Sänger Eli steht seitlich zur Kamera in einem Weizenfeld. Er trägt ein braunes Jacket und hält die Augen geschlossen. Der Himmel ist bewölkt, aber dennoch blau.
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Das Foto ist bei Elis Videodreh zu seiner neuesten Single „Wish Now Was Later“ entstanden.

Im Gespräch mit Scenario: ELI

Vom Straßenmusiker zum Berufssänger

  • vonLucas Kurth
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In seinen Songs gibt sich Eli oft sehr verletzlich und verarbeitet persönliche Themen. Dass das manchmal hart sein kann, weiß er.

Seinen Song „Change Your Mind“ kennen viele von Euch sicherlich aus der Werbung eines großen Mobilfunkanbieters. Durch ihn wurde Eli vom Straßenmusiker zum Berufssänger. Uns hat der 22-jährige Kölner erzählt, wie er die damalige Zeit erlebt hat und warum das Songwriting für ihn persönlich so wichtig ist.

Eli, was hat es mit dem Titel Deiner neuesten Single „Wish Now Was Later“ auf sich?
Ich habe den Song in Schweden geschrieben. Zu dem damaligen Zeitpunkt kam ich frisch aus einer Beziehung und habe kurz danach eine Person kennengelernt, bei der es auf jeden Fall gepasst hätte. Ich war aber mit Trennungsgefühlen noch so beschäftigt, dass ich am Ende davon abgesehen habe. Daraufhin wurde mir der Titel vorgeschlagen, weil er zu der Zeit gut gepasst hat.
Du hast bereits mit elf Jahren Dein erstes Instrument gespielt, ein Jahr später den ersten Song geschrieben. Wie kam die Liebe zur Musik zustande – gab es einen konkreten Auslöser?
Den gab es definitiv. Ich bin in eine musikalische Familie reingeboren – mein Vater veranstaltet Konzerte, meine Mutter war früher Schauspielerin, sodass die Musik immer da war. 2012 habe ich bei einer Veranstaltung des Gymnasiums, auf das ich gegangen bin, ein Schulkonzert gespielt. Bis auf wenige Freunde wusste keiner, dass ich Musik mache. Die Reaktionen waren so überwältigend, dass mir klar wurde, dass ich diesen Beruf mein ganzes Leben ausüben möchte.
Du kommst aus der Straßenmusik. Was macht für Dich die Faszination dieser Musik aus?
Ich habe nicht jeden Tag Straßenmusik gemacht, meist nur am Wochenende. Es hat mir viel Spaß gemacht und definitiv geholfen. Die direkte Reaktion von den Leuten drumherum war toll und faszinierend. Für mich war es aber gar nicht so leicht, und es hat mich Überwindung gekostet, da ich mich ungern in den Mittelpunkt dränge.

YouTube-Video brachte den Erfolg

Deinen Durchbruch hattest Du 2018 im Rahmen einer Telekomkampagne, bei der Du ein Casting gewonnen hast. Warum hast Du Dich für dieses Casting beworben, und wie hast Du die Zeit damals erlebt?
Schwierige Frage. Es gab ein Castingverfahren – allerdings habe ich es nicht so mitbekommen. Die Verantwortlichen der Werbekampagne haben damals ein Video von mir auf YouTube entdeckt, wie ich den Song „Change Your Mind“ auf der Straße singe. Sie waren direkt sehr angetan. Es war interessant zu sehen, wie viele Menschen in ein solches Projekt involviert sind. Wir haben den Spot im Januar in Berlin gedreht – bei minus vier Grad – und es war anstrengend und toll.

Schreiben hat eine heilende Wirkung

In Deiner Single „Ghost“ beschreibst Du das Gefühl, nach einer Trennung vom „Geist“ des Ex-Partners verfolgt zu werden. Ist es nicht eher kontraproduktiv, sich immer wieder beim Performen des Songs an diese Person zu erinnern? Oder ist das Beschreiben der eigenen Gefühle schon eine Art Heilung?
Schreiben ist definitiv eine Art Therapie (lacht). Natürlich, wenn ich den Song spiele, versetzt es mich immer ein bisschen in die Lage. Aber das ist auch gut, denn man soll ja die Emotionen in dem Song hören können.
Du hast letztens einen Instagram-Post hochgeladen, in dem Du darauf eingehst, dass man sich als Musiker durch emotionale Texte oft sehr verletzlich, auf seelischer Ebene „nackt“ seinem Publikum präsentiert und dass das sehr hart für einen selbst sein kann. Wie schaffst Du es, diese Gedanken während des Songwritings an die Seite zu schieben und trotzdem sehr persönliche Stücke zu schreiben?
Es hat viel mit tief sitzendem Selbstbewusstsein zu tun. Ich habe kein Problem damit, mich angreifbar zu machen oder zu weinen. Das gehört zu meiner Persönlichkeit dazu. Wenn ich einen Song schreibe, versuche ich, mich selbst zu reflektieren. Wenn man es dann noch in Wörter und eine Melodie packen muss, werden die Gedanken automatisch zur Seite geschoben.

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