklappt. Ich wollte seinerzeit gern zu ihm ziehen, aber dann hätte ich nicht in Stuttgart mein Abitur machen können. Athen war auch für mich immer ein Sehnsuchtsort. Neulich noch habe ich in meiner alten Abizeitung geblättert. Da stand über mich: „Entweder er wird Rapper oder Olivenbauer in den Kykladen“. 

Sind Deine Eltern Vorbilder für Dich? 

Ja. Natürlich prägt einen das, was man vorgelebt bekommt. Für mich ist das wie ein Kompass. Meine Mutter hat viele Geschwister, ich war und bin ein Familienmensch, wir sind schon ein großer Verband. Gemeinschaft ist mein Ideal. Das Alleinsein behagt mir nicht so.

INFO Max Herre – „Athen Tour 2020“ 15. März Beginn 20 Uhr Colosseum Theater Essen 16. März Beginn 20 Uhr E-Werk Köln Karten gibt es ab 48,95 Euro im RZ- und SZ-Ticketcenter oder unter der Ticket-Hotline ( 0209 / 14 77 999. zu kaufen.


Zuletzt hatten wir Sänger Bosse im Interview.Er verriet uns, was er sich noch für seine musikalische Karriere wünscht. 

Beim World Club Dome in Düsseldorf haben wir mit Niko vom DJ-Duo Gestört aber GeiL gesprochen. Es ging um Karriere im Doppelpack und das Leben eines DJs.

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