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Den gebürtigen Münsteraner könnt Ihr im Sommer live beim Zeltfestival Ruhr in Bochum sehen.

Im Gespräch mit Scenario: Johannes Oerding

Bei den Pfadfindern war er der „Jukebox-Johnny"

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Ja, Lagerfeuer-Gitarrist war er mal. Heute füllt Johannes Oerding große Hallen. Und wird auf seinem sechsten Album erstmals politisch.

  • Johannes Oerding wird auf seinem aktuellen Album "Konturen" erstmals politisch - wir haben mit ihm über seine Beweggründe gesprochen
  • Außerdem erzählt Johannes Oerding, warum die Lagerfeuer-Atmosphäre bei "Sing meinen Song" so besonders für ihn war

Bewährt und doch neu: Lässiger Pop, starke Melodien und eine wiedererkennbare Stimme zeichnen auch „Konturen“ aus. Zusätzlich aber wagt sich der gebürtige Niederrheiner Johannes Oerding auf seinem sechsten Album erstmals auch an gesellschaftskritische und politische Texte. Im Sommer könnt Ihr Johannes Oerding live beim Zeltfestival Ruhr sehen. Um Euch einen kleinen Vorgeschmack zu liefern, haben wir mit ihm gesprochen. 

Johannes, im Lied „Unter einen Hut“ beschreibst Du Dich selbst als „erwachsenes Kind“. Wie kommen der Junge und der Mann in Dir miteinander zurecht? 

Ich bin ein relativ paradoxer Mensch, insofern: meistens sehr gut. Als kreativ arbeitender Künstler könnte ich auf diese kindliche Energie, die in mir steckt, gar nicht verzichten. Ich bin immer irgendwo ein Junge geblieben. Wenn ich in den Spiegel gucke, denke ich: „Da steht ein 15-Jähriger“. Ein 15-Jähriger mit Bart. (lacht) 

Und was ist anders als mit 15? 

Meine Gelassenheit ist mit den Jahren gewachsen. Im Rückblick kann ich sagen, dass ich an vielen Stellen meiner letzten zehn, 15 Jahre hätte entspannter bleiben können und nicht gleich in Panik hätte verfallen müssen. Was die Karriere angeht, kann ich einfach sehr schwer loslassen. Und als Songschreiber habe ich mir auf „Konturen“ hier und da Dinge erlaubt, die ich mir früher nicht erlaubt hätte, weil sie mir zu wenig mainstreamig waren. Um Themen wie Politik aufzugreifen, braucht man ein bisschen Lebenserfahrung. Es wäre wenig glaubwürdig gewesen, wenn ich den Leuten mit Mitte 20 schon die Welt erklärt hätte. 

Warst Du schon immer politisch interessiert? 

Ich finde, man hat als Künstler die Verantwortung, sich auch zu positionieren und seine Haltung zum Ausdruck zu bringen. Ich habe in den letzten Jahren gemerkt, dass die Politik mehr und mehr zu einem Steckenpferd von mir wird. Künstler sollen Fragen stellen, auch mal anpieksen. Natürlich sind auch auf diesem Album Songs, die dir ein Lächeln ins Gesicht zaubern sollen. Aber es sind auch einige Lieder drauf, bei denen man eher zuhört, als gleich auf die Tanzfläche zu rennen. 

Erst skeptisch und dann flossen Tränen 

Wie hat es Dir im vergangenen Jahr bei „Sing meinen Song“ in Südafrika gefallen? 

Sehr, sehr gut. Anfangs war ich etwas skeptisch, weil mir die Sendung beim Zugucken teilweise immer zu emotional war. Aber dann ist es nicht nur ein Riesenspaß gewesen, sondern auch ein sehr wichtiger Schritt für mich. Außerdem haben wir uns alle super verstanden. 

Hast Du denn auch weinen müssen? 

Ja, einmal. Als Michael Patrick Kelly meinen Song „Heimat“ sang, sind mir die Tränen gekommen. Total vertraut war mir diese Lagerfeuer-Atmosphäre. So habe ich angefangen. Bei Jugendzeltlagern mit den Pfadfindern war ich immer der Gitarren-Johnny und der Jukebox-Johnny. Ich konnte 500 Songs auswendig und habe die Leute abends am Feuer mit meiner Musik unterhalten. 

Du warst bei den Pfadfindern? 

Ja. Ich bin immer noch Mitglied und besuche die Kids sogar ab und zu. Jedes Jahr sind ungefähr 200 Kinder und Jugendliche aus meinem Heimatort Geldern am Niederrhein dabei. Mein Vater hat den Pfadfinderstamm damals gegründet, deshalb war ich von Anfang an dabei. 

Zuletzt hatten wir Max Herre im Gespräch. Er hat mit uns über sein neues Album "Athen" und seinen Bezug zu Griechenland gesprochen. 

Kathi und Lucas haben sich vor einiger Zeit mit Bosse getroffen. Er hat im Interview einen bisher unerfüllten musikalischen Wunsch verraten. 

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