DJ Plastik Funk steht auf der Bühne an seinem Mischpult und grinst in die Kamera. In seinem Rücken ist das grölende und feiernde Publikum.
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Vor Publikum auftreten – etwas, das Plastik Funk vermisst.

Im Gespräch mit Scenario: Plastik Funk

„Man steht ganz dämlich vor der Webcam!“

  • Janine Jähnichen
    vonJanine Jähnichen
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Ein Livestream zu Hause ersetzt keine Konzerte – das musste auch Rafael von Plastik Funk 2020 einsehen. Trotzdem ließ er seine Fans nicht hängen.

Was macht man als DJ in einem Jahr voll geschlossener Clubs und abgesagter Festivals? Rafael Ximenez-Carrillo, besser bekannt als Plastik Funk, hat einige Lösungen für sich gefunden: eine große Merchandise-Kollektion rausbringen, mit den Fans zusammen Sport machen und in eine große Leidenschaft investieren. Mit uns hat er über all das im Interview gesprochen.

Du hast vor ein paar Wochen Deine neue, größere Merch-/Clothing-Kollektion rausgebracht. Hast Du die Klamotten alle selbst entworfen ?
Ich mache gut Musik, aber ich bin definitiv kein Modedesigner. Es war wirklich so, dass das Designer-Team mir gut gefallen hat. Einer von ihnen hatte mich mal eine Zeit lang mit T-Shirts gesponsert – und die fand ich schon super vom Design! Bei uns muss es natürlich irgendwie mit Plastik Funk zu tun haben, aber ich will auch, dass die Klamotten so im Store verkauft werden könnten. Wir haben uns dann zusammengesetzt und ich hab einfach meine 5 bis 6 Lieblingssachen aus dem Store der Marke mitgebracht und die Designer dann einfach kreativ werden lassen.
Deine vielen Releases der letzten Zeit zeigen, dass Du die vielen Umstrukturierungen 2020 gut nutzen konntest, um weiter zu produzieren. Hattest Du denn auch für irgendwas Zeit, was sonst eher auf der Strecke bleibt?
Die Merchandise- und Clothing-Lines sind auf jeden Fall etwas, was ich so nicht umgesetzt hätte, wenn nicht die Zeit da gewesen wäre. Wir haben Merch ja auch schon über die Jahre gemacht, aber jetzt hat das Ganze ein bisschen mehr Liebe zum Detail. Aber auch musikalisch: Ich habe viel mehr an Songs mitgeschrieben, als sie nur zu produzieren. „Feet don’t Touch“ z.B. haben wir zu dritt geschrieben – einer in Australien, einer in Nashville und ich auf Ibiza. Was natürlich interessant ist, weil es alles geht, auch wenn man sich nicht persönlich sieht.
Trotz Corona konntest Du im Sommer ein paar Shows spielen – sei es im Autokino oder bei anderen Konzepten. Welche dieser Alternativen hat Dir am besten gefallen?
Ich glaube die Sachen, die wir im Sommer selber gemacht haben. Wir haben die „German House Mafia“ ins Leben gerufen, bei der es um Hilfe zur Selbsthilfe ging. Ich hab viele junge DJs in meinem Team und auch Jungs, die normalerweise auf Tour für mich arbeiten, die jetzt natürlich alle ohne Job dastehen und sich auf Hilfe vom Staat verlassen müssen. Deswegen haben wir versucht, damit dem Team zu helfen.

Anlaufstellen in dieser schwierigen Zeit bieten

Du hast neben den corona-konformen Shows vor Publikum im letzten Sommer auch virtuell aufgelegt und deine Sets gestreamt. Wie muss man sich ein DJ-Set in den eigenen vier Wänden vorstellen?
Man steht ganz dämlich vor der Webcam und legt auf (lacht). Ich hab wirklich versucht, dass so zu kombinieren, dass ich bei Instagram und Twitch mit den Leuten noch im Chat interagieren konnte. Es war okay. Ich hab‘s dann auch wöchentlich gemacht, um mit den Leuten connected zu bleiben und zu sehen, wie es denen so geht. Aber ich muss sagen, dass ich da echt schnell die Nase voll davon hatte.
Du trainierst montags mit Frans von Alle Farben und einem Personaltrainer gemeinsam via Zoom mit Euren Fans. Bringen Dich solche Möglichkeiten Deinen Fans noch mal näher als Treffen bei Shows?
Definitiv, es wird alles ein bisschen herzlicher. Ich habe so viele Nachrichten nach den Work-outs bekommen, in denen mir Leute gedankt habe. Das alles geht ja schon auf die Psyche und ich merke auch bei mir, dass mir eine Extra-Runde Sport dann oft guttut. Deswegen finde ich es wichtig, dass es Anlaufstellen gibt, mit denen man mal was ganz anderes erleben kann.

Vom DJ zum Kaffee-Rösterer

Was können Deine Fans in nächster Zeit an Projekten erwarten?
Da die erste Single mit Nervo so gut funktioniert hat, haben wir eine zweite schon fast fertig. Ich habe eine Kollaboration mit zwei DJs aus meinem Team zusammengebaut, die im Januar erscheint. Und ein Projekt liegt noch bei mir auf dem Tisch, bei dem es nicht um Musik geht: So wie es aussieht, werden ich und zwei Partner unseren eigenen Kaffee machen (lacht). Da ich ein absoluter Kaffee-Junkie bin und uns der Lockdown mehr Zeit gegeben hat, haben wir angefangen, mit ein paar Partnern zu rösten, und daraus entsteht gerade ein Projekt, bei dem wir sogar Geld in einen eigenen Fond spenden wollen, um der Gastronomie zu helfen.

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