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Das heimische Badezimmer teilt sich Sam Fender aktuell noch mit seiner Mum. Für ihn kein Problem!

Im Gespräch mit Scenario: Sam Fender

„Ich mache definitiv nichts Neues“

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Indie-Rock-Sänger Sam Fender versteht den Hype um seine Musik nicht ganz. Er selbst findet, er klingt wie die Bands der letzten Jahre.

Endlich mal wieder ein englischer Singer/ Songwriter, dessen Stücke ein bisschen nach Indie-Rock klingen und dessen Kanten von der Musikindustrie noch nicht ganz abgeschliffen wurden: Sam Fender, 25, kommt Ende Februar für ein Konzert nach Köln. Wir haben vorab mit ihm gesprochen.

Wie und wann hast Du mit der Musik angefangen? 

Nach der Scheidung meiner Eltern bekam ich eine Gitarre. Ich war acht. Ich bin nach der Schule oft sofort in mein Zimmer gegangen, um zu üben. Oft schlief ich noch in Schuluniform und mit der Gitarre auf dem Bauch abends ein. Mit 13 schrieb ich erste Songs, mit 14 war ich in einer Band, wir spielten in Restaurants für 150 Pfund pro Abend, was nicht schlecht war. Mit 18 traf ich meinen späteren Manager, er landete zufällig in dem Pub in North Shields, in dem ich an der Bar arbeitete und sowieso immer abhing. Ich spielte ihm dort etwas vor, und er nahm mich kurz darauf unter Vertrag.

Lebst Du noch bei Deiner Mutter? 

Ja, Mum und ich leben in einer kleinen Wohnung in North Shields, wo ich herkomme. Seit fast zehn Jahren.

Willst Du noch keine eigene Wohnung haben? 

Ach, was soll das bringen? Es gibt weder einen Grund noch die Notwendigkeit, auszuziehen. Ich komme sowieso nur sporadisch heim, und dann auch meist kurzfristig. Eine eigene Bude wäre nur lästig. Natürlich will ich nicht den Rest meines Lebens bei Mum hocken, aber sie ist ein wirklich witziger Mensch. Ein paar Gläser Wein, und wir haben Spaß. Mum ist mein bester Kumpel. 

Hast Du eigentlich einen Beruf gelernt oder studiert? 

Nein, auf der Uni habe ich versagt. Ich habe ein bisschen Englische Literatur studiert, aber ich wollte Musiker sein und kümmerte mich nicht um mein Studium. Ich mochte auch viele meiner Kommilitonen nicht, Snobs. 

Welche Bands haben Dich beeinflusst? 

Ich wuchs mit einem zehn Jahre älteren Bruder auf, er hörte viel Nirvana, Britpop, R.E.M., die Stone Roses. Also habe ich das dann auch gehört. Als ich älter wurde, stand ich auf die Smiths, Joy Division und Bruce Springsteen.

Deine Songs klingen erfrischend. So rockig und ein bisschen kratziger. Nicht so poliert wie bei vielen deiner Kollegen. 

Danke, ich höre das öfter, aber ich weiß gar nicht, warum alle denken, meine Lieder seien so originell. Ich mache einfach Gitarrenmusik. Vielleicht sind manche Themen ein bisschen ernster, andererseits hatten schon die Monkees soziale Inhalte in ihren Songs, und das war in den Sechzigern. Aber mein Sound? Ich höre mich doch an wie die ganzen Bands der letzten 20, 30 Jahre. Ich mache definitiv nichts Neues. (Steffen Rüth)

Info:   Sam Fender – Tour 2020: 27. Februar 2020 um 20 Uhr im Palladium auf der Schanzenstr. 40 in 51063 Köln.

Karten gibt es ab 36,10 Euro im RZ- und SZ-Ticketcenter oder unter der Ticket-Hotline  0209 / 14 77 999.

Wir haben auch kürzlich ein Interview mit Lotte geführt. 

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