Max Giesinger, weißes Shirt, schwarze Hose, steht vor einer hellgrauen Leinwand. Seine Arme fallen lässig vor seinen Hosenbund.
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Ende des Jahres kommt sein neues Album, aber schon jetzt ist Max Giesinger mit neuen Singles am Start.

Im Gespräch mit Scenario

„Ohne Social Media bin ich glücklicher“

  • vonSteffen Rüth
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Was macht Max Giesinger, wenn alle Konzerte abgesagt werden und Touren unmöglich ist? Er geht nach Portugal und schaltet sein Handy aus.

Der Popsänger und -songschreiber hat den Ball für seine Verhältnisse in letzter Zeit recht flach gehalten. Im Gespräch erzählt Max Giesinger, 32, der jetzt seine neue Single „Irgendwann ist jetzt“ veröffentlicht und demnächst auch ein neues Album rausbringen will, was er im vergangenen Jahr so erlebt hat und was er während der Pandemie vermisst.

Max, was tust Du selbst, um momentan bei Verstand zu bleiben?
Tischtennis spielen. Fünfzig Meter von meiner Wohnung in Hamburg entfernt steht eine Platte, da treffe ich mich bestimmt zwei Mal die Woche mit einem Kumpel, um zu spielen. Das macht mich echt happy. Und zu Weihnachten habe ich meinem Vater eine Tischtennisplatte geschenkt. Der alte Herr, immerhin Anfang 60, hat früher in der Jugend gespielt und ist richtig fit. Ich war nach Weihnachten noch eine Weile daheim bei den Eltern in der Nähe von Karlsruhe, mein Bruder war auch da. Unser Elternhaus steht direkt am Waldrand, ich bin viel rumgelaufen und hatte auch endlich mal Zeit, etwas ausführlicher über mich selbst und mein Leben nachzudenken. Über solche Fragen wie „Was macht dich eigentlich nachhaltig glücklich?“

In Portugal zum Yoga gekommen

Und?
Zum Beispiel Bewegung. Sport. Ich muss mindestens einmal am Tag draußen sein. Und ich habe vor anderthalb Jahren auch angefangen, Tennis zu spielen. Tennis fand ich schon immer geil. Das ist der einzige Sport, den ich mir gerne im Fernsehen anschaue. Seit letzten April spiele ich zwei Mal die Woche und habe gute Fortschritte gemacht. Und im Oktober dann bin ich mit einem Kumpel nach Portugal gedüst, um eine Woche in einem Camp Tennis zu spielen. Aus einer Woche wurden dann sechs.
Wie kam das denn?
Corona war zu der Zeit in Portugal noch recht entspannt, während bei uns alles wieder richtig anzog. Also beschloss ich: Max, du bleibst jetzt einfach hier. Ich bin dann ein bisschen rumgefahren, war in einem Surfhostel, habe überhaupt superviel gesurft, und entdeckte auch meine Liebe zum Yoga. Ich bin ein klassischer Rückenschmerzkandidat und habe gemerkt, dass mir Yoga total guttut. Das war dann also mein Leben: morgens Yoga mit Blick auf die Bucht, danach drei Stunden surfen, nachmittags nochmal Yoga. Ich wollte gar nicht mehr weg.

Soziale Medien sind nur eine Spritze des Egos

Hast Du in Portugal auch an neuen Liedern gearbeitet?
In Portugal weniger, aber davor und danach habe ich es genossen, in aller Ruhe und mit aller Zeit der Welt ganz ohne Druck Songs zu schreiben. Ich war mit meinen Kreativ-Kumpels unter anderem zwei Mal in der Eifel, und dort sind Stücke entstanden, die jetzt nicht krass auf Hit geschrieben, sondern wirklich authentisch sind.
Im Text Deiner neuen Single „Irgendwann ist jetzt“ sprichst Du davon, Dir mehr Zeit für Dich selbst zu nehmen und mehr auf Deine eigenen Bedürfnisse zu hören. Siehst aus, als würdest Du deine Pläne gut umsetzen.
Total. An normalen Tagen, zu normalen Zeiten, hast du vielleicht mal eine Stunde, um über alles nachzudenken. Aber wenn du zehn Stunden am Tag praktisch mit dir allein bist und Zeit hast, dann ist das die perfekte Chance, um mal ein paar Dinge zu überdenken.
Was hast Du dabei herausgefunden?
Zum Beispiel, dass die sozialen Medien mir nicht gefehlt haben. Instagram und so weiter, das gibt dir eine Ego-Spritze, die kurz anhält, und dann brauchst du gleich den nächsten Kick. Ohne Social Media bin ich glücklicher. Und ich habe gemerkt, wie sehr ich es vermisse, vor Publikum Musik zu machen. Aber das müssen keine 5000 Menschen sein. Ich bin auch happy, wenn ich am Klavier sitze und nur für meinen Nachbarn spiele.
„Deine Zweifel“, ist der zweite neue Song, den Du jetzt veröffentlichst. Du singst, dass Du Dich schwer damit tust, anderen zu vertrauen. Womit hängt das zusammen?
Ich bin ein ganz krasser Hinterfrager. Ich habe oft Angst, Sachen zu vermasseln und bin mir selbst der übelste Kritiker. Dabei geht die Welt nicht unter, wenn ich mal was verkacke.

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