Matthias Schweighöfer steht auf einer Bühne und singt in ein Mikrofon. Den linken Zeigefinger reckt er in die Luft, um das Publikum zu animieren.
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Matthias Schweighöfer ist nicht mehr nur als Schauspieler bekannt. Seit einigen Jahren macht er auch seine eigene Musik.

Im Gespräch mit Scenario: Matthias Schweighöfer

„Ich fange gerade an, erwachsen zu werden.“

  • vonSteffen Rüth
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Musikalisch und filmisch geht Matthias Schweighöfer neue Wege. Ob einer dieser Wege nach Hollywood führt, hat er uns verraten.

Ein großer Sänger wird Schauspieler Matthias Schweighöfer in diesem Leben zwar nicht mehr. Trotzdem ist es sehr passabel, was der 39-Jährige mit seinem zweiten Album „Hobby“ (das klar besser ist als sein Debüt „Lachen Weinen Tanzen“ und am 4. September erscheint) geleistet hat. Wir unterhielten uns mit Matthias Schweighöfer in Berlin.

Du neigst offenbar dazu, dein Hobby zum Beruf zu machen. Weniger Stress bedeutet das sicher nicht, wenn Du jetzt auch noch Musiker bist.
Ich gucke auf mein Leben und frage mich: Womit verbringe ich die meiste Zeit? Was mache ich wirklich zu hundert Prozent gerne? Erst dann überlege ich, ob ich damit auch Geld verdienen kann und wie ich das zeitlich in mein Leben integriere. Schauspielerei und Musik ergänzen sich gut, beides ist Unterhaltung. Und es sind zwei Dinge, die ich ein bisschen kann.
Wenn man „Hobby“ hört, hat man zumindest das Gefühl, Dir relativ nah zu kommen. Die Texte sind für ein deutschsprachiges Mainstream-Popalbum vergleichsweise tiefgründig. Ist die Intimität echt?
Ja. Ich habe mich mit den Jungs und Mädels, mit denen ich die Lieder geschrieben habe, hingesetzt, und wir haben überlegt: Was beschäftigt mich? Was beschäftigt vielleicht meine Generation? Das Album sollte bewusst ehrlich und sehr nahbar sein. So schön die Schauspielerei auch ist, sie beinhaltet immer eine gewisse Form von Distanz. Ich gehe in meinen Rollen auf, aber es sind trotzdem Figuren, die ich spiele.
Du beschäftigst Dich auf Deinem Album durchaus auch mit Deinem Lebensweg, so im Song „Lauf“. Also: Wo stehst Du?
Ich glaube, ich fange gerade an, erwachsen zu werden. Ich blicke mehr nach links und rechts, nicht mehr nur geradeaus und auch nicht zurück. Ich versuche, im „Hier“ zu sein. Wenn ich ins Bett gehe, helfen mir Gedanken wie „Das könnte jetzt mein letzter Tag gewesen sein – war es auch ein cooler Tag?“
„Du fehlst“ ist ein Duett mit Ruby. Hat sie darauf gepocht, mit aufs Album zu kommen?
(lacht) Nein, sie wollte nicht. Wir waren im Spreewald, als wir den Song aufgenommen haben, und mussten wirklich lange auf sie einreden. Ich habe ihr gesagt, sie würde klingen wie die junge Nena. Der Song handelt übrigens von zwei Menschen, die aneinander vorbeikommunizieren. Ich finde großartig, was sie macht, ich glaube aber nicht, dass Ruby jetzt eine Karriere als Sängerin anstrebt.
Deine Tochter ist 11, dein Sohn 6. Wollen die auch Schauspieler werden?
Ambitioniert sind sie schon, aber nicht so extrem. Meine Tochter hat einen großartigen Humor, und es ist schon absurd, wie sehr sie mich an mich selber erinnert. Wenn sie den behält, dann wird sie mal eine sehr lässige, sehr lustige Frau. Die Zeiten sind heute anders. Früher gab es Theater, heute gibt es Apps. Ich glaube, wenn ich heute 10 wäre, hätten TikTok und Konsorten echtes Suchtpotential für mich.
„Resistance“, der nächste Film in dem Du zu sehen bist, ist eine Hollywoodproduktion, bei der deine Firma coproduziert hat, auch der Zombiefilm „Army Of The Dead“, der Anfang 2021 anlaufen soll, ist in Los Angeles entstanden. Orientierst du dich jetzt insgesamt stärker Richtung Hollywood?
Ja, schon. Ich habe in den letzten zwei Jahren viel Zeit in Amerika verbracht. Ich liebe die grenzenlose Energie und die Ideenvielfalt. Und dass man dort gleich willkommen geheißen wird. Dieses „Schuster, bleib‘ bei denen Leisten“-Denken, mit dem ich ja auch ein bisschen zu kämpfen habe, ist dort einfach nicht so üblich wie in Deutschland. Sobald man wieder hinkann, werde ich auch wieder dort sein.

Topmodel Anne-Sophie Monrad hat im Interview mit Scenario über ihr Buch "Fashion Victim" gesprochen. Dort und im Interview packt sie aus, über die Schattenseiten, den Hungerwahn und den Machtmissbrauch in der Modelwelt.

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